Podolski hämmert Arsenals Sorgen fort
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Lukas Podolski tat das, was einen Lukas Podolski eben auszeichnet. Eine sichere Annahme, ein kurzer Blick, und schon raste der Ball unaufhaltsam am chancenlosen Schlussmann Jussi Jääskeläinen vorbei ins Tor. Der linke Hammer des deutschen Nationalspielers brachte den FC Arsenal beim 5:1 gegen West Ham United in der Premier League auf die Siegerstraße - und Podolski erst so richtig in Fahrt. Mit drei gefühlvollen und zielgenauen Torvorlagen binnen fünf Minuten schwang er sich zum Matchwinner auf und gab den Gunners das Selbstvertrauen zurück.

"Podolski hat eine außerordentliche Qualität. Er hat in dem Moment Verantwortung übernommen, in dem wir ihn gebraucht haben", sagte Teammanager Arsène Wenger und verteilte reichlich Sonderlob für den Publikumsliebling: "Das war heute sein effizientestes Spiel für Arsenal." Und eines, das für den zuletzt angeschlagenen Podolski wie auch für seinen Klub wie gerufen kam. Nach Niederlagen gegen Meister Manchester City (0:2) sowie im Prestigeduell mit dem FC Chelsea (1:2) am vergangenen Sonntag herrschte rund um das Emirates Stadium im Londoner Nordosten bereits Alarmstufe.

Nach drei Spielen ohne Sieg gerieten der anvisierte vierte Platz und damit die 16. Champions-League-Qualifikation in Folge außer Reichweite. Selbst Mutter Natur schien sich gegen den FC Arsenal verschworen zu haben: So trieb ein Maulwurf im Trainingszentrum des Klubs sein Unwesen und pflügte den Rasen um. Auch Diskussionen über personelle Verstärkungen im Winter sorgten für Unruhe.

Seit Wochen soll etwa der Name David Villa durch die Flure der Gunners-Geschäftsstelle geistern, auch der Mainzer Adam Szalai war zuletzt immer wieder als Neuzugang für die Offensive gehandelt worden. Doch nach dem jüngsten Sturmlauf wird auf der Insel spekuliert, ob Wenger sein Scheckbuch überhaupt noch zücken muss. Die Überzeugung wächst, dass der aktuelle Kader doch stark genug ist, um die hohen Ansprüche zu erfüllen. So trafen gegen West Ham neben Podolski (22.) auch die kostspieligen Sommertransfers Olivier Giroud (47./57.) und Santi Cazorla (53.).

"Ich hatte nie das Gefühl, dass sich die Spieler der Bedeutung der großen Spiele der letzten Zeit nicht bewusst gewesen wären. Ich habe mir nur Sorgen gemacht, weil sie etwas gehemmt wirkten", sagte Wenger: "Aber meine Mannschaft hat eine fantastische Mentalität und große Fähigkeiten. Das wollen wir bis zum Ende der Saison zeigen."

Vier Punkte trennen den sechstplatzierten FC Arsenal von Rang vier in der Premier League und Tottenham Hotspur. Um den Stadtrivalen schon bald zu verdrängen, hofft der Achtelfinalgegner des FC Bayern in der Königsklasse besonders auf Podolski. "Ein Lukas Podolski in dieser Form ist sehr wichtig. Er kann Angriffe abschließen und Tore vorbereiten. Er ist ein Teamplayer", sagte Wenger.

Überschattet worden war die Begegnung von der Verletzung von West Hams Daniel Potts. Nach einem Zusammenstoß mit Arsenals Bacary Sagna verlor der 18-Jährige das Bewusstsein, nach einer mehr als zehnminütigen Behandlungspause wurde er vom Feld getragen (82.). "Er wurde mit einer Gehirnerschütterung sofort ins Krankenhaus gebracht. Er konnte einfache Fragen nicht korrekt beantworten. Wir hoffen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt", sagte Teammanager Sam Allardyce: "Hoffentlich hat er keine Schäden am Nacken oder der Wirbelsäule davongetragen."