De Camargo lässt Gladbach jubeln
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Dank Joker Igor de Camargo hat Borussia Mönchengladbach eine erneute Blamage gegen AEL Limassol knapp verhindert und vorzeitig die K.o.-Runde der UEFA Europa League erreicht. Der fünfmalige deutsche Meister kam durch die erlösenden Treffer des kurz zuvor eingewechselten de Camargos (79./90.+1) gegen Zyperns Champion nach schwacher Vorstellung zu einem glücklichen 2:0 (0:0)-Erfolg und ist damit von Platz zwei in der Gruppe C nicht mehr zu verdrängen. Schützenhilfe erhielten die Gladbacher von Gruppensieger Fenerbahçe Istanbul, der bei Olympique Marseille gewann.

Bei den Zyprern, die Gladbach im Hinspiel ein 0:0 abgetrotzt hatten, sah Luciano Bebe in der 75. Minute nach einer Notbremse an Patrick Herrmann die Rote Karte. Die Überzahl nutzten die Gastgeber zum Sieg.

Vor 40.164 Zuschauern im Borussia-Park musste Trainer Lucien Favre weiterhin auf die verletzten Filip Daems und Luuk de Jong verzichten. Zudem gab der Schweizer Alexander Ring auf der rechten Seite den Vorzug gegenüber Lukas Rupp.

Die Gladbacher boten über weite Strecken eine enttäuschende Leistung. Der Außenseiter hätte die Borussia für ihr behäbiges Auftreten fast schon nach 17 Sekunden bestraft, doch Luciano Bebe brachte den Ball nach schönem Zusammenspiel mit Orlando Sa freistehend vor Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen nicht unter Kontrolle.

Auch in der Folge versteckte sich Limassol nicht und bot eine engagierte Vorstellung. Immer wieder setzten die Gäste Nadelstiche und waren in den Zweikämpfen aggressiver und schneller.

Die Gladbacher leisteten sich hingegen zu viele unnötige Ballverluste durch teils haarsträubende Fehlpässe im Aufbau. Am Spielfeldrand ruderte Favre wild mit den Armen umher, es half zunächst nichts. Die Gastgeber trugen ihr Spiel in der ersten Halbzeit viel zu langsam vor und ermöglichten es Limassol so, immer wieder die Ordnung in der Defensive herzustellen.

Große Tormöglichkeiten blieben daher zunächst Mangelware. Mike Hanke war nach Pass von Ring im Abschluss zu überhastet (4.), zudem scheiterte der ehemalige Nationalspieler aus spitzem Winkel an Torwart Matias Degra (24.). Ring vergab mit einer Direktabnahme die beste Gladbacher Chance kurz vor dem Pausenpfiff, wieder war Degra auf dem Posten (45.). Degras Gegenüber ter Stegen leistete sich unterdessen erneut einige Unsicherheiten und läuft seiner starken Form aus der vergangenen Saison weiter hinterher.

Die Zuschauer verabschiedeten die Borussia angesichts der dürftigen Vorstellung mit einem Pfeifkonzert in die Pause. Doch auch davon wurde das Favre-Team nicht aufgeweckt. Zwar bot sich Herrmann nach Zuspiel von Juan Arango direkt nach Wiederanpfiff eine gute Möglichkeit (47.), doch danach verfielen die Gastgeber in ihr altes Muster: Zu wenig Tempo, zu viele Fehlpässe. Bei Arango (56.) und Herrmann (57.) kamen zudem Schwächen im Abschluss hinzu. Erst der eingewechselte de Camargo brach den Bann.

Bei Gladbach überzeugten Alvaro Dominguez und de Camargo, bei den Gästen gefielen Stelios Parpas und Degra.