Lambertz: "Ich kratze, kämpfe, beiße und spucke"
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Es gibt einige Spieler in der Bundesliga, die mit ihrem Verein durch Höhen und Tiefen gehen. Fortuna Düsseldorfs Kapitän Andreas Lambertz hat diese Metapher sprichwörtlich genommen und ist mit seinem Klub von ganz unten bis nach ganz oben gegangen.

Lumpi, wie er von seinen Teamkollegen und den Fans liebevoll gerufen wird, spielt seit mehr als zehn Jahren für den Traditionsklub aus dem Rheinland. Der 28-Jährige ist zudem seit diesem Sommer ein echter Rekordhalter, denn er ist der einzige Bundesliga-Akteur in der 50-jährigen Geschichte des deutschen Oberhauses, dem es gelungen ist, mit seinem Verein von der vierten bis in die erste Liga aufzusteigen.

"Ich sage immer, dass man sich ein Ziel nach dem anderen setzen muss. Ich bin auf jeden Aufstieg, den wir geschafft haben, sehr stolz. Doch insgesamt ist dieser persönliche Rekord nur ein schöner Nebeneffekt, da der Weg in die erste Liga viel wichtiger war", ließ der Spielführer im Interview mit FIFA.com bescheiden verlauten.

Kämpfernatur par excellence
Es liegt nicht in der Natur des defensiven Mittelfeldspielers, überschwänglich zu werden, denn der Name Lambertz steht für etwas anderes. "Ich fresse Gras, das ist meine Art, Fussball zu spielen. Ich gebe nie auf, kratze, kämpfe, beiße und spucke", erklärte der 1,75 Meter große Rheinländer seine Spielweise auf dem Platz.

Auch dank seiner Tugenden blickt der Aufsteiger auf ein erfolgreiches erstes halbes Jahr in der Bundesliga. Die Fortuna belegt einen respektablen 13. Platz nach der Hinrunde, hat mit 21 Punkten einige Zähler mehr auf dem Konto, als viele Experten zu Saisonbeginn erwartet hatten und scheiterte nur knapp am Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals.

"Wir haben uns bislang richtig gut präsentiert. Wenn es uns in der Rückrunde gelingt, an die Leistungen aus der Hinserie anzuknüpfen, werden wir den Klassenerhalt schaffen und in der Bundesliga bleiben. Wir haben 21 Punkte geholt, mit weiteren 15 Zählern kann man direkt drin bleiben", resümierte Lambertz sein erstes halbes Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse.

Lambertz schwärmt von seiner "zweiten Heimat"
Selbstbewusst zeigt sich der ehemalige Jugendspieler von Borussia Mönchengladbach im Gespräch mit FIFA.com, verliert dabei aber nie seine sympathische Ausstrahlung, die ihn auch bei seiner "zweiten Heimat", der Fortuna, so beliebt hat werden lassen.

"Ich fühle mich hier sehr wohl und kenne mittlerweile sehr viele Menschen aus dem Klub und dem Umfeld, das ist echt klasse. Vor allem die Fans, die uns auch in einer Phase unterstützt haben, in der es für uns überhaupt nicht lief, haben es mir angetan. Solche Anhänger wie in Düsseldorf, gibt es nirgendwo sonst", schwärmte Lumpi von seinem Verein, wie man es nur selten von einem Profi hört.

Lambertz weiß, wovon er spricht, denn die Unterstützung der Fortuna-Fans ist tatsächlich einmalig. Da kam es schon mal vor, dass Lambertz in der dritten Liga vor einer Rekordkulisse spielte, wie er sich, angesprochen auf den schönsten Aufstieg, erinnerte.

"Alle Aufstiege waren schön. Der dramatischste war sicherlich der letzte, da wir in zwei Partien in der Relegation um Alles oder Nichts gespielt haben. Das war spannend ohne Ende, ein geiles Gefühl und Emotionen pur. Trotzdem muss ich sagen, dass der Aufstieg von der dritten in die zweite Liga in der Partie gegen Werder Bremen II vor 50.000 Zuschauern in der heimischen Arena unvergessen bleibt", blickte der zweifache Familienvater auf die Rekordkulisse zurück.

Der Vertrag der Nummer 17 läuft noch bis Juni 2014, doch es könnte gut sein, dass der Publikumsliebling noch einige Jahre mehr für seinen Klub aktiv sein wird. Lambertz jedenfalls ist heilfroh, auf sein Herz gehört zu haben und immer noch das Trikot und die Kapitänsbinde der Fortuna zu tragen.

"Es ist immer eine Ehre, Kapitän zu sein. Wenn es sich dann auch noch um einen großen Traditionsverein wie Fortuna Düsseldorf handelt, mit dem ich schon alles mitgemacht habe, freut es mich umso mehr, diese Position zu bekleiden. Es ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit, die man geleistet hat", erklärte der "Düsseldorfer des Jahres 2007" abschließend.

Die Fortuna-Anhänger wird es freuen, das zu hören, denn sie setzen weiterhin auf die Leistungen des Vorzeige-Profis der im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz treue Seele ist.