Lukas und der Weihnachtsmann: Fünf Geschenke für Wenger
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Der Ball kam von der linken Seite. Lukas Podolski stoppte ihn kurz mit rechts, zog mit links aus fünf, sechs Metern ab - Tor. Es war ein Treffer, schrieb der Guardian, "der jede Faser von Arsène Wengers malträtiertem Herzen erwärmte". Der Treffer von Podolski war eine Art Türöffner, es war das 1:0 beim FC Reading, und auf einmal ging alles ganz leicht für den FC Arsenal.

Am Ende gewannen die kriselnden Gunners 5:2 (3:0) gegen den Tabellenletzten der Premier League. Dank Podolski. Vor allem aber dank "Weihnachtsmann" Santi Cazorla: Der Spanier erzielte die Tore zwei bis vier für Arsenal. Wenger war die Erleichterung anzumerken. "Selten in 16 Jahren als Teammanager von Arsenal hat er unter mehr Druck gestanden", ahnte die Daily Mail.

In der Premier League war es bislang nicht gut gelaufen für die Gunners, und es mehren sich die Stimmen, die Wenger vorwerfen, sein Fussball sei ja bisweilen schön anzuschauen, nur: seine Mannschaften gewinnen nichts mehr. In der vergangenen Woche unterlag Arsenal dann auch noch hochnotpeinlich im Viertelfinale des Ligapokals - bei einem Viertligisten namens Bradford City.

"Haben wir in einer Krise gesteckt? Das kommt drauf an, was sie unter einer Krise verstehen", sagte Wenger nach dem Schützenfest in Reading und stichelte: "Wenn sie darunter verstehen, dass uns jeder abgeschlachtet hat, dann haben wir eine Super-Krise." Super oder nicht - von einer Krise sprach Wenger dann freilich doch. "Wir hatten große Spannungen vor diesem Spiel", räumte er ein.

Podolski öffnete dann früh die Türe (9.), danach half er dem Weihnachtsmann, Wenger weitere Geschenke zu überbringen. Cazorla, wegen seines Vornamens (Santi) von den englischen Medien gleich als "Santa Claus" tituliert, traf in der 32., 34. und 60. Minute. Das erste und dritte Tor des Spaniers legte jeweils Podolski auf. Die Sun gab Cazorla die Note Neun (von zehn), Podolski eine Sieben.

Bemerkenswert: Wenger hatte diesmal dem Drängen von Theo Walcott nachgegeben, ihn in der Mitte zwischen den Flügeln Podolski und Alex Oxlade-Chamberlain spielen zu lassen. Der als Mittelstürmer gekaufte Olivier Giroud saß nur auf der Bank. Das neue Trio habe ihn "an das Arsenal vergangener Tage erinnert", urteilte Ex-Nationalspieler Gary Neville als Experte beim Fernsehsender Sky.

Einige Beobachter sind allerdings noch längst nicht überzeugt. Der Guardian etwa urteilte, die jüngsten Vorstellungen von Podolski auf dem linken Flügel seien "nicht effektiv" gewesen. Sein Treffer zum 1:0 beim "Kanonenfutter" (Daily Mail) aus Reading sei freilich große Klasse gewesen, schrieb das Blatt: "Damit hätte er fast seine Ablöse von elf Millionen Pfund gerechtfertigt."

Und es reichte immerhin, um den Puls von Wenger etwas zu beruhigen.