• Hope Powell hat sowohl als Spielerin als auch Trainerin an FIFA Frauen-Weltmeisterschaften teilgenommen
  • Die Auflage 2019 in Frankreich wirft bereits ihre Schatten voraus
  • "Die Lücke zwischen den Besten und dem Rest hat sich verkleinert"

Während in den letzten Tagen der Fokus auf die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ gerichtet war und so manches Team eben jene feiern konnte, wirft bereits ein weiteres großes Turnier seine Schatten voraus: Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ in Frankreich.

"Frankreich ist eine Fussballnation, nicht wahr? Die Männer und das Frauenteam gehören zu den Besten der Welt. Sie waren bei den meisten großen Weltmeisterschaften vertreten und verstehen viel vom Turnierfussball. Sie wissen auf welche Art und Weise sie dieses Turnier ausrichten müssen und ich denke, dass es fantastisch wird“, so die ehemalige englische Nationalspielerin und -trainerin Hope Powell gegenüber FIFA.com im Hinblick auf das globale Kräftemessen.

"Die Tatsache, dass das Turnier in Europa stattfindet, macht es vielen zugänglich. Ich gehe davon aus, dass es volle Stadien geben wird. Frankreich wird ein sehr gutes Turnier veranstalten und Lehren aus den vorangegangenen Frauen-Weltmeisterschaften ziehen. Ich hoffe, dass Frankreich lange dabei bleibt, das würde dem Turnier einen Impuls geben, den man zuletzt bei der EM in den Niederlanden beobachten konnte. Es ist immer toll für die Gastgeber-Nation, so weit wie möglich zu kommen, weil es das Interesse im Land am Leben erhält“, fügt die 50-Jährige hinzu.

Hätten Sie es gewusst?

  • Für England absolvierte Powell 66 Länderspiele und nahm an der FIFA Frauen-WM 1995™ teil
  • Von 1998 – 2013 betreute sie die Lionesses als Trainerin und führte sie zu den Endrunden 2007 & 2011
  • Am 19. Juli 2017 gab Brighton & Hove Albion die Verpflichtung von Powell bekannt

Nach der Auflage in Kanada 2015 werden in Frankreich zum zweiten Mal 24 Mannschaften um den Titel und damit die Nachfolge der USA kämpfen. Und die Fans dürfen sich auf spannende und enge Spiele freuen, da sich der Frauenfussball in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat, wie Powell bestätigt, "Es ist unglaublich. Die Lücke zwischen den Besten wie Deutschland und Frankreich und dem Rest hat sich verkleinert. Jetzt gehören auch England und sicherlich auch die Niederlande in diese Kategorie", beschreibt sie die Entwicklung des Frauenfussballs.

"Die Tage, an denen man sagen und garantieren konnte, Deutschland spielt gegen Dänemark und wird gewinnen, sind vorbei. Die Qualität des Spiels ist ausgeglichen. Es ist ein unterhaltsames Produkt geworden an dem Sponsoren und Unternehmen interessiert sind. Das ist der Professionalität der Spielerinnen und der Vereine zu verdanken. Das Spiel hat sich in den letzten fünf Jahren verschoben und das ist brillant."

Powell selbst, die 2003 als erste Frau die UEFA Pro-Lizenz erhielt, hatte das Glück sowohl als Spielerin, als auch als Trainerin bei mehreren Weltmeisterschaften dabei sein zu dürfen. Dabei schaffte sie jedes Mal den Sprung ins Viertelfinale. Powell weiß worauf es ankommt und worauf sich besonders die französischen Spielerinnen konzentrieren sollten.

"Sie müssen versuchen, die Erfahrung zu genießen und dürfen nicht zulassen, dass die Angst den Genuss überschattet – vor allem wenn das Turnier im eigenen Land stattfindet. Wenn die Angst übernimmt, dann kann das Einfluss auf die Leistung haben. Sie müssen versuchen, diese Erfahrung zu genießen, weil es nie wieder passieren könnte. Wenn sie für den Kader ausgewählt werden, könnte es das letzte Mal sein, dass sie in einem großen Turnier in ihrem Land spielen. Aus Trainer-Sicht würde ich das gleiche sagen. Die Erfahrung, bei einer Weltmeisterschaft zu trainieren, ist eine der Besten. Und man muss sich selbst erlauben, diese zu genießen."

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