Perfekt: Guardiola ab Sommer Bayern-Trainer

Am Mittwoch war der Super-Deal mit Pep Guardiola perfekt: Der langjährige Erfolgstrainer des FC Barcelona wird ab Sommer als Nachfolger von Jupp Heynckes den deutschen Rekordmeister Bayern München übernehmen - Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm statt Lionel Messi und Andres Iniesta heißt es ab 1. Juli für den Spanier.

Es ist eine der größten Transfer-Sensationen in der fast 50-Jährigen Bundesliga-Historie, der den Bayern drei Tage vor dem Rückrunden-Auftakt gegen die SpVgg Greuther Fürth wohl geglückt ist. Die Münchener Führungsriege hatte am Mittwochnachmittag getagt und dabei auch Heynckes über den Beschluss informiert. Der 67-Jährige hatte die Sitzung wortlos verlassen.

Guardiola soll angeblich beim FC Bayern einen Dreijahresvertrag bis 2016 unterschreiben. Er hatte bis Sommer 2012 den FC Barcelona trainiert und seitdem in New York eine Auszeit vom Fussball genommen. Vor zwei Wochen hatte er aber seine Rückkehr angekündigt. Mit Barça gewann der 42-Jährige, der auch von den englischen Spitzenklubs Manchester City und United sowie dem FC Chelsea heftig umworben wurde, 14 Titel, darunter zweimal die UEFA Champions League und den Weltpokal.

Der frühere spanische Nationalspieler beerbt Heynckes, dessen Vertrag noch bis 30. Juni läuft und nicht verlängert wurde. Heynckes soll die Münchener aber in der Rückrunde möglichst noch zu drei Titeln führen, nachdem die erfolgsverwöhnten Bayern in den vergangenen zwei Jahren leer ausgegangen waren.

Guardiola imponieren besonders die Philosophie und die gefestigten Strukturen der Münchener. Dies hat letztendlich wohl den Ausschlag gegen die äußerst finanzkräftigen Klubs aus England oder auch aus Frankreich (Paris St. Germain) gegeben. Der FC Chelsea hatte angeblich sogar 22 Millionen Euro Jahresgehalt geboten.

Der 47-malige Nationalspieler begann seine Trainerkarriere 2007 bei der zweiten Mannschaft von Barça. Ab 2008 bis 2012 war er dann für die Stars verantwortlich. Der offensiv ausgerichtete Fussball von Barça gilt seitdem weltweit als das Nonplusultra. Unter der Leitung von Guardiola entwickelten sich Spieler wie Lionel Messi, Xavi oder Andres Iniesta zu Weltstars.

Guardiola ist in der Bundesliga-Geschichte der neunte ausländische Coach der Münchener. Zuletzt waren die Niederländer Louis van Gaal und Andries Joncker bei den Bayern in verantwortlicher Position gewesen.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits verstärkt Spekulationen gegeben, dass der Erfolgscoach bei den Bayern anheuert. So hatte Sky Italia schon am Dienstag von einer Einigung berichtet. Zwischenzeitlich hieß es aber, dass Guardiola nun doch ein Engagement auf der Insel dem Job beim FC Bayern vorziehen würde.

Die Vorlage hatte er selbst geliefert, als er am Dienstag die englische Premier League in den höchsten Tönen lobte. Er hoffe, "dass ich in der Zukunft die Chance bekomme, da Trainer zu sein", sagte er dem englischen Verband FA anlässlich dessen 150-jährigen Bestehens. Es war aber offenbar nur ein geschicktes Ablenkungsmanöver.

Die Bayern wollten angesichts der sich häufenden Spekulationen noch vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres für Klarheit sorgen. Ansonsten hätte die Trainerdebatte durchaus für Unruhe sorgen können, auch wenn sich die Münchener bis zuletzt locker gezeigt hatten. "Wir haben einen super Trainer. Die Entscheidung wird so sein, dass diese Superlösung bleibt oder wir eine neue Superlösung präsentieren werden. Das ist die Aussage", sagte Sammer unlängst.

Der Sport-Vorstand sah bis Mittwoch ohnehin wichtigere Themen - und die betrafen ausschließlich die Mannschaft. Diese dürfe sich auf der beeindruckenden Hinrunde nicht ausruhen. "Die Botschaft kann nicht sein: Es ist alles gut. Wir dürfen uns nicht blenden lassen. Wir müssen zu dem, was wir in der ersten Halbserie gespielt haben, in aller Konsequenz zurückkehren. Das muss die Orientierung sein", forderte Sammer.

Auch Heynckes hat die Mannschaft noch einmal eindringlich in die Pflicht genommen. "Unsere Körpersprache passt nicht", sagte der Bayern-Coach am Dienstag in einer Teamsitzung: "Das Umschalten von Offensive zu Defensive gefällt mir gar nicht." Was Heynckes von seinem Nachfolger hält, bleibt indes bis auf Weiteres offen.