Usbekistan will weitere Erfolge
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Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 gedeiht der Fussball in Usbekistan und auch 2012 hat sich diese Entwicklung fortgesetzt. Die Junioren-Mannschaften der ehemaligen Sowjetrepublik haben sich für die FIFA U-20- und FIFA U-17-Weltmeisterschaften im kommenden Jahr qualifiziert, während die A-Nationalmannschaft in der abschließenden Runde der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ ebenfalls auf Erfolgskurs ist.

Auf Klubebene hat Bunyodkor aus der Hauptstadt Tashkent zum zweiten Mal das Halbfinale der AFC Champions League erreicht. Angesichts solcher Erfolge ist Mirabor Usmanov, der Präsident des usbekischen Fussballverbandes, derzeit sehr zufrieden.

"Es sind unsere Anstrengungen der vergangenen Jahre, die nun allmählich Früchte tragen", sagte er im Gespräch mit FIFA.com." Nach meiner Amtsübernahme haben wir beschlossen, zunächst die fussballerische Infrastruktur zu verbessern, für die Nationalmannschaft und insbesondere im Nachwuchsbereich und an der Basis. Wir haben neue Fussballakademien eingerichtet und Stadien renoviert oder neu gebaut, um die Strukturen zu verbessern."

"Außerdem haben wir Planungen entwickelt, um für alle Nationalmannschaften neue Möglichkeiten zu eröffnen", so der Verbandspräsident weiter. "Wir haben beispielsweise obligatorische Trainingslager im Ausland eingeführt, damit die Spieler internationale Erfahrung sammeln. Und auch unsere nationalen Wettbewerbe und Meisterschaften wurden reformiert. Jetzt sind wir sehr zufrieden, da die Entwicklung die richtige Richtung nimmt."

Unterstützung durch die Regierung
Nach den Worten Usmanovs hat auch die usbekische Regierung wertvolle Hilfestellung geleistet. Ohne diese Hilfe seitens der Regierung hätten die Ziele nicht in vollem Umfang erreicht werden können.

"Unser Staatspräsident Islam Karimov unterstützt uns enorm", so Usmanov. "Er hat mehrere Dekrete unterzeichnet und damit neue Türen für Geschäftsleute und Fans geöffnet. Dies hat zu weiteren Investitionen geführt, von denen ein Großteil in die Jugend- und Basisförderung fließt."

Um die Klubs für die Förderung von Talenten zu belohnen, wurde ein "Fonds zur Unterstützung des usbekischen Fussballs" eingerichtet, dessen Schirmherr der Premierminister des Landes ist.

"Anders als früher werden jetzt alle Klubs dazu angehalten, talentierte junge Spieler an die Nationalmannschaften heranzuführen", so Usmanov weiter. "Wir nutzen diesen Fonds, um Reformen umzusetzen, um Klubs und Trainer im Jugend- und Basissportbereich zu honorieren, und auch, um jungen Spielern besondere Zuschüsse zu gewähren."

Erstmalige Erfolge
Die ersten Erfolge dieser Anstrengungen stellten sich im Bereich der Nachwuchsteams ein, die mit starken Leistungen glänzten. 2009 qualifizierten sich die Zentralasiaten erstmals für die FIFA U-20-Weltmeisterschaft in Ägypten. Bei der AFC U-19-Meisterschaft im vergangenen Jahr stürmten die Usbeken in die Runde der letzten Vier und qualifizierten sich damit für die FIFA U-20-WM 2013 in der Türkei.

Noch beeindruckender waren die Erfolge der U-17-Mannschaft, die 2011 in Mexiko ihr Debüt beim Weltturnier dieser Altersklasse feierte und sich bis ins Viertelfinale vorkämpfte. Im vergangenen Jahr holten die Usbeken dann den Titel bei der Asien-Meisterschaft und sicherten sich die Teilnahme an der FIFA U-17-WM 2013 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Es war der erste Titelerfolg Usbekistans auf kontinentaler Ebene seit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Asien-Spielen 1994.

"Die Auftritte unserer U-17-Auswahl in Mexiko haben gezeigt, dass mit viel harter Arbeit jedes Team Erfolg haben kann", so der Verbandspräsident. "Natürlich war bei diesem Turnier eine große Überraschung, dass der usbekische Nachwuchs die Runde der letzten Acht erreichen konnte. Doch bei unserem zweiten Auftritt sind wir als Asienmeister dabei und ich denke, dieses Mal sollte das Erreichen der K.o.-Runde das Minimalziel sein."

"Es ist an der Zeit, dass wir Geschichte schreiben"

Die einzige Enttäuschung im Jahr 2012 war das knappe Scheitern in der Qualifikation für das Olympische Fussballturnier der Männer in London. Am Ende einer beeindruckenden Qualifikation ließen sich die Usbeken im entscheidenden Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate vor eigenem Publikum noch eine 2:0-Führung aus der Hand nehmen und verloren am Ende mit 2:3.

Usmanov unterstreicht, dass die A-Mannschaft aus ihren Fehlern lernen muss, wenn die Qualifikation für Brasilien 2014 gelingen soll.

"Unsere Siege in Katar und Iran haben unsere Chancen natürlich enorm verbessert", sagte er. Usbekistan führt derzeit die Gruppe an, in der außerdem noch die Republik Korea und Libanon stehen. "Doch auch alle anderen Teams haben ihre Chance. Es ist eine sehr knifflige Gruppe. Im März treffen wir auf Libanon und der Juni wird entscheidend, denn dann treten wir gegen Katar und die Republik Korea an. Wir müssen alle drei Spiele gewinnen, um uns zu qualifizieren."

Trotz der bevorstehenden schweren Aufgaben herrscht im Team von Trainer Mirdjalal Kasimov die Hoffnung, einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe zu belegen und sich damit die erstmalige WM-Teilnahme zu sichern. Immerhin stehen mit Asiens zweimaligem Fussballer des Jahres Server Djeparov, Stürmer Alexander Geynrikh und Torhüter Ignatiy Nesterov mehrere asiatische Topstars im Team.

"Es ist an der Zeit, dass wir Geschichte schreiben", so Usmanov im Brustton der Überzeugung. "Es wird ein Erfolg, den wir, unser Volk und unser Usbekistan als unabhängiges Land verdient haben."