Scolari holt Dante und Ronaldinho
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Mit dem Wechsel zu Deutschlands Vorzeigeklub Bayern München hat Wuschelkopf Dante den erhofften Sprung in die brasilianische Nationalmannschaft geschafft. Der 29 Jahre alte Innenverteidiger bekam am Dienstag von Seleção-Coach Luiz Felipe Scolari die lange erwartete Einladung zum Länderspiel am 6. Februar gegen England im Wembley-Stadion von London.

"Was für eine gute Nachricht", jubelte Dante, der die Kunde beim Training der Bayern erhielt. "Jetzt heißt es, hart arbeiten und die Gelegenheit nutzen. Ich hoffe, dass es die erste von vielen Berufungen sein wird", erklärte der Münchener, der im vergangenen Sommer nach einer herausragenden Saison bei Borussia Mönchengladbach an die Isar gewechselt war, um sich auch daheim mehr ins Rampenlicht zu spielen.

Der technisch versierte Defensivspieler mit der Afro-Frisur könnte beim Jubiläumsspiel zum 150-jährigen Bestehen des englischen Verbandes FA sogar gleich in die Startelf rücken, da nach der verletzungsbedingten Absage von Thiago Silva (Paris St. Germain) in David Luiz (FC Chelsea) nur ein Innenverteidiger im Kader steht, der Stammgast der Seleção ist.

Deshalb machte Scolari dem Neuling auch Hoffnungen auf eine Zukunft im kanariengelben Trikot. "Es hängt allein von ihm ab. Natürlich ist ein Tag Training in London zu wenig, um große Aufschlüsse zu gewinnen. Aber wenn er sich gut ins Team einfügt, unsere Erwartungen erfüllt, ist er sicherlich ein Kandidat für die Zukunft", so der 64-Jährige der im vergangenen November als Nachfolger des geschassten Mano Menezes vorgestellt worden war.

In seinem ersten Aufgebot nach seinem Comeback auf dem Trainerstuhl der Seleção, mit der er 2002 Weltmeister geworden war, griff Scolari auf das Gerüst seines Vorgängers (12 Spieler) zurück, überraschte aber mit der Berücksichtigung einiger zwischenzeitlich ausgemusterten Altstars. Allen voran Ronaldinho, der über Twitter jubelte: "Zurück in der Seleção! Ich bin glücklich, super glücklich."

Der 32-Jährige soll an der Seite von Jungstar Neymar nach einer glänzenden Saison bei Vizemeister Atlético Mineiro aus Belo Horizonte auch beim fünfmaligen Weltmeister wieder glänzen. "Bessere als die beiden gibt es nur wenige", schwärmte Scolari schon vorab.

Daneben erhalten Torhüter Júlio Cesar und Stürmer Luis Fabiano, die ihren Stammplatz im Team nach der enttäuschenden WM 2010 verloren, eine neue Chance. Dagegen fand Kaká, der bei Scolari-Vorgänger Mano Menezes ein Comeback im kanariengelben Trikot gefeiert hatte, aber bei Real Madrid nur die Bank drückt, ebenso keine Berücksichtigung wie eine Reihe in Brasilien tätiger Spieler, die gerade erst in ihre Saison einsteigen.

Bis zum FIFA Konföderationen-Pokal 2013, der vom 15. bis 30. Juni in sechs brasilianischen Städten stattfindet, hat Scolari noch mindestens vier weitere Testtermine: Am 21. März in der Schweiz gegen Italien, am 25. März in England gegen Russland sowie daheim am 2. Juni gegen England und am 9. Juni gegen Frankreich.