Historische Erfolge winken am Tag der Entscheidungen
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Triumph oder Tragödie? Blech oder Edelmetall? Am letzten Spieltag des Olympischen Juniorinnen-Fussballturniers Nanjing 2014 entscheidet sich, wer mit einer Medaille um den Hals nach Hause fahren darf, und wessen Träume von einem Podiumsplatz jäh platzen.

Die Spiele
Spiel um den dritten Platz
MexikoSlowakei, Wutaishan Stadium, Dienstag, 26. August, 18:00 Uhr (Ortszeit)
Sowohl Mexiko als auch die Slowakei hätten die Bronzemedaille nach starken Vorstellungen mehr als verdient. In ihren Halbfinalduellen boten beide Mannschaften den favorisierten Gegnern aus Venezuela und China VR einen grandiosen Kampf und mussten sich nach dramatischen Partien letztlich nur ganz knapp geschlagen geben. Mit dem dritten Platz würden die Slowakinnen, die erstmals bei der Endrunde eines FIFA-Frauenturniers dabei sind, ein weiteres Kapitel ihrer beeindruckenden Erfolgsgeschichte schreiben. Auch für Mexiko wäre der Sprung aufs Treppchen ein historischer Erfolg.

Finale
VenezuelaChina VR, Wutaishan Stadium, Dienstag, 26. August, 20:45 Uhr (Ortszeit)
Vor eigenem Publikum werden die Chinesinnen alles daran setzen, ihre bislang guten Leistungen mit dem Gewinn der Goldmedaille zu krönen. Das Team von Trainer Lu Yiliang stürmte mit zwei souveränen Siegen als Gruppenerster ins Halbfinale gegen die Slowakei, konnte dort aber seine Überlegenheit nicht in Tore ummünzen und sich erst im Elfmeterschießen durchsetzen. Gegen Venezuela müssen die Asiatinnen vor allem ihre Chancenverwertung verbessern und ein besonderes Augenmerk auf Starstürmerin Deyna Castellanos werfen, die bereits sieben Turniertore erzielt hat.

Die Südamerikanerinnen sind in Nanjing mit insgesamt sechs Spielerinnen angetreten, die in diesem Jahr bereits an der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft in Costa Rica teilgenommen haben und dort den vierten Platz belegten. Ein Sieg im Finale des Olympischen Juniorinnen-Fussballturniers würde diese Generation unter Trainer Kenneth Zseremeta endgültig zu einer goldenen machen. Venezuela stellt nicht nur die bislang beste Offensive im laufenden Wettbewerb, sondern bewies zudem im Halbfinale Nerven- und Willensstärke, als man Mexiko in einer umkämpften Partie nach Elfmeterschießen bezwang. Verzichten muss das Team auf die gesperrte Verteidigerin Nikol Gonzalez.

Zahl des Tages
4
– Die Zahl 4 gilt in China als Unglückszahl. Belegt wird dieser Aberglaube durch die Tatsache, dass es eine chinesische Auswahl vor Nanjing vier Mal ins Endspiel eines FIFA-Frauenturniers schaffte (FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 1999, Olympisches Fussballturnier der Frauen 1996, FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2004 und 2006), aber nicht eines davon gewinnen konnte. Im fünften Anlauf soll nun endlich der erste Triumph gelingen.

Spielerin im Fokus
Zhang Jiayun (CHN)
Die chinesische Linksverteidigerin wird im Endspiel besonders gefordert sein, um einerseits mit ihren Abwehrkolleginnen die venezolanische Offensivreihe auszuschalten und überdies eigene Angriffe über den Flügel zu lancieren. Dies gelang der pfeilschnellen Zhang Jiayun im Spiel gegen Namibia besonders gut. Gegen die Afrikanerinnen setzte sie ihre Mitspielerinnen immer wieder gefährlich in Szene und erzielte sogar selbst zwei Tore.

Hätten Sie es gewusst?
Mexiko ist bereits zum 13. Mal bei der Endrunde eines FIFA-Frauenturniers dabei. Neben dem Olympischen Juniorinnen-Fussballturnier nahmen die Nordamerikanerinnen an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft (1999, 2011), dem Olympischen Fussballturnier der Frauen (2004), der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft (2002, 2006, 2008, 2010, 2012, 2014) und der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft (2010, 2012, 2014) teil. In Nanjing haben es die Mexikanerinnen dabei zum ersten Mal unter die letzten Vier geschafft.