Bayern nach glanzlosem Remis im Achtelfinale
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Mit einem glanzlosen Remis im berüchtigten Estadio Mestalla hat Bayern München sein Minimalziel in der UEFA Champions League vorzeitig erreicht. Der deutsche Rekordmeister steht nach einem enttäuschenden 1:1 (0:0) beim FC Valencia im Achtelfinale der Königsklasse. Thomas Müller glich in der 82. Minute die Führung der Spanier durch Sofiane Feghouli fünf Minuten zuvor aus. Die Bayern müssen vor der abschließenden Partie am 5. Dezember gegen Bate Borissov aber noch um den angestrebten ersten Platz in der Gruppe F zittern. Der FC Valencia war bereits vor dem Spiel gegen die Bayern durch die 0:2-Heimniederlage von Borissov gegen den OSC Lille für die K.o.-Runde qualifiziert gewesen.

Die wenig überzeugenden Münchener konnten auch im vierten Anlauf in Valencia nicht gewinnen und diesmal sogar eine knapp einstündige Überzahl nicht zum Sieg ausnutzen. In der 33. Minute hatte Antonio Barragán nach einer überharten Attacke gegen David Alaba von Schiedsrichter Howard Webb aus England völlig zurecht die Rote Karte gesehen.

Das Team von Trainer Jupp Heynckes war bei der Rückkehr von 40-Millionen-Mann Javi Martínez nach Spanien zwar über weite Strecken überlegen. Vor dem Tor fehlte aber die Entschlossenheit, um die nunmehr seit neun Heimspielen in der Champions League ungeschlagenen Spanier zu knacken. Zudem fanden die Bayern nur selten eine spielerische Linie und offenbarten mit zunehmender Spieldauer immer größere Lücken.

Dabei begann der Bundesliga-Spitzenreiter dominant und ließ die Spanier im eigenen Stadion zunächst kaum zur Entfaltung kommen. Bereits in der 5. Minute wurde es für Valencia erstmals gefährlich, doch Claudio Pizarro, der anstelle von Torjäger Mario Mandzukic in der Startelf stand, kam bei einer scharfen Hereingabe von Franck Ribéry zu spät.

Der Franzose, von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuvor als "Schlüsselspieler" gewürdigt, hatte seine Rippenverletzung rechtzeitig auskuriert. Ribéry wurde in der 79. Minute ausgewechselt, für ihn kam Mario Gomez, der sein Saisondebüt nach überstandener Operation am Sprunggelenk feierte.

Die Münchener, die bei ihren bisherigen 15 Teilnahmen in der Königsklasse erst einmal schon in der Gruppenphase gescheitert waren (2002/2003), waren meist am Drücker. Immer wieder fanden sie mit schnellen Ballstaffetten im Mittelfeld Lücken in der Defensive von Valencia. Dem Spiel in die Spitze fehlte jedoch die Präzision. So war es Dante nach einem Eckball, der Valencias Keeper Vicente Guaita zu einer Glanztat zwang (18.).

Auf der anderen Seite blieb Manuel Neuer erst einmal ohne größere Beschäftigung, ehe er in der 32. Minute einen Schuss von Sofiane Feghouli klasse parierte. Es war die erste gefährliche Aktion der Gastgeber, deren Angriffe bis dahin von der konzentriert agierenden Bayern-Abwehr früh abgefangen wurden.

Nach dem Platzverweis gegen Barragán verloren die Bayern dann aber zunehmend ihre Ordnung und mussten einige brenzlige Szenen überstehen - so etwa bei einem weiteren Schuss des starken Feghouli kurz vor der Pause oder einem Kopfball von Torjäger Roberto Soldado in der 53. Minute. Zudem hatten die Bayern Glück, als Neuer an einem Eckball vorbeisegelte (60.). Die größte Chance bis dahin vergab der freistehende Soldado in der 62. Minute.

Auch in der Offensive hatten die Bayern immer größere Probleme gegen das Abwehrbollwerk von Valencia. Viel zu sehr suchten die Münchener den Weg durch die Mitte und wurden dabei immer wieder ohne größere Mühe abgefangen. Erst mit den Einwechslungen von Xherdan Shaqiri und Mandzukic nach 66 Minuten wurde das Spiel der Bayern wieder etwas zielstrebiger. Die besten Chancen hatten dabei Thomas Müller, der kopfballstarke Dante und Mandzukic.

Mit der Einwechslung von Gomez wurde der Druck noch weiter erhöht. Und Müller belohnte die Maßnahme mit dem Ausgleich. Kurz zuvor hatte Feghouli getroffen, nachdem sein Schuss von Dante abgefälscht worden war.

Bei den Bayern konnten am ehesten noch Dante und der bemühte Alaba gefallen. Bei Valencia waren Feghouli und Éver Banaga am auffälligsten.