FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011

Von Worawi Makudi
Vorsitzender der Kommission für Frauenfussball und die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

Die enormen Fortschritte, die der Frauenfussball in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte, nehmen wir mit großer Freude zur Kenntnis. Angesichts der über 30 Millionen Fussballerinnen, die heute weltweit zu verzeichnen sind, ist die überholte Behauptung, beim Fussball handle es sich vor allem um einen Männersport, endgültig widerlegt.

Der Frauenfussball hat besonders durch die FIFA Frauen Weltmeisterschaften an Popularität gewonnen. Fünf Mal fand dieses prestigeträchtige Turnier im Frauenfussball bereits statt, angefangen von der ersten Auflage 1991 in China über Schweden, die USA (zweimal) und letztlich wieder in China, wo das letzte Turnier 2007 stattfand.

Das Exekutivkomitee der FIFA hat sich dazu entschlossen die nächste FIFA Frauen-Weltmeisterschaft im Jahre 2011 an Deutschland zu vergeben. Mit dem Gewinn der beiden letzten Weltmeisterschaften gehört Deutschland zu den Topteams und das Land verzeichnet einen wahren Boom im Frauenfussball. Im April 2008 hat der Deutsche Fussball-Bund (DFB) bekanntgegeben, dass mehr als 1 Million Frauen und Mädchen Fussball im Verein spielen. Zudem verfügt das Land über tolle Stadien sowie eine gute Infrastruktur.

Auch die FIFA treibt die Weiterentwicklung des Frauenfussballs weiter voran. Ein koordinierten internationaler Frauenfussballkalender besteht seit 2006, dank der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft, dem Olympischen Fussballturnier der Frauen, der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft und seit 2008 auch erstmals einer FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft, gibt es für alle FIFA-Mitgliedsverbände vermehrt kontinentale Qualifikationsturniere. Damit ist die Wettbewerbsfähigkeit und die technische Qualität des Frauenfussballs heute höher denn je. Allein das Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 1999, das im Stadion von Los Angeles von mehr als 90 000 Zuschauern verfolgt wurde, macht den Enthusiasmus und das Engagement der Fans für den Frauenfussball deutlich. Ebenso begeistert waren die ZuschauerInnen bei den Spielen in China und weltweit vor den Fernsehern. So sind die FIFA-Wettbewerbe der Frauen längst zu einem Publikumsmagneten geworden.

Natürlich ist die beständig wachsende Zahl der Spielerinnen in dieser Sportart sehr ermutigend, nichtsdestotrotz muss der Frauenfussball weiterhin gefördert und weiterentwickelt werden. Eines unserer wichtigsten, aber vielleicht weniger bekannten Ziele ist die Lancierung von Frauenprogrammen in Ländern, in denen es bisher noch keine gibt. Gleichzeitig unterstützt die FIFA auch Funktionäre und Trainer von Verbänden, die bereits über Frauenprogramme verfügen. Mit realistischen Zwischenzielen soll in diesen Ländern eine nachhaltige Förderung vorangetrieben werden.

Es gibt vieles, auf das wir stolz sein können, doch gleichzeitig erwartet uns noch viel Arbeit. So ist es die Pflicht der FIFA und der gesamten Fussballfamilie, das soziale Gleichgewicht zu fördern. In unserer Welt muss jede Frau die Möglichkeit haben, Fussball zu spielen. Schließlich ist dieses wunderbare Spiel für jeden und jede da.