Steffi Jones, Weltmeisterin 2003 und dreifache Europameisterin, ist seit 1. Januar 2008 Präsidentin des Organisationskomitees der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011.
Nicht zuletzt wegen der vielen Titelgewinne und ihres sozialen Engagements ist die ehemalige Abwehrchefin der DFB-Auswahl eine gleichermaßen beliebte wie angesehene Persönlichkeit des deutschen Sports.
"Wir freuen uns, dass wir mit Steffi Jones eine anerkannte und erfolgreiche Nationalspielerin als Präsidentin des OK 2011 gewinnen konnten", sagt DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger. Die OK-Präsidentin, die auch als Pendant zu Franz Beckenbauer, dem Präsidenten des OK der FIFA WM 2006, betrachtet wird, setzt sich intensiv für den Frauenfussball ein, etwa als Botschafterin der Stadt Frankfurt oder als Expertin bei den Länderspiel-Übertragungen des ZDF.
Im Jahr 2006 erhielt Steffi Jones den Hessischen Verdienstorden für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement. Immer wieder hatte sich die Tochter einer deutschen Mutter und eines amerikanischen Soldates für Integration und Toleranz – etwa als Schirmherrin bei "ballance 2006" – in Deutschland stark gemacht.
"Mit ihrem Engagement für die WM 2011 wird es ihr ganz sicher gelingen, den Stellenwert des Frauenfussballs international und national zu steigern. Ihre Nähe zur Basis wird helfen, unsere Anstrengungen im Mädchenfussball entscheidend weiterzuentwickeln. Sie ist durch ihre sympathische und natürliche Art eine erfolgreiche Repräsentantin der WM 2011", so Dr. Zwanziger.
Dabei ging der Weg von Steffi Jones nicht immer steil nach oben. Ohne Vater wuchs sie in dem problembeladenen Frankfurter Stadtteil Bonames auf. Im Kindergarten und während der ersten Schuljahre wurde sie wegen ihrer Hautfarbe gehänselt. Ihr älterer Bruder Christian wurde straffällig und drogensüchtig.
Im November 2006 musste die Familie einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Ihr "kleiner" Bruder Franky verlor mit 22 Jahren als Soldat der US-Streitkräfte beim Einsatz im Irak bei einem Bombenanschlag beide Beine.
Steffi Jones traf die richtige Wahl und steckte ihre Energie und Leidenschaft in den Fussball. Für sie wurde das Spiel mit dem Lederball zum Stoff, aus dem die wirklich großen Träume gemacht sind - Träume, die für Steffi Jones später Wirklichkeit werden sollten.
"Mit Blick auf die großartige Entwicklung des Frauenfussballs und die enormen Chancen, die sich durch die Austragung der WM 2011 im eigenen Land ergeben, nehme ich die Herausforderung als OK-Präsidentin und alle damit verbundenen Aufgaben sehr gerne an", sagt Steffi Jones.
Sie ist davon überzeugt, "dass wir mit der Begeisterung der WM-Siege 2003 und 2007 sowie den Erfahrungen der WM 2006 das 'Wiedersehen bei Freunden' in Deutschland zu einem Highlight mit weltweiter Signalwirkung für den Frauen- und Mädchenfussball werden lassen."
Lebenslauf
Name: Steffi Jones
Geburtstag: 22.12.1972
Geburtsort: Frankfurt am Main
Nationalität: Deutsch
Funktion: OK-Präsidentin (seit 1. Januar 2008)
Soziales Engagement:
- Trägerin des Verdienstordens des Landes Hessen
- Schirmherrin der Kampagne "ballance 2011"
- Kuratoriumsmitglied Stiftung Deutsche Sporthilfe
- Patin der Initiative der Sepp-Herberger-Stiftung "Anstoß für ein neues Leben"
Beruf: Kauffrau und Fussball-Lehrerin
Hobbies: Mountainbike, Billard, Musik
Karriere als Fussballerin
Länderspiele: 111 (9 Tore)
Erster Einsatz: 03.07.1993
Letzter Einsatz: 14.03.2007
Vereine: SV Bonames (1976-1986), SG Praunheim Mädchen (1986-1988), SG Praunheim Frauen (1988-1991), FSV Frankfurt (1991-1992), SG Praunheim (1992-1993), TuS Niederkirchen (1993-1994), SG Praunheim (1994-1997), FSV Frankfurt (1997-1998), SC 07 Bad Neuenahr (1998-2000), 1. FFC Frankfurt (2000-2001), Washington Freedom (2002-2003), 1. FFC Frankfurt (2004-2007)
Erfolge
Nationalmannschaft:
- Weltmeisterin (2003)
- Olympia-Dritte (2000, 2004)
- Europameisterin (1997, 2001, 2005)
Verein:
FSV Frankfurt:
- Deutsche-Meisterin (1998)
1. FFC Frankfurt:
- Deutsche-Meisterin (2001, 2002, 2003, 2005, 2007)
- DFB-Pokal-Siegerin (2001, 2002, 2003, 2007)
- UEFA-Pokal-Siegerin (2002, 2006)
Washington Freedom:
- US-Meisterin (2003)

