Alle Bayern-Verfolger patzen
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Titelverteidiger Borussia Dortmund hat vor dem Gipfeltreffen bei Spitzenreiter Bayern München gepatzt. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp kam am 14. Spieltag der Bundesliga gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf nicht über ein enttäuschendes 1:1 (1:0) hinaus. Die Münchener können mit einem Sieg beim SC Freiburg am Mittwoch den Vorsprung vor dem Topspiel gegen Dortmund (26 Punkte) auf elf Zähler ausbauen und damit die Herbstmeisterschaft vorzeitig perfekt machen.

Zwei weitere Verfolger der Bayern patzten ebenfalls. Dortmunds Revierrivale Schalke 04 verlor beim Hamburger SV 1:3 (0:0), Eintracht Frankfurt (beide 24) unterlag im Rhein-Main-Derby gegen FSV Mainz 05 ebenfalls mit 1:3 (0:2). Hannover 96 beendete seine Mini-Krise durch einen 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth.

Zwölf Minuten und zwölf Sekunden lang war es in fast allen Fussballstadien still. Die Fans schwiegen zunächst aus Protest gegen das Sicherheitskonzept "Sicheres Stadionerlebnis" der Deutschen Fussball Liga (DFL). Nach dem Motto "Ohne Stimme - keine Stimmung" unterstrichen sie ihre Kritik an dem Papier. Nur in Hannover verkürzten die 96-Anhänger spontan ihr Schweigen. Nach dem 1:0 durch Mame Diouf in der vierten Minute wurde wie gewohnt gejubelt und angefeuert.

Dortmund tat sich vor 80.100 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften WM-Stadion im ersten Durchgang schwer, eine Lücke in der Abwehr der ersatzgeschwächten Gäste zu finden. Ohne die verletzten Mario Götze und Ilkay Gündogan musste der BVB gegen das Bollwerk der Rheinländer viel Geduld beweisen. Jakub Blaszczykowski sorgte nach schöner Kombination für die Pausenführung (43.). Nach dem Wechsel wurden auch die Gäste offensiver und wurden durch den Ausgleich von Stefan Reisinger belohnt (78.). Kevin Großkreutz vergab in der 83. Minute die größte Chance für den BVB zum Sieg. Bei den Gästen sah Ivan Paurevic in der 87. Minute Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels.

Maximilian Beister schoss den ohne den verletzten Rafael van der Vaart spielenden HSV gegen Schalke in der 52. Minute in Führung. Schalkes Schlussmann Lars Unnerstall machte dabei keine gute Figur. Beim 2:0 durch Artjoms Rudnevs (65.) war Unnerstall machtlos. Klaas-Jan Huntelaar gelang der Anschlusstreffer im Nachschuss (80.), zuvor war der Niederländer mit einem Handelfmeter an Rene Adler gescheitert. Milan Badelj sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter für die Entscheidung (90.+2).

In Frankfurt fanden die Gastgeber in der ersten Halbzeit überhaupt nicht in die Begegnung und lagen nach Gegentreffern von Andreas Ivanschitz (18.) und Shawn Parker (42.), der sein zweites Bundesligaspiel absolvierte, verdient in Rückstand. Die Mainzer spielten frech auf, die Eintracht kam nicht zu ihrem gewohnten Offensivspiel. Nikolce Noveski schoss die starken Mainzer kurz nach der Pause sogar mit 3:0 in Front (52.), ein Eigentor von Ádám Szalai gab der Eintracht noch einmal etwas Hoffnung zurück (55.). Der Mainzer Julian Baumgartlinger sah in der 88. Minute Gelb-Rot.

Fürth zeigte in Hannover zwar eine ordentliche Vorstellung, bleibt mit acht Punkten aber auf einem Abstiegsplatz. Fürth hatte nach dem frühen Rückstand durch Diouf einige gute Möglichkeiten, scheiterte aber immer wieder an 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler. Innenverteidiger Mario Eggimann sorgte per Kopf für die Entscheidung (69.).

Am Mittwoch stehen fünf weitere Begegnungen in der Bundesliga an. Neben dem Gastspiel des FC Bayern in Freiburg gastiert Bayer Leverkusen bei Werder Bremen. Borussia Mönchengladbach erwartet den VfL Wolfsburg, der VfB Stuttgart trifft auf Schlusslicht FC Augsburg. Im Kellerduell stehen sich der 1. FC Nürnberg und 1899 Hoffenheim gegenüber.