Nicht jede Rückkehr war ein Erfolg
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Franz Beckenbauer hat vor allem schmerzvolle Erinnerungen, Paul Breitner wäre am liebsten gleich wieder geflüchtet, und Lothar Matthäus verhalf erst das "Tor des Jahres 1992" zur Akzeptanz: Bevor sich Nuri Sahin für seinen Ex-Klub Borussia Dortmund entschied, wird er sich vielleicht auch über die Rückkehr anderer Fussballstars aus dem Ausland in die Bundesliga erkundigt haben. Viele Comebacks verliefen allerdings nicht so, wie es sich Spieler und Klub vorgestellt hatten.

Selbst bei "Kaiser" Franz Beckenbauer nicht. Drei Jahre lang führte er ein ruhiges und finanziell sehr gut abgesichertes Fussballer-Dasein in New York, als es ihn 1980 wieder in den Füßen juckte. Also wagte Beckenbauer im Alter von 35 Jahren den Wechsel zum Hamburger SV. Es sei ein Versuch gewesen, "gegen die Gedanken des Alterns zu kämpfen", sagte Beckenbauer. Rückblickend nicht seine allerbeste Entscheidung: "Meine guten Tage in Hamburg waren rar."

Die Lichtgestalt blieb im HSV-Dress im Vergleich zu seinen Zeiten bei Bayern München eher blass - trotz des Meistertitels 1982. Das lag auch an den vielen Verletzungen. "Bei einem Auswärtsspiel in Stuttgart habe ich zum ersten Mal versucht, in meinem Leben ein Kopfballtor zu machen. Da kam Horst Hrubesch von hinten. Prompt hatte ich einen Nierenriss", berichtete Beckenbauer.

Paul Breitner scheiterte in Braunschweig aus einem ganz anderen Grund. Mäzen und Jägermeister-Besitzer Günter Mast lockte Breitner 1977 vom Weltklub Real Madrid zur selbst national unbedeutenden Eintracht aus Niedersachsen. Der Querdenker passte von Beginn an nicht zur Mentalität der Mannschaft und des Klubs, es herrschte wegen des Weltstars viel Zwietracht bei der Eintracht.

"Er hat alle verrückt gemacht. Der Paule war nun mal kein einfacher Typ, sondern ein Eigenbrötler", verriet der damalige Torhüter Bernd Franke dem Magazin 11Freunde. Bei seinem Abschied nach nur einer Saison soll sich Breitner mit folgenden Worten Richtung Ex-Klub Bayern München aufgemacht haben: "Ich tue euch jetzt einen Gefallen und gehe."

Auch Matthäus dürfte kurz nach seiner Rückkehr 1992 zu den Bayern ins Grübeln gekommen sein, ob es richtig gewesen war, Inter Mailand den Rücken zu kehren. Nach ausgeheiltem Kreuzbandriss kam der FIFA Weltfussballer in seiner Heimat anfangs nur schwer in Tritt. Ex-Mitspieler Thomas Helmer bemängelte, Matthäus fehle "irgendwie der Biss".

Bayern-Ikone Beckenbauer sah sich gezwungen, Partei für seinen Ziehsohn zu ergreifen. Es sei "eine Schande", wie "ein Weltstar wie Matthäus hierzulande fertiggemacht" werde. Die Kritik verstummte erst, als der Italien-Rückkehrer gegen Leverkusen nach einer Ecke von Mehmet Scholl den Ball volley aus knapp 20 Metern in den Winkel des gegnerischen Tors hämmerte. Danach folgten noch viele schöne Treffer und Titel. Matthäus blieb sieben Jahre länger bei den Bayern, als es sein erster Vertrag vorgesehen hatte.

Von Erfolg gekrönt war auch Stefan Effenbergs Rückkehr zu Borussia Mönchengladbach nach zwei Jahren in Italien beim AC Florenz. Der "Aggressiv-Leader" sorgte in Gladbach nicht nur sportlich mit dem Gewinn des DFB-Pokals 1995 für Schlagzeilen, sondern auch mit dem wohl ungewöhnlichsten Haarschnitt der Bundesligageschichte. Nach einer verlorenen Wette ließ sich Effenberg einen Tiger in den Hinterkopf rasieren. Sein Spitzname "Tiger" war geboren.