BVB bei Bayer "ein echtes Spitzenspiel"
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Jürgen Klopp und Borussia Dortmund sind bereit. "Das ist ein absolutes Spitzenspiel, nicht nur wegen der Tabellensituation, sondern auch aufgrund der Qualität beider Mannschaften", sagte der Meistercoach von Borussia Dortmund vor dem Verfolgerduell des 20. Bundesliga-Spieltages am Sonntag (17:30 Uhr) bei Bayer Leverkusen und zollte den um einen Punkt besseren Rheinländern eine Menge Respekt. Bereits um 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Nürnberg Borussia Mönchengladbach.

Zwar hat Klopp in seiner Zeit beim BVB noch nie in Leverkusen verloren, auch das Hinspiel mit 3:0 gewonnen und mit sechs Punkten und 8:0 Toren einen perfekten Rückrundenstart hingelegt, dennoch hob er warnend den Zeigefinger. Besonders das 0:0 von Bayer am vergangenen Wochenende in Freiburg hatte es Klopp angetan. "Das war Hauen und Stechen auf höchstem Niveau und ein richtig gutes Fussballspiel", ergänzte der 45-Jährige.

Deshalb werde der Auftritt in der BayArena "eine große Herausforderung und richtig harte Arbeit", prophezeite Klopp in der Pressekonferenz am Freitag. Immerhin holte Leverkusen 24 von 19 möglichen Punkten aus den letzten acht Begegnungen und ist unter dem Trainergespann Sami Hyymiä und Sascha Lewandowski zu Hause unbesiegt. Genügend Fakten also für eine hochklassige und unterhaltsame Partie.

Beide Trainer kennen ihre Gegner genau. "Der BVB ist individuell stark und uns einen Schritt voraus. Sie spielen schon einige Jahre zusammen. Wir haben ja mit unserer Arbeit erst letzten Sommer begonnen und hatten folglich noch nicht so viel Zeit", erklärte Hyypiä. Gegen den BVB wolle man beweisen, dass man sich auch schon entwickelt habe, "und natürlich unsere Heimserie fortsetzen". Aber, relativierte der Finne, sei dieses Spiel für Bayer "nicht wichtiger als die zwei zuvor".

Im Tabellenkeller stehen die Nürnberger nach dem 0:3 beim BVB unter Druck. Vor Spiel drei nach dem Abschied von Trainer Dieter Hecking in Richtung Wolfsburg wurde der Club kurz vor Ende der Transferperiode aktiv und verpflichtete Berkay Dabanli (Kayserispor), Mu Kanazaki (Nagoya Grampus/beide ablösefrei) sowie Muhammed Ildiz (Rapid Wien). Die Stimmung ist angespannt, ein 0:5 im Testspiel am vergangenen Sonntag in Regensburg hinterließ Spuren.

Sportvorstand Martin Bader resümierte: "Wir brauchen den Konkurrenzkampf im Kader und müssen aus dem Spiel in Dortmund und Regensburg die richtigen Schlüsse ziehen." Und lässt Kritik an Trainer Michael Wiesinger nicht zu. Eine ausführliche Bewertung seiner Arbeit werde es am Ende der Saison geben, so Bader.

Mit breiter Brust kommen die Gladbacher ins Frankenland. Seit neun Pflichtspielen (sieben in der Liga) sind sie ungeschlagen. Nach der 2:3-Heimniederlage in der Hinrunde hat die Mannschaft von Trainer Lucien Favre noch etwas gutzumachen. "Wir sind jedoch inzwischen stabiler als zu Saisonbeginn. Wir wollen punkten, müssen aber in der Offensive noch mehr Durchschlagskraft zeigen", sagte der Schweizer. Trotz der Nähe zu den Europapokal-Plätzen will er die Saisonziele nicht neu formulieren.