Elfsborg: Heimstärke als Schlüssel zum Titel
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Europas Top-Ligen haben im November gerade einmal ein Drittel ihrer Saisons absolviert, da werden in Skandinavien bereits die Meister gekrönt. Nach FH Hafnarfjördur auf Island und HJK Helsinki in Finnland feierte am abgelaufenen Wochenende IF Elfsborg in der schwedischen Allsvenskan nach einem packenden Saisonfinale den sechsten Titelgewinn seiner Geschichte.

Der Klub aus der Stadt Boras machte den Titelgewinn nach einem spannenden Endspurt am 30. und letzten Spieltag perfekt. Elfsborg reichte ein 1:1 gegen Atvidabergs FF, da Verfolger Malmö FF zeitgleich mit 0:2 bei AIK Solna unterlag. Der neue Meister schloss die Tabelle mit 59 Punkten vor dem Überraschungsteam BK Häcken (57) und Malmö (56) ab.

Ein packender Schlussspurt
Dass es in den letzten Runden noch einmal richtig spannend wurde, hatte sich Elfsborg dabei selbst zuzuschreiben. Vor der Sommerpause lagen die Gelben schon acht Punkte in Front und Trainer Jörgen Lennartsson analysierte: "Vor der Pause haben wir sieben Spiele in Folge gewonnen. Hinten standen wir unglaublich sicher und vorne haben wir nicht viele Chancen für ein Tor benötigt."

Doch in der Rückserie schienen die Nerven zu flattern. Punkt für Punkt holten die Verfolger auf und sieben Spieltage vor dem Ende stürzte Häcken den strauchelnden Favoriten von der Tabellenspitze. Im Titel-Endspurt entwickelte sich bis zur letzten Runde ein Dreikampf zwischen Häcken, Malmö und Elfsborg. Eben diese Dramatik hatte der Meistertrainer schon vor wenigen Wochen befürchtet: "Häcken hat einen fantastischen Sturm, Malmö lässt sich einfach nicht abschütteln und AIK (Solna) hat das Potenzial, alle Gegner in Grund und Boden zu spielen. Es wird ein ganz enges Titelrennen, das vermutlich erst am letzten Spieltag entschieden wird."

Ein Häcken-Trio ist nicht zu stoppen
Er behielt recht, doch, für ihn glücklicherweise, durfte sein Team erstmals nach 2006 wieder die Meisterschaft feiern. "Wir waren an 23 von 30 Spieltagen Tabellenführer, deshalb denke ich, dass wir verdient Meister geworden sind." Für Lennartsson war es gleich der Titel im ersten Jahr als Elfsborg-Cheftrainer. Zuvor hatten die Südschweden unter Vorgänger Magnus Haglund seit dem letzten Triumph sechsmal in Folge die Allsvenskan unter den Top Vier beendet.

Vor allem auf eines konnten sich die Schweden in diesem Jahr wahrlich verlassen: die Heimstärke. In 15 Spielen vor eigenem Publikum holte das Lennartsson-Team zwölf Siege und drei Unentschieden - als einziges Team blieb man in Heimspielen unbesiegt. Dass man mit sieben Niederlagen insgesamt die meisten Pleiten aller Teams (gemeinsam mit Häcken) in den Top Sieben der Tabelle kassierte, konnte genauso kompensiert werden wie die Tatsache, dass man zwar insgesamt die meisten Siege einfuhr, aber in den Statistiken Meiste Tore, Wenigste Gegentore sowie Beste Tordifferenz anderen Teams den Vortritt lassen musste.

Vor allem in Sachen Treffsicherheit war Vize-Meister Häcken nicht zu stoppen. 67 Mal netzten die Göteborger ein - mehr Tore in einer Saison erzielte zuletzt nur Kalmar FF, der 2008 Meister wurde (70). Allein Torschützenkönig Majeed Waris (22 Treffer), Renè Makondele (12) und Martin Ericsson (8) erzielten zusammen fast Zweidrittel aller Treffer. Am Ende reichte es mit Rang zwei immerhin zur besten Platzierung der Klubgeschichte.

Helsingborg enttäuscht auf ganzer Linie
Enttäuschend dagegen verlief die Saison für den entthronten Double-Champion Helsingborgs IF. Der aktuelle UEFA Europa League-Teilnehmer blieb schlussendlich nur Rang fünf und muss in der nächsten Europapokalsaison zuschauen.

Den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit treten Örebro SK und GAIS Göteborg an.