FIFA Frauen-WM 2019™

Torjägerin Parris will noch mehr

(FIFA.com)
England's forward Nikita Parris
© AFP
  • Nikita Parris traf in allen bisherigen WM-Qualifikationsspielen Englands für Frankreich 2019
  • Die Stürmerin von Manchester City träumt von einer WM-Teilnahme
  • Parris: "Meine Schwester hatte einen enormen Einfluss auf meine Karriere"

In drei Qualifikationsspielen für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ traf Nikita Parris vier Mal. Dass sie sich vor dem gegnerischen Tor wohl fühlt, ist also kein Geheimnis. Die Stürmerin von Manchester City ist die einzige Spielerin im englischen Kader, die sich in allen bisherigen Qualifikationsspielen für Frankreich 2019, in denen sich die Lionesses in bestechender Form präsentierten, in die Torschützenliste eintrug.

Die Engländerinnen feierten drei hohe Siege mit einem Schnitt von fünf Toren je Partie und blieben bislang ohne Gegentor. Dabei etabliert sich die erst 23-jährige Parris immer stärker als Schlüsselspielerin in der englischen Angriffsabteilung.

"Ich bewege mich gern auf Positionen, in denen ich Tore erzielen kann", so Parris gegenüber FIFA.com. "Wir spielen im Angriffsdrittel ziemlich gut und verschaffen den Angreiferinnen damit viele Torchancen. Bisher ist die Qualifikation für uns sehr gut verlaufen. Wir wollen auch weiterhin Tore erzielen und natürlich auch ohne Gegentore bleiben. Es muss an beiden Enden stimmen."

Im nächsten Spiel am 1. März beim SheBelieves Cup treffen die Engländerinnen mit einem neuen Coach auf Frankreich. Phil Neville, der in seiner aktiven Karriere mit Manchester United sechs Mal die englische Meisterschaft gewann, wurde im Januar 2018 zum neuen Trainer der englischen Frauen-Nationalmannschaft berufen. Für ihn sind es die ersten Schritte im internationalen Trainergeschäft.

"Phil bringt aus seiner Zeit als Spieler natürlich eine Menge Erfahrung mit. Er weiß, was zum Siegen gehört", ist Parris überzeugt. "Wir wollen vom dritten Weltranglistenplatz nach ganz vorn und dafür brauchen wir eine absolute Siegermentalität. Ich bin sicher, dass Phil dazu beiträgt, indem er uns pausenlos antreibt."

In der Parris-Familie ist Nikita nicht die erste, die für ihr Land antritt. Natasha Jonas, die ältere Schwester der Liverpoolerin, trat bei den Olympischen Spielen von London 2012 als erste britische Boxerin an und stieß im Fliegengewicht bis ins Viertelfinale vor.

"Sie hat meine Karriere sehr stark beeinflusst", so Parris über ihre Schwester. "Natürlich könnten unsere Sportarten kaum unterschiedlicher sein. Sie muss sich beispielsweise ganz anders ernähren als ich. Trotzdem können wir uns gegenseitig unterstützen und Ratschläge geben, wenn es um Sport im Allgemeinen geht und darum, fit zu bleiben. Manchmal boxe ich in der spielfreien Zeit auch selbst ein bisschen. Da wird eine andere Fitness verlangt."

Jonas ist als Profi-Boxerin noch ungeschlagen und sorgt auch dafür, dass Parris ihre Zeit als Fussballerin bestmöglich genießt. Denn vor ihrer Karriere als Boxerin wollte Jonas eigentlich ebenfalls Fussballerin werden. Sie hatte sogar schon ein Stipendium für ein amerikanisches College, musste dann aber wegen einer Verletzung die Fussballschuhe an den Nagel hängen.

"Sie erinnert mich immer wieder daran, wie wichtig es ist, hart zu trainieren und jede Gelegenheit bestmöglich zu nutzen, denn man weiß nie, wann die Zeit vorbei ist. Als Spielerin denkt man manchmal nicht daran."

Der Traum von der WM
Zu den Gelegenheiten, die Parris unbedingt nutzen will, gehört die Teilnahme an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Bei der FIFA U-20-Frauen-WM Kanada 2014 spielte sie selbst und ein Jahr später verfolgte sie begeistert, wie die A-Nationalmannschaft die Bronzemedaille holte - das bislang beste Abschneiden Englands bei einer FIFA Frauen-WM.

2016 bestritt sie dann ihr erstes A-Länderspiel und spielte 2017 bei der UEFA EURO der Frauen. Das logische nächste Ziel ist somit die Teilnahme an der WM.

"Schon seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, für England zu spielen", so Parris, die dem Fussball verfiel, als sie mit ihrem Vater an der Seitenlinie kickte, während ihre Brüder auf dem Spielfeld standen. "Als ich in der Jugend-Nationalmannschaft spielte, war ich fest entschlossen, den Sprung in die A-Mannschaft zu schaffen. Und nachdem ich dieses Ziel erreicht habe, werde ich mich nicht damit zufrieden geben."

"Wenn ich für England aufs Feld laufe, empfinde ich großen Stolz. Ich will weiterhin hart trainieren, um meinen Platz in der Startelf zu halten, und ich will Titel und Trophäen gewinnen. Die Teilnahme an der FIFA Frauen-WM ist natürlich mein langfristiges Ziel. Hoffentlich kann ich dazu beitragen, dass wir eine Medaille gewinnen."

Die Engländerinnen wollen zum vierten Mal in Folge die Endrunde der FIFA Frauen-WM erreichen. Das nächste Qualifikationsspiel in Gruppe 1 dürfte das bislang schwerste werden, denn der Gegner ist das nach vier Partien noch ungeschlagene Team von Wales, womit das britische Nachbarschaftsduell ganz besonders interessant wird.

"Ich bin sicher, dieses Spiel wird eine tolle Werbung für den Frauenfussball in Großbritannien. Wir können zeigen, wie weit wir es gebracht haben", so Parris. "Aber wir dürfen nicht zu viele Gedanken darauf verschwenden, dass es ein britisches Derby ist. Wir müssen uns darauf konzentrieren, die drei Punkte zu holen, egal wie."

Hart trainieren und das Beste aus jeder Gelegenheit machen – diesen schwesterlichen Rat will Parris auch weiterhin beachten, während sie ihrem Traum von der WM-Teilnahme nachjagt.

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