Matumona: "Ein fantastisches Schaufenster"
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Zola Matumona träumt nicht mehr. Seit der letzten Teilnahme der DR Kongo am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal im Jahr 2006 haben ein Zuviel an Überheblichkeit und Desorganisation die Selbstgefälligkeit begraben. Der Spielmacher der Leoparden räumte gegenüber FIFA.com ein, dass sie "nicht mehr in der Position sind, irgendetwas zu fordern."

Pragmatismus und Bescheidenheit beherrschen nunmehr den Alltag einer Nationalmannschaft, die 15 Monate nach der Rückkehr von Claude Le Roy wieder beim kontinentalen Gipfeltreffen vertreten sein wird.

Rückkehr und große Ziele
"Man darf nicht vergessen, was wir seit dem Abschied von Claude 2006 alles durchgemacht haben", sagte Matumona, der vor sechs Jahren, wenige Monate nach seiner brillanten Afrika-Meisterschaft, nach Belgien wechselte. Der kleine Spieler (1,65 Meter) aus Kinshasa, Nationalspieler seit 2005, hat alle Turbulenzen und Rückschritte seit dem Viertelfinaleinzug in Ägypten miterlebt.

Drei Nationaltrainer haben sich an der Leitung einer Mannschaft versucht, die nicht intakt war. Unrühmlicher Höhepunkt war der unerwartete Abschied von Robert Nouzaret drei Tage vor einem entscheidenden Qualifikationsspiel für die Afrika-Meisterschaft 2012 gegen Senegal. Der Verband bat "Papa Claude" um seine Rückkehr, und dieser akzeptierte die Aufgabe. Sein Ziel ist nun der Versuch, bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ dabei zu sein.

Disziplin als Leitwort
Der weiße Zauberer ist sich dessen bewusst, dass das kontinentale Kräftemessen in Südafrika ein wichtiger Test für seine "Soldaten" ist, die "dem Land beweisen müssen, dass sie zusammenhalten können." Deshalb will der Coach zu viel überschwängliche Begeisterung vermeiden. "Bitte, bitte, lasst uns nicht euphorisch werden. Favoriten oder Geheimfavoriten muss man wohl woanders suchen", erklärte er vergangenen Monat im Gespräch mit FIFA.com. Sein offensiver Mittelfeldspieler hat die Botschaft verstanden.

"Das Ziel besteht darin, technische Qualität und taktische Disziplin zu zeigen. Wir müssen auf den Trainer hören, er hat dem Land bereits bewiesen, dass er weiß, wovon er spricht. Diese Afrika-Meisterschaft ist der Lohn für die seit einem Jahr geleistete gute Arbeit. Wir müssen dort zeigen, was wir können, und jedes Spiel konzentriert angehen. Die Fans reden viel, doch wir müssen einfach nur spielen. Wenn jeder damit anfängt, der Star sein zu wollen, werden wir nichts erreichen. Man muss die Vorgaben respektieren. Wenn es Claude nicht schafft, wird es kein anderer schaffen", erklärte der Linksfuß von RAEC Mons aus der Jupiler League.

"Ich habe meine Einstellung geändert"
Auf dem Weg nach Südafrika setzten sich die Leoparden gegen die Seychellen und Äquatorial-Guinea durch, um ihr Ticket zu lösen. Die Europa-Legionäre werden ab dem 4. Januar erwartet, zu diesem Termin beginnt die Vorbereitung als komplettes Team. Ab dem 19. Januar schließlich stehen der Mannschaft angesichts des Renommees der Gegner einige schwere Schlachten auf dem Platz bevor. In einer Gruppe mit Ghana und Mali wird die erste Runde nach Ansicht Matumonas Aufschluss darüber geben, wo seine Mannschaft steht.

"Wir sind eine kleine Fussball-Nation. Wir dürfen uns nicht unter Druck setzen und vor allem müssen wir die Einstellung wieder finden, die wir 2006 gezeigt haben", fuhr der ehemalige Spieler des FC Brüssel fort. Und er will mit gutem Beispiel vorangehen. "Ich habe in sechs Jahren in Europa viel gelernt. Ich habe mein Spiel geändert, ich dribble viel weniger und bin strikter. Früher habe ich nie verteidigt, aber ich habe auch meine Einstellung geändert."

"Ein fantastisches Schaufenster"
Der Torschütze eines sehenswerten Treffers gegen Kamerun in der Qualifikation für die Afrika-Meisterschaft bestätigte die optimistische Einschätzung seines Trainers, der vor einem Monat sagte, dass die Nationalmannschaft bei bester Gesundheit sei. "Mit Claude freuen sich alle Spieler, in der Nationalmannschaft zu sein, er bringt uns zusammen. Er findet die richtigen Worte, und wir haben alle verstanden, in welchem Maße diese Afrika-Meisterschaft ein großes Ereignis ist, auch in individueller Hinsicht. Es ist ein fantastisches Schaufenster, und ich bin das perfekte Beispiel dafür."

Der kontinentale Wettbewerb wird vor allem eine hervorragende Gelegenheit für die Mannschaft der DR Kongo sein, mit Blick auf Brasilien herauszufinden, wo sie steht. Davon ist Matumona überzeugt: "Wenn wir dort etwas Gutes zeigen, schaffen wir es zur Weltmeisterschaft." Und dann darf auch wieder geträumt werden.