Feierlaune in Südamerika
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Im südamerikanischen Vereinsfussball ist nun die zweite Jahreshälfte zu Ende gegangen, und es gab nicht wenige Vereine, die an vergangene Glanzzeiten angeknüpft haben. Daneben gab es aber auch einige neue Gesichter, die erstmals für großes Aufsehen sorgten. FIFA.com lässt das Geschehen in den Ligen Revue passieren.

Argentinien: Velez Sarsfield wieder top
Vélez Sarsfield bestätigte erneut seinen Ruf als einer der Großen des argentinischen Fussballs und holte einen Spieltag vor dem Ende des Torneo Inicial bereits den dritten Titel unter Ricardo Gareca und den neunten in der Geschichte des Vereins. Damit gehört El Fortinero nun zu den fünf erfolgreichsten Klubs Argentiniens. Darüber hinaus stellte man einen der effektivsten Torschützen der Meisterschaft, den jungen Facundo Ferreira, der in den letzten zwölf Spielen nicht weniger als 13 Treffer erzielte. "Einmal lagen wir fünf Punkte hinter dem Tabellenführer, aber dann haben wir eine tolle Aufholjagd gestartet. Jetzt träumen wir von der Copa Libertadores", bekräftigt der Coach.

Brasilien: Fluminense feiert, Palmeiras leidet
Fluminense ließ keinen Zweifel daran, wer die brasilianische Meisterschaft holen würde, und sicherte sich den Titel bereits drei Spieltage vor dem Ende des Wettbewerbs. Für den Verein war es der zweite Titel in drei Jahren und der vierte insgesamt. Damit hat man mit dem Erzrivalen Flamengo gleichgezogen. Überragender Spieler war der Angreifer Fred, der erfolgreichste Torschütze der Meisterschaft mit 20 Treffern, der dabei große Namen wie Luis Fabiano (São Paulo, 17) und Neymar (Santos, 14) hinter sich ließ. Leiden mussten die Fans des Großvereins Palmeiras, der zum zweiten Mal in seiner Geschichte abgestiegen ist. Vor zehn Jahren hatte er das erste Mal den Gang ins Unterhaus antreten müssen.

Bolivien: The Strongest schreibt Geschichte
The Strongest setzte sich problemlos im Torneo Apertura durch und holte damit als Novum in der Geschichte des bolivianischen Fussballs den dritten Titel in Folge. Überragender Spieler war der Paraguayer Pablo Escobar, Schütze von 21 der 52 Treffer des Teams. "Wir haben vielleicht nicht die besten Spieler und ich bin auch nicht der wertvollste Spieler, aber wir sind auf jeden Fall die beste Mannschaft", erklärte der Angreifer und Spielführer des Teams. Der Verein hat es nun bereits auf neun Titel gebracht und bleibt weiterhin an zweiter Stelle der ewigen Rangliste hinter Bolivar (17 Titel).

Chile: Ein kleiner Verein sorgt für Aufsehen
Im Torneo Clausura holte völlig überraschend und erstmals in seiner Geschichte der kleine Club Deportivo Huachipato den Titel. Die Mannschaft, deren Name in der Mapuche-Sprache "Vogelfalle" bedeutet, setzte sich im Finale gegen den großen Favoriten Unión Española durch. Dabei machte man eine 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel wett, indem man das Rückspiel mit 3:1 gewann und schließlich im Elfmeterschießen die besseren Nerven bewies. Es war der erste große Erfolg in der 65-jährigen Geschichte des Vereins.

Kolumbien: Alles trägt blau
Das Team von Millonarios de Bogotá beendete eine 24-jährige Durststrecke mit dem Gewinn der Meisterschaft. Dabei hatte man gleich doppelten Anlass zum Jubeln, denn durch den Sieg im Elfmeterschieden im Finalrückspiel gegen Independiente Medellín holte man nicht nur den 14. Titel, sondern krönte sich auch zum erfolgreichsten Verein in der Geschichte Kolumbiens. Außerdem werden die Blauen nach 15-jähriger Abwesenheit 2013 wieder in die Copa Libertadores zurückkehren. "Wir haben gelitten und geschwitzt, aber am Ende verdient triumphiert", erklärte Angreifer Walter Cosme.

Ecuador: Rückkehr des Torero
Der im Land äußerst beliebte Barcelona SC setzte sich nach 15 Jahren wieder einmal in Ecuador durch und krönte sich unangefochten zum Meister. "Diese lange Durststrecke hatte mich gereizt, aber ich hätte nie gedacht, dass wir so erfolgreich sein würden", erklärte der argentinische Coach Gustavo Costas. Damit ist El Torero mit 14 Titeln wieder der erfolgreichste Verein des Landes. Erfolgsgarant war Stürmer Narciso Mina, der in der Saison 40% der Treffer seines Vereins erzielte. Kurioserweise wurde das Team von Emelec zum dritten Mal in Folge Vizemeister.

Paraguay: Gumarelo feiert erneut
Libertad hat das Torneo Clausura 2012 gewonnen und damit den achten Titel im vergangenen Jahrzehnt und den vierten unter dem uruguayischen Coach Rubén Israel. Damit ist El Gumarelo (16) der dritterfolgreichste Verein Paraguays hinter Olimpia (39) und Cerro Porteño (29), die dieses Mal keine Chance auf den Titel hatten. Stürmer José Núñez teilte sich die Torjägerkrone mit Diego Chenturión (Guaraní, 13 Treffer).

Peru: Sporting Cristal knüpft an alte Glanzzeiten an
Sporting Cristal krönte sich zum Meister der Spielzeit 2012, nachdem sich das Team in beiden Runden der peruanischen Meisterschaft durchsetzte. Damit endete die bislang längste erfolglose Phase in der Geschichte des Vereins. Den 16. Titel nach siebenjähriger Durststrecke holte man mit Trainer Roberto Mosquera, einem ehemaligen Liebling der Fans, der Anfang des Jahres sein Amt angetreten hatte. "Als ich hierher kam, sagte ich, dass wir den Titel holen würden, denn man muss sich Ziele setzen. Jetzt werden sie von mir die zweite Meisterschaft verlangen, aber das kann ich nicht garantieren", so der 55-jährige Coach.

Uruguay: Peñarol setzt aufs Ganze
Peñarol Montevideo hat mit dem Gewinn des Torneo Apertura einen großen Schritt zum erst zweiten Titelgewinn im letzten Jahrzehnt gemacht. Damit trifft Peñarol Mitte 2013 im großen Finale des uruguayischen Fussballs auf den Sieger des Clausura-Turniers. Peñarol, das von Jorge Polilla Da Silva betreut wird, hatte das Torneo Apertura seit 16 Jahren nicht mehr gewonnen. "Wir dürfen feiern, sollten aber gelassen bleiben. Unser Ziel ist die Meisterschaft", warnte Routinier Marcelo Zalayeta.

Venezuela: Erster Titel für Anzoátegui
Gerade einmal elf Jahre hat Deportivo Anzoátegui gebraucht, um den ersten Titel in seiner kurzen Vereinsgeschichte zu holen. Das Team des venezolanischen Trainers Daniel Farías holte bereits am vorletzten Spieltag den Sieg im Torneo Apertura, lag am Ende jedoch nur einen Zähler vor dem großen Caracas FC. Es war ein historischer Triumph, denn seit Einführung der kurzen Turniere hat noch kein Team die Copa de Venezuela und die nationale Meisterschaft gewonnen.