Beckham will ein "letztes Hurra"
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David Beckham will ein "letztes Hurra": Nach fünf Jahren in Hollywood verlässt Englands glamouröse Fussball-Ikone U.S.-Meister Los Angeles Galaxy vorzeitig und sucht für das Ende seiner Laufbahn nochmal eine neue "große Herausforderung". Allerdings stellte der 37-Jährige, der ein Jahr vor Ende seines Vertrages Abschied nimmt, bei seiner Ankündigung auch schon wieder eine Rückkehr in die U.S.-Profiliga MLS in Aussicht: als Vereinsbesitzer.

"Für den Fussball gibt es keine Grenzen in diesem wundervollen Land, und ich möchte für immer dabei sein, wie er weiter wächst", begründete Beckham seine langfristige Lebensplanung. Wo jedoch seine mutmaßlich letzte Station als Profi nach glanzvollen Jahren in seiner Heimat bei Manchester United (ein UEFA Champions-League-Triumph und sechs Meisterschaften), in Spanien bei Real Madrid und L.A. (jeweils eine Meisterschaft) liegen wird, ließ der Spice Boy zumindest vor seiner für Dienstag angekündigten Pressekonferenz offen.

Hartnäckig halten sich vor Beckhams Abschiedsspiel für Galaxy am 1. Dezember im MLS-Finale gegen Houston Dynamo Spekulationen über ein Engagement in Australien. Mehr als nur Sympathie dürfte Beckham aber auch für eine Rückkehr nach England empfinden - symbolträchtiger ließe sich der Kreis für den Ex-Kapitän der Three Lions wohl kaum schließen.

Ein neuerliches Abenteuer bei einem europäischen Spitzenklub wie bei zwei Ausleih-Intermezzi für den AC Mailand hingegen erscheint eher unwahrscheinlich. Zwar hatte Paris St. Germain vergeblich mit seinen Scheich-Millionen noch vor Jahresfrist um die Gunst des Zuschauermagneten gebuhlt, doch ist Beckham inzwischen wohl tatsächlich zu alt, auf jeden Fall schon zu häufig verletzt und sicherlich auch schon zu lange über seinen Zenit hinaus für einen Vertrag bei einem Eliteverein.

In Australien dagegen löste alleine schon die Nachricht vom Goodbye des Idols in Los Angeles ungeachtet bisheriger Dementis beinahe schon eine "Beckham-Mania" aus. "Man muss sich einmal vorstellen", sagte Kapitän Fred von Melbourne Heart schmunzelnd, "wie viele Frauen durch ihn in die Stadien kommen würden." Heart-Chef Scott Munn kündigte prompt an, "dass wir ein Angebot machen werden, das er sicher prüfen wird".

Auch Ex-Meister Perth Glory machte aus seinen Ambitionen, Beckham nach dem Vorbild von Italiens Altstar Alessandro Del Piero (Sydney FC) auf den Fünften Kontinent zu locken", keinen Hehl: "Beckham spielt im MLS-Finale zum letzten Mal für Galaxy. Das Rennen ist eröffnet." Medienberichten zufolge soll Beckham in der schon laufenden A-League-Saison als "Spätstarter" für zehn Spiele noch einmal umgerechnet 1,64 Millionen Euro verdienen können.

Mehr als vermutlich schon alles Geld der Welt - Beckham verdiente alleine bei Galaxy seit 2007 über 30 Millionen Euro - dürfte den Freistoß-Spezialisten eine weitere Aufgabe als Fussball-Entwicklungshelfer reizen. "Zweifellos ist die MLS in den USA und im Ausland durch David Beckham mittlerweile populärer und auch wichtiger als bei seiner Ankunft", sagte Liga-Chef Don Garber zur Bedeutung der Zugnummer aus dem Fussball-Mutterland: "Wir freuen uns auf sein weiteres Engagement in der MLS."

Das scheint der 115-malige englische Nationalspieler auch konkret für seinen Ruhestand zu planen. In weiser Voraussicht hatte sich Becks bei seinen früheren Vertragsverhandlungen mit der MLS schon Sonderkonditionen für einen Einstieg als Teilhaber bei einem U.S.-Klub zusichern lassen.

Zumal eine solche Tätigkeit sich gut mit Kalifornien als Lebensmittelpunkt seiner gesamten Familie mit Spice Girl Victoria und den vier Kindern vereinbaren ließe. "Wir sind unglaublich glücklich in Amerika", sagte Beckham schon zu Jahresbeginn bei der Unterzeichnung seines zweiten Vertrags mit Galaxy: "Wir lieben das Leben hier."