Historischer Erfolg für syrischen Fussball
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Es heißt, dass die schönsten Siege unter Schmerzen geboren werden. Dies bewahrheitete sich auch am Donnerstagabend in Kuwait, als die Spieler der syrischen Nationalmannschaft ihren ersten Triumph bei der WAFF Westasien-Meisterschaft feierten.

Im Finale gegen den Irak offenbarte sich die schwierige Situation, die Syrien zurzeit durchleben muss, denn die Fans waren in zwei Lager gespalten. Doch dies hinderte die Roten Adler nicht daran, durch Ahmad Alsalih den Siegtreffer zu erzielen.

Die von Torhüter Mosab Balhous im Gespräch mit FIFA.com zum Ausdruck gebrachte Freude spiegelt die Entschlossenheit der syrischen Spieler wieder, ihr Volk mit diesem Sieg zu einen.

Der 29-jährige Schlussmann blickte auf die Leistung seiner Mannschaft zurück: "Es ist das erste Mal, dass Syrien einen großen Wettbewerb gewinnt, und das ist angesichts unserer Vorbereitung,die nur einen Monat dauerte, kein geringer Erfolg. Ich war sehr stolz, als Kapitän den Pokal in die Höhe recken zu dürfen."

Die Partie am Donnerstag war für Balhous indes nicht das erste Finale. Mit Al Karama erreichte er das Endspielder AFC Champions League 2006 und des AFC Cups 2009. In beiden Fällen musste er sich mit dem zweiten Platz begnügen, was seine Freude über den Gewinn der Westasien-Meisterschaft erklärt.

"Wir waren entschlossener denn je, diesen Titel zu holen. Es hat uns nicht an Zuversicht gemangelt, und nach unserem Sieg gegen Bahrain spürte ich, dass wir diesen Erfolg schaffen können."

Der Torhüter, der im Halbfinale drei Großchancen vereitelte, drückte zum Abschied seinen Wunsch aus, dass dieser Triumph das syrische Volk einen möge. Und dass er darüber nachgedacht habe, wie er FIFA.com anvertraute, mit diesem Erfolg seine internationale Karriere zu beenden.

Balhous war indes nicht der einzige Syrer, der zu brillieren wusste. Mittelfeldspieler Hamdy Al-Masry wurde dank seiner herausragenden Leistungen als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Und auch Al-Masry betonte die Bedeutung dieses Erfolgs: "Wir haben von Beginn an sehr gut gespielt, trotz einer großen Zahl neuer Spieler. Hosam Al-Sayed und seinem Trainerstab ist es gelungen, in der Mannschaft Geschlossenheit herzustellen. Ich hoffe, dass auf diesen Erfolg in der Zukunft viele weitere folgen werden."

Al-Masry unterschrieb zu Beginn der Saison beim irakischen Klub Al Nafit und ist damit einer von drei syrischen Nationalspielern, die im Ausland aktiv sind. Seiner Ansicht nach hat dieser Wettbewerb gezeigt, welche Fortschritte die Nationalmannschaft gemacht hat.

"Auf individueller Ebene habe ich ein gutes Turnier gespielt. Ich danke Gott für unseren Sieg. Ich hoffe, dass die Spieler, die in Syrien aktiv sind, auf sich aufmerksam machen konnten und in Zukunft andere Ligen entdecken können. Das wird gut für sie, aber auch für die Nationalmannschaft sein."

Doch unabhängig davon, ob die Wünsche Al-Masrys erhört werden, hat Syrien bereits jetzt durch den erstmaligen Gewinn der Westasien-Meisterschaft Geschichte geschrieben.