Arsenal vor Bayern-Duell am Boden
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Verzockt, gedemütigt, enttäuscht: Arsène Wenger hatte nach der verpatzten Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel in der UFEA Champions League gegen Bayern München am Dienstag (20:45 Uhr) die Nase gestrichen voll. "Es ist schmerzhaft und enttäuschend, so zu verlieren", sagte der Fussball-Intellektuelle aus dem Elsass nach dem 0:1 (0:0) im FA-Cup-Achtelfinale gegen den Zweitligisten Blackburn Rovers. Allerdings hatte Wenger großen Anteil an der Blamage: Die Strategie, Lukas Podolski, Per Mertesacker und zahlreiche weitere Top-Kräfte für das Duell mit den Bayern zu schonen, schlug gründlich fehl.

Der Teammanager der Gunners versuchte, die Pleite schnell abzuhaken, allerdings klangen Wengers Ausführungen wie Durchhalteparolen: "Es ist wichtig, dass wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren. Es gibt uns Gelegenheit, zu zeigen, dass wir Charakter haben, dass wir Männer sind, die füreinander kämpfen. Das ist alles, was wir tun können."

Dennoch analysierte er auch schonungslos. "Uns haben Rücksichtslosigkeit und Ruhe vor dem Tor gefehlt, wir haben nicht genug aus unseren Eckbällen gemacht, und am Ende waren wir für Fehler anfällig. Wir waren nicht gut genug, um dieses Spiel zu gewinnen", sagte Wenger nach dem Spiel gegen den ambitionierten Premier-League-Absteiger, der in der 2. Liga aber derzeit auch nur den achten Platz belegt.

So verabschiedeten die völlig enttäuschten Arsenal-Anhänger ihr Team mit einem Pfeifkonzert aus dem Emirates Stadium, ein Fan schrie dem Coach enttäuscht hinterher: "Du hast den Cup nicht respektiert, Wenger!" Der Franzose, der in seinem 17. Jahr bei den Londonern eine seiner kompliziertesten Spielzeiten erlebt, wies den Vorwurf wenig später kurz angebunden zurück, obwohl er neben seinen deutschen Nationalspielern auch Stars wie Jack Wilshere, Sanzi Cazorla oder Theo Walcott geschont hatte: "Bei uns standen elf Nationalspieler in der Startelf."

26 mehr oder weniger große Chancen hatte Arsenal vergeben, mit Ausnahme einer Drangperiode in der letzten Viertelstunde agierte die Offensive erschreckend kopflos. Das Tor erzielte auf der Gegenseite Colin Kazim-Richards (72.). In einer ähnlichen Verfassung droht den Gunners gegen den derzeit so starken deutschen Rekordmeister am Dienstag ein Albtraum auf heimischem Boden.

Eine ähnlich schwierige Saison macht der FC Chelsea durch. Der Champions-League-Sieger, der als erster Königsklassen-Gewinner schon in der Gruppenphase gescheitert war, kann angesichts von 16 Punkten Rückstand in der Premier League auf Rekordchampion Manchester United auch die Meisterschaft abhaken. Dass der neue Trainer Rafa Benitez bei vielen Fans verhasst ist, macht die Situation noch komplizierter.

Aber immerhin hielten sich die Blues im FA Cup schadlos. Das Wiederholungsspiel gegen den Drittligisten FC Brentford, trainiert vom Deutschen Uwe Rösler, gewannen die Blues mit 4:0 (0:0). Die Tore erzielten Juan Mata (55.), Oscar (68.), Frank Lampard (71.) und John Terry (81.). Der Ex-Bremer Marko Marin saß bei Chelsea noch nicht mal auf der Bank. Auch Manchester City gab sich gegen den Zweitligisten Leeds United keine Blöße und gewann nach Toren von Yaya Toure (5.), Sergio Agüero (15., 74.) und Carlos Tevez (52.) ebenfalls 4:0 (2:0).