Denkwürdiges aus der Gruppenphase
© Getty Images

Das Achtelfinale der UEFA Champions League, das am Donnerstag, 20. Dezember, ausgelost wird, verspricht besonders spektakulär zu werden. Neun ehemalige Champions sind in den zwei Lostöpfen verteilt, und einige unter ihnen werden wohl bereits in der ersten Runde der K.o.-Phase direkt aufeinandertreffen.

Fünf ehemalige Gewinner (Borussia Dortmund, Juventus Turin, Bayern München, FC Barcelona und Manchester United) sowie drei Außenseiter (Paris Saint-Germain, Schalke 04 und FC Málaga) befinden sich im ersten Lostopf der Gruppensieger. Im zweiten tummeln sich ebenfalls vier einstige Champions (FC Porto, AC Mailand, Real Madrid und Celtic Glasgow), zwei Stammgäste des Wettbewerbs wie der FC Arsenal und der FC Valencia sowie zwei aufstrebende Kräfte in Gestalt von Galatasaray Istanbul und Shakhtar Donetsk.

Im Vorfeld der Auslosung blickt FIFA.com auf die prägenden Ereignisse der Gruppenphase zurück, die eine der spektakulärsten seit Einführung der Champions League 1992/1993 war.

9

 Neun Länder sind noch vertreten, auch wenn mit den Niederlanden und Russland zwei prominente Nationen fehlen. Spanien mit vier Klubs sowie Deutschland (3) stellen die größten Kontingente vor England und Italien, die jeweils zwei Vertreter ins Achtelfinale entsenden. Dahinter hält jeweils ein Verein die Fahne der anderen fünf Länder hoch: Portugal, Frankreich, Schottland, Türkei und Ukraine.

1

 Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs ist der amtierende Meister, der FC Chelsea, nicht über die Gruppenphase hinausgekommen. Das gleiche Schicksal ereilte auch den englischen Meister Manchester City. Selbst die erfolgreiche Qualifikation von Manchester United und Arsenal kann die beunruhigende Bilanz für die Vertreter der Premier League nicht übertünchen. In dieser Saison verzeichnete der englische Fussball die geringste Anzahl an Siegen (10), die niedrigste Gesamtpunktzahl (35), und noch nie kam ein englischer Klub auf so wenige Zähler wie Manchester City in dieser Saison (3). Nachdem die Premier League in mehreren Auflagen mit allen vier Vertretern in die K.o.-Phase einzog, ist es bereits das zweite Mal in Folge, dass sich nur zwei englische Klubs für die zweite Runde qualifizieren. In der vergangenen Saison scheiterten Manchester United und Manchester City vorzeitig. Doch dies hinderte den FC Chelsea nicht daran, sich den Titel zu sichern. Und der englische Fussball ist seit 1996 immer im Viertelfinale vertreten gewesen.

11

 der 16 für das Achtelfinale qualifizierten Teams waren in der letzten Saison nicht in dieser Phase vertreten. Unter den fünf Dauergästen der K.o.-Phase befinden sich vier ehemalige Gewinner (AC Mailand, FC Barcelona, Bayern München, Real Madrid), die zusammen auf nicht weniger als 24 Titel kommen, sowie ein ewiger Außenseiter (FC Arsenal). Am erfolgreichsten sind die Königlichen von Real Madrid, die sich nicht nur zum 16. Mal in Folge für das Achtelfinale qualifizierten, sondern zudem den zehnten Sieg seit 2002 anstreben.

4

 Der amtierende Welt- und Europameister Spanien erfreut sich auch auf Klubebene bester Gesundheit und konnte sich mit allen vier Vertretern für das Achtelfinale qualifizieren. Wenn auch die Anwesenheit von Barça und Real Madrid nicht gerade eine Überraschung darstellt, wie auch die Qualifikation des zweifachen Finalisten FC Valencia, hätte wohl niemand mit einem so souveränen Parcours des FC Málaga gerechnet. Die Andalusier qualifizierten sich als Gruppensieger und sind neben Celtic Glasgow der einzige Klub, der ins Achtelfinale einzieht, nachdem er zuvor die Qualifikation absolvieren musste. Seit der Saison 2008/09 gelang dieses Kunststück auch Atlético Madrid, dem FC Barcelona, Real Madrid und dem FC Villarreal.

3

 Die drei deutschen Vertreter in der Gruppenphase, Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04, haben allesamt ihre Gruppe gewonnen und qualifizierten sich jeweils vorzeitig für die zweite Runde. Diese Leistung zeigt den guten Zustand der Bundesliga, zumal sich gleichzeitig auch Hannover 96, der VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach in der UEFA Europa League für die K.o.-Phase qualifizierten. Mönchengladbach konnte somit als einziger deutscher Vertreter, der in der Qualifikation zur Champions League an Dynamo Kjiv scheiterte, in der Europa League Wiedergutmachung leisten.

4

 Vier Mannschaften beendeten die Gruppenphase ungeschlagen. Es sind dies Borussia Dortmund mit vier Siegen und zwei Unentschieden, Schalke 04, FC Málaga und Juventus Turin mit jeweils drei Siegen und drei Unentschieden. Das beste Gesamtergebnis indes erzielte Paris Saint-Germain. Die Franzosen gewannen die Gruppe A mit 15 Punkten (fünf Siege und eine Niederlage) und feierten damit bei ihrer sechsten Teilnahme ein bemerkenswertes Comeback, nachdem PSG noch 2004/05 als Gruppenletzter hinter dem FC Chelsea, dem FC Porto und ZSKA Moskau scheiterte.

1

 Traumtor. Ausnahmsweise befindet sich keiner der üblichen Verdächtigen als Schütze des schönsten Treffers der Gruppenphase auf dem ersten Platz. Es ist sogar ein Verteidiger, der sich mit dieser Auszeichnung schmücken kann. Philippe Mexès, dem französischen Abwehrspieler des AC Mailand, gelang am fünften Spieltag gegen RSC Anderlecht ein wahres Meisterwerk. An der Strafraumgrenze stehend, nahm Mexès einen Freistoß von Riccardo Montolivo zunächst mit der Brust an, um das Spielgerät im Anschluss mit einem akrobatischen Fallrückzieher in den Winkel zu befördern. "Ich habe es einfach versucht, und er ist reingegangen. Aber ich habe auch ein wenig Glück gehabt", kommentierte der ehemalige Spieler von AJ Auxerre den für ihn ungewöhnlichen Kunstschuss.

6

 Der Schwede Zlatan Ibrahimovic avancierte bereits am ersten Spieltag gegen Dynamo Kjiv zum ersten Spieler, der in der UEFA Champions League für sechs verschiedene Klubs Tore erzielte. Der Weltenbummler traf in den Trikots von Ajax Amsterdam (7 Tore), Juventus (3), Inter Mailand (6), FC Barcelona (4), AC Mailand (9) und Paris Saint-Germain (2). Auf Ibrahimovic folgen zwei Torjäger, die für jeweils vier verschiedene Klubs erfolgreich waren: Fernando Morientes (Real Madrid, AS Monaco, FC Liverpool, FC Valencia) und Rivaldo (FC Barcelona, AC Mailand, Olympiakos Piräus, AEK Athen).

2

 Entdeckungen. Dem FC Porto gelingt praktisch jedes Jahr aufs Neue eine spektakuläre Neuentdeckung. In diesem Jahr war es der Kolumbianer Jackson Martinez, der dem Klub von seinem Landsmann Radamel Falcao, Ex-Spieler des Vereins, wärmstens empfohlen wurde. Eine weitere fussballerische Offenbarung war indes auch der junge Stürmer des FC Málaga, Francisco Roman Alarcon Suarez, genannt Isco, der mit Nachdruck an die Tür der spanischen Nationalmannschaft klopft.

6

 An der Spitze der Torjägerliste findet sich wenig überraschend der portugiesische Superstar von Real Madrid, Cristiano Ronaldo, aber auch – etwas überraschender – der Türke von Galatasaray Istanbul, Burak Yilmaz. Beide Akteure erzielten jeweils sechs Treffer, wobei Yilmaz das seltene Kunststück gelang, fast alle der sieben Tore seines Teams zu schießen. Mit fünf Treffern liegt ein südamerikanisches Trio nur knapp dahinter: Der Argentinier Lionel Messi sowie die zwei Brasilianer Oscar, offensiver Mittelfeldspieler des FC Chelsea, und Alan, der weniger bekannte Angreifer von Sporting Braga.