Zwölf große und entscheidende Momente
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Auch 2012 hat der Fussball wieder für Spannung, Begeisterung und Leidenschaft gesorgt. FIFA.com hat zwölf besondere Momente zusammengestellt, die das Jahr unvergesslich gemacht haben.

Sambia erobert Afrika
12. Februar
Dass Sambia im Februar seinen ersten Titelgewinn beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal feiern konnte, war schon bemerkenswert. Dass sich das Team im Endspiel gegen die hoch favorisierte Elfenbeinküste durchsetzte, war eine riesige Überraschung. Doch was diesen Sieg zum emotionsgeladensten Erfolg des Jahres macht, ist die Tatsache, dass es das erste Spiel Sambias in Gabuns Hauptstadt Libreville war, seitdem dort bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 1999 bis auf einen Spieler die gesamte Nationalmannschaft des Landes ums Leben gekommen war.

Das Wunder von Muamba
17. März
Einen Monat später wurden aus einem ganz anderen Grund Tränen vergossen. Das Publikum im ausverkauften Stadion an der White Heart Lane und die TV-Zuschauer in aller Welt erlebten mit, wie Fabrice Muamba auf dem Rasen um sein Leben kämpfte. Es wurde schnell klar, dass der kongolesische Mittelfeldspieler der Bolton Wanderers einen Herzstillstand erlitten hatte. Doch obgleich sein Herz unglaubliche zwei Stunden lang nicht schlug, überlebte er und schrieb sogar ein Buch über diese Begegnung mit dem Tod.

Agüero: Der Held der Nachspielzeit
13. Mai
Der Kampf um den Titel in der englischen Premier League tobte bis in die letzte Minute des letzten Saisonspiels - und sogar noch darüber hinaus. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit der Partie zwischen Manchester City und den Queens Park Rangers, als das Spiel zwischen Manchester United und dem AFC Sunderland schon beendet war, erzielte Sergio Agüero den Treffer, der den Citizens erstmals seit 44 Jahren wieder den Meistertitel bescherte.

Drogbas unvergesslicher Abschied
19. Mai
Didier Drogba hatte seinen Platz unter den Topstars des FC Chelsea bereits sicher, als er im Finale der UEFA Champions League kurz vor Schluss per Kopf den Ausgleich erzielte. Doch dieser Ausgleichstreffer bereitete letztlich lediglich die Bühne für den krönenden Moment des Ivorers, der seinen Schuss im entscheidenden Elfmeterschießen eiskalt versenkte und Chelsea damit den ersten europäischen Titel der Klubgeschichte bescherte.

Tahiti erobert Ozeanien
10. Juni
Bis 2012 war der OFC Nationen-Pokal stets in Australien oder Neuseeland geblieben. Es war also eine Riesenüberraschung, dass Neuseeland dieses Mal nicht einmal das Finale des Turniers auf den Salomon-Inseln erreichte. Stattdessen trugen Tahiti und Neukaledonien den Kampf um die kontinentale Krone aus. Den entscheidenden Treffer erzielte letztlich Steevy Chong Huel, der den Polynesiern damit auch zur Teilnahme am bevorstehenden FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 verhalf.

Der Untergang der Rangers
14. Juni
Die finanzielle Schieflage der Glasgow Rangers war bereits seit längerem ein offenes Geheimnis. Und trotzdem war es ein Schock, als der schottische Traditionsverein nach 140 Jahren und 54 nationalen Meistertiteln Mitte Juni Insolvenz anmelden musste. Der Klub wurde kurz darauf neu gegründet und spielt nunmehr in der Third Division, der vierten schottischen Liga. Aktuell sind die Rangers Tabellenführer mit neun Punkten Vorsprung und einem Spiel in der Hinterhand.

Pirlo im Stil von Panenka
24. Juni
Im Viertelfinale der UEFA EURO 2012 lag Italien gegen England im Elfmeterschießen mit 1:2 zurück. Riccardo Montolivo hatte den vorangegangenen Elfmeter der Italiener verschossen, und nun trat Andrea Pirlo an. Trotz dieser enorm angespannten Situation wagte der Mittelfeldspieler einen Schuss wie einst der Tscheche Antonin Panenka - und hatte Erfolg. Danach riss bei den Engländern der Faden und die Italiener setzten sich mit 4:2 durch.

Spanien begeistert erst im Finale
1. Juli
Auf dem Weg ins Finale hatten die nicht immer überzeugenden Spanier viel Kritik einstecken müssen - doch dann zeigten die Iberer im Endspiel endlich wieder, warum sie die aktuelle Nummer eins im Weltfussball sind. Das Team von Vicente Del Bosque stellte mit dem 4:0-Sieg gegen Italien einen neuen Rekord für ein EM-Endspiel auf, verteidigte damit den Europameistertitel auf beeindruckende Weise und wurde gleichzeitig zum ersten Team vom Alten Kontinent, das drei große internationale Turniere in Folge gewann.

Morgan entscheidet den Krimi
6. August
Im Old Trafford gab es bereits zahlreiche unvergessliche Spiele, doch nur wenige verliefen derartig dramatisch wie das Halbfinale des Olympischen Fussballturniers der Frauen zwischen den USA und Kanada. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Minute der Nachspielzeit, als Alex Morgan den Treffer zum 4:3-Sieg für die U.S.-Amerikanerinnen erzielte.

Ibrahimovic zum... vierten!
14. November
Es war das erste Spiel in der brandneuen Friends Arena von Stockholm. Doch es scheint kaum vorstellbar, dass das neue Stadion jemals eine noch überwältigerende One-Man-Show erleben wird. Zlatan Ibrahimovic wurde zum ersten Akteur in 915 Spielen, der vier Treffer gegen England erzielte. Doch noch fantastischer als dieser Rekord war die Art und Weise, wie er sein viertes und letztes Tor markierte - nämlich mit einem akrobatischen Fallrückzieher aus fast 30 Metern Entfernung.

Messi bricht Müllers Rekord
9. Dezember
"40 Jahre hat mein Rekord gehalten, jetzt hat der beste Fussballer der Welt ihn gebrochen. Ich freue mich für ihn." Mit diesen Worten äußerte Gerd Müller seine Anerkennung, nachdem Lionel Messi sein 85. und 86. Tor des Kalenderjahres 2012 erzielt und damit den Rekord des "Bombers der Nation" von 1972 gebrochen hatte.

Corinthians jubeln in Japan
16. Dezember
Im Jahr 2000 hatte der brasilianische Klub Corinthians São Paulo die erste Auflage der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. Doch die letzten Auflagen des Turniers waren von europäischen Teams dominiert worden. Dies machte den Erfolg für die Brasilianer nur noch süßer. Mit über 20.000 mitgereisten Fans im Rücken gewann Corinthians in Yokohama dank eines Kopfballtreffers von Paolo Guerrero im zweiten Durchgang verdient den Titel gegen den FC Chelsea.