Rode träumt in Abu Dhabi von Europa
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Sebastian Rode erlebt seinen Höhenflug wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Doch auch im Trainingslager am Persischen Golf genießt der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt den Moment - in aller Bescheidenheit, trotz aller Nebengeräusche. Denn sein außergewöhnliches Talent hat Begierden geweckt bei der Konkurrenz, die Fragen nach seiner Zukunft beim Bundesliga-Aufsteiger über 2014 hinaus werden ihn bis zu seiner endgültigen Entscheidung begleiten.

Am Freitag war der Name Rode mal wieder in aller Munde. Die Bild-Zeitung schrieb, Bayern München habe die Fühler ausgestreckt. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen dementierte, natürlich: "Es gibt keinen Kontakt. Ich bin mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gut befreundet, und keiner hat sich wegen Rode bei mir gemeldet." Seit Wochen geht das so. Der 21-Jährige steht im Mittelpunkt eines Kreislaufes aus Gerüchten und Dementis.

Er selbst lässt nur so viel durchblicken: "Mein Ziel ist es, international zu spielen. Wenn ich das mit der Eintracht schaffen könnte, wäre das sensationell." Aber unter anderem auch Leverkusen oder Borussia Dortmund wird Interesse an einer Verpflichtung nachgesagt. "Ich konzentriere mich auf die Rückrunde, darüber hinaus ist mein Berater mit der Eintracht in Kontakt", sagt Rode.

Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner bezeichnet das Eintracht-Juwel kurzerhand als "unverkäuflich" und verweist auf die verbleibende Vertragslaufzeit von anderthalb Jahren. "Wir gehen davon aus, dass er die erfüllt. Und wir werden alles daran setzten, dass er verlängert. Er ist ein fester Bestandteil des Erfolgs. Er hat sich bei uns unheimlich entwickelt, und ich denke, es ist gut für ihn, wenn er sich auch weiterhin bei uns entwickelt", sagt Hübner.

Aber der Manager weiß auch, dass die Eintracht zweiter Sieger ist, sollte sich Rode unter anderem für das Geld entscheiden. Besonders das Interesse des deutschen Meisters aus Dortmund schmeichelt dem einstigen Borussen-Fan. Er habe früher sogar in BVB-Bettwäsche geschlafen, berichtete der Musterschüler von Trainer Armin Veh.

Der Ex-Gladbacher Veh weiß um die Qualitäten und den Wert seines Kämpfers, der mit solider Technik, großer Zweikampfstärke und immenser Laufleistung zuletzt Bestnoten in Serie sammelte und sich bereits auf dem Sprung ins Nationalteam befindet. Aber auch die Eintracht will Rode Perspektiven bieten - zum Beispiel die Qualifikation für die UEFA Europa League.

"Wir sind mit zwei Siegen in die Winterpause gegangen. Das war sehr wichtig für uns. Wir wollen zunächst einmal die 40-Punkte-Marke erreichen und uns erst dann neue Ziele setzen", sagte Rode im warmen Abu Dhabi. Einer der derzeit begehrtesten Profis der Liga glaubt an das Potenzial seiner Mannschaft - wie auch Coach Veh.

"Er hat uns für die Rückrunde Mut gemacht. Der Trainer ist richtig heiß und sagt uns immer wieder, dass wir noch besser werden können", sagte der U-21-Nationalspieler, der einst seine Karriere in Griesheim begann und über Darmstadt 98 und Kickers Offenbach für eine Ablösesumme von 250.000 Euro den Weg zur Eintracht fand. "Er ist ein Riesenkicker mit außergewöhnlichen Fähigkeiten", urteilte jüngst Ex-Weltmeister Andy Möller.

Selbst wenn Rode seinen Vertrag in Frankfurt erfüllen wird, sein Weg zu einem größeren Klub dürfte über kurz oder lang vorgezeichnet sein. Doch zunächst geht es für den Frankfurter Publikumsliebling am Samstag zurück nach Deutschland mit der Konzentration auf den Rückrundenstart gegen Leverkusen. Rode sagt: "Dann zählt's wieder!"