Heynckes: "Ich gehe kein Risiko ein"
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Nach dem glanzlosen 2:0-Erfolg beim VfB Stuttgart am 19. Bundesliga-Spieltag stellte sich Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes den Fragen der Journalisten.

Herr Heynckes, wie fällt Ihr Fazit nach dem 2:0 beim VfB Stuttgart aus?
Meine Mannschaft hat sich sehr konzentriert auf die Begegnung eingestellt. Wir haben sehr souverän gespielt, hatten eine sehr gute Grundordnung in unserem Spiel. Wir haben es in der ersten Halbzeit aber versäumt, etwas zielstrebiger zu sein. Der letzte Pass ist nicht angekommen. Das habe ich in der Pause auch reklamiert, dass wir leidenschaftlicher im und um den gegnerischen Strafraum agieren müssen.

Wie haben Sie die Szene zum 1:0 gesehen, das Cristian Molinaro verschuldet hat?
Das ist typisch für uns in dieser Saison. Unser Umschaltspiel funktioniert wesentlich besser als letzte Saison, das Spiel gegen den Ball. Der Gegner wird zu Fehlern gezwungen, das war auch vor dem 1:0 der Fall. Ich hatte ab da ein sehr gutes Gefühl gehabt, dass wir das Spiel auch gewinnen. Meine Mannschaft hat sehr souverän agiert. Ich hatte insgesamt den Eindruck, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Kompliment an meine Truppe. Ich bin natürlich sehr zufrieden.

Sie haben ungewöhnlich spät gewechselt. Arjen Robben kam gar nicht ins Spiel. Was hat Sie dazu bewogen, und befürchten Sie Unruhe?

Ich denke, dass das normal ist, wenn man so eine Bank hat, dass die Spieler auch enttäuscht sind, wenn sie nur ein paar Minuten oder gar nicht spielen. Das ist verständlich. Nur: Bei uns hat der Sieg Priorität und nicht, ob man einem Spieler noch 20 Minuten gibt oder nicht. Ich gehe überhaupt kein Risiko ein, vor allem wenn die Mannschaft gut funktioniert, wenn die Spieler kräftemäßig noch gut beieinander sind. Das müssen die Spieler akzeptieren. Sie kennen mich. Sie wissen genau, dass ich ab übernächste Woche, wenn wir wieder den Samstag-Mittwoch-Samstag-Rhythmus haben, auch wieder rotieren werde. Aber im Moment habe ich nicht die Notwendigkeit gesehen. So ist das, ganz simpel.

Ist dem FC Bayern bei elf Punkten Vorsprung die Meisterschaft eigentlich noch zu nehmen?

Wir haben noch 15 Pflichtspiele, es sind noch sehr viele Punkte zu vergeben. Das wäre ein großer Fehler, wenn wir uns jetzt zurücklehnen und sagen würden, das ist schon gegessen. Das machen wir auf keinen Fall. Wir haben einen respektablen Vorsprung, aber nichtsdestotrotz: Wir schauen auf uns, wir wollen unsere Spiele gewinnen und die Distanz so beibehalten. Ich denke, dass meine Mannschaft dazu auch in der Lage ist.