Stefanowski hat mit Nepal Großes vor
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Fussballtrainer zählen nicht unbedingt zu den Exportschlagern der USA, doch seit kurzem verfügen auch die Nordamerikaner über einen Legionär: Der in Polen geborene New Yorker Jack Stefanowski wechselte nach Nepal, um dort die Geschicke der Nationalmannschaft zu lenken.

Nachdem er bereits eine Reihe von College- und Profi-Teams in den USA sowie Puerto Rico im Jahr 2008 betreut hatte, beerbte Stefanowski nun Graham Roberts, den ehemaligen Abwehrspieler von Tottenham Hotspur. Für den 37-Jährigen stellt der neue Job im Himalaja nicht nur eine große Chance, sondern auch eine große Herausforderung dar.

"Es ist großartig, wieder eine Nationalmannschaft betreuen zu dürfen", sagte der ehemalige Trainer der Long Island Rough Riders in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Ich hoffe, im nepalesischen Fussball etwas bewirken und das Niveau steigern zu können."

AFC Challenge Cup 2014 fest im Blick
Oberste Priorität hat natürlich die Vorbereitung auf die Qualifikation für den AFC Challenge Cup 2014 im kommenden März, bei dem Nepal Gastgeber ist. Zuletzt hatten sich die Nepalesen unter Trainer Roberts vor Afghanistan und Sri Lanka für die Endrunde qualifiziert. Nach einem vielversprechenden Beginn landete man jedoch nur auf dem letzten Platz, was Roberts seinen Job kostete.

Die Nepalesen möchten diese Scharte auf kontinentaler Ebene unbedingt auswetzen und entsprechend hoch sind die Erwartungen an Stefanowski. Er sagte: "Unser vorrangiges Ziel ist der Gruppensieg und die Qualifikation für die Endrunde."

In der Qualifikation bekommt es Nepal unter anderem mit Palästina zu tun, das beim letzten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams – bei der Endrunde des Challenge Cup im März 2012 – mit 2:0 die Oberhand behalten hatte. Lokalrivale Bangladesch und die nahezu unbekannten Nördlichen Marianen-Inseln komplettieren die Qualifikationsgruppe, die Stefanowski als große Herausforderung betrachtet.

Respekt für alle Gegner
"Palästina ist ein sehr starker Gegner", betonte er. "Sie haben ihr fussballerisches Niveau in den vergangenen Jahren enorm gesteigert. Das Duell mit Bangladesch wird eher emotionaler Natur sein, während die Nördlichen Marianen-Inseln als Newcomer ein völlig unbeschriebenes Blatt sind. Wir müssen uns auf alle Partien intensiv vorbereiten."

Stefanowski, dem weniger als zwei Monate bleiben, um sein Team auf die Qualifikation vorzubereiten, plant einen Umbruch innerhalb der Mannschaft, weshalb er nicht weniger als 50 Spieler in den erweiterten Kader einberief.

"Mein Co-Trainer Richard Orlowski und ich sind der Auffassung, dass die Mannschaft einen Neuanfang benötigt, um erfolgreich in die nächste Qualifikation zu starten", sagte er. "Auf diese Weise können wir zahlreiche Spieler testen und jene auswählen, die am besten in unser taktisches Konzept passen."

Erfahrung ist der Schlüssel

Stefanowski ist überzeugt, dass die Erfahrung eine entscheidende Rolle spielen wird. "Ich erwarte von Routiniers wie Sagar Thapa und Ju Manu Rai, dass sie den jüngeren Spielern mit gutem Beispiel vorangehen und jene Qualität in die Mannschaft bringen, die man benötigt, um bei zukünftigen Turnieren erfolgreich zu sein", sagte er.

Nepal mangelte es zuletzt an Durchschlagskraft in der Offensive: In den letzten beiden Turnieren erzielte die Mannschaft lediglich ein Tor. "Wir müssen uns zunächst um unsere Abschlussschwäche kümmern", sagte er. "Wir verfolgen einen Plan, um die Mannschaft Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Dies beinhaltet sowohl defensive als auch offensive Aspekte unseres Spiels."

Abgesehen von der Qualifikation für den AFC Challenge Cup hoffen die Nepalesen auch bei der Südostasien-Meisterschaft im eigenen Land, die bis dato beste Platzierung (Rang drei im Jahr 1996) übertreffen zu können. Trotz dieser schwierigen Aufgabe ist Stefanowski zuversichtlich, die nepalesische Mannschaft voranbringen zu können.

"Ich denke, dass jede Aufgabe im Fussballsport eine Herausforderung darstellt. Es gibt immer etwas zu verbessern, und ich hoffe, dass ich den nepalesischen Fussball näher an den globalen Standard, beispielsweise in Europa und Südamerika, heranbringen kann."