• Amira Spahic ist Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft Bosnien und Herzegowinas
  • Sie hat mehr als nur den Namen mit Männer-Kapitän Emir Spahic gemein
  • Bosnien und Herzegowina wartet noch auf die Qualifikation für ein großes Turnier

Emir Spahic hat in Bosnien und Herzegowina einen großen Namen. Der zähe Verteidiger gilt als Inbegriff von Courage und Kampfgeist, Tugenden, die ihn zu einem Fixpunkt in der Nationalmannschaft gemacht haben. Mit 93 Länderspielen ist er auch Rekordnationalspieler seines Landes. Einfach ausgedrückt: Emir Spahic ist eine bosnische Legende. 

Aber er ist nicht die einzige Legende. Es gibt noch eine weitere namens Spahic, diesmal aber im Frauenfussball.

Die 1983 geborene Amira Spahic ist drei Jahre jünger als Emir, aber die Gemeinsamkeiten gehen noch weit über den Nachnamen hinaus. Sie tragen dieselbe Trikotnummer, spielen dieselbe Position und sind noch dazu beide die Kapitäne und Spieler mit den meisten Länderspielen für ihr Land. Und obwohl die beiden nicht miteinander verwandt sind, hat sich eine spezielles Band zwischen den beiden bosnischen Fussball-Ikonen entwickelt.

"Er ist mein Vorbild", meinte die Innenverteidigerin von SFK 2000 Sarajevo gegenüber FIFA.com. "Er ist der beste Verteidiger, den unser Nationalteam je hatte. Er spielt mit Herz und Seele. Er würde alles für sein Land geben. Ich bin ein Fan von ihm, als Spieler und als Mensch. Ich hatte einmal die Ehre, ihn in Sarajevo zu treffen, als die Nationalmannschaft gegen die Türkei spielte. Daran erinnere ich mich immer noch gerne."

Wie Emir, der als erster Mann Bosnien-Herzegowina als Kapitän zu einem großen internationalen Turnier führte, wird auch Amira in die Geschichtsbücher des bosnischen Fussballs eingehen. Seit ihrem Länderspieldebüt mit gerade einmal 16 Jahren hat sie eine wichtige Rolle im Aufstieg ihrer Mannschaft in der FIFA-/Coca-Cola-Weltrangliste der Frauen gespielt. Als sie Kapitänin wurde, war Bosnien und Herzegowina auf Platz 95 zu finden. Acht Jahre später steht man kurz vor dem Sprung in die Top 60 der Welt.

"Ich bin sehr stolz, diese Rolle in der Entwicklung gespielt zu haben", freut sie sich. "Der Frauenfussball bei uns hat riesige Fortschritte gemacht, wie in vielen anderen europäischen Ländern. Ich denke, dass wir von den Topnationen Europas nicht mehr allzu weit entfernt sind. Wir arbeiten auf jeden Fall hart daran, die Lücke zu schließen und sie wird kleiner und kleiner."

WM-Qualifikation "realistisches Ziel"
Bis jetzt ist es zwar noch nicht gelungen, sich für ein großes internationales Turnier der Frauen zu qualifizieren. Das könnte sich aber ändern, denn nach einem vielversprechenden Start in die Qualifikation zur FIFA Frauen-WM Frankreich 2019™ belegt man dort derzeit einen Spitzenplatz: Punktgleich mit England (gegen das man am 24. November spielt) und einen Zähler hinter Tabellenführer Wales (gegen das man vier Tage später antritt).

"Die Qualifikation ist für uns nun ein realistisches Ziel. Wir haben vielleicht noch eine junge Mannschaft, aber die Zukunft ist sehr positiv", so Spahic, die in einem Team mit einem Durchschnittsalter von 23 fast schon eine Veteranin ist. "Ich mag dieses Team. Es gibt zwischen den jungen Spielerinnen und mir einen gegenseitigen Respekt. Sie wissen, dass sie auf mich zählen können. Ich versuche, meine ganze Erfahrung zu nutzen, um ihnen so viel wie möglich zu helfen. Ich möchte diese Rolle noch zwei, drei Jahre ausfüllen, dann mache ich endgültig Platz für die Jüngeren!"

Egal, wann dieser Moment wirklich kommen wird - sie kann sich sicher sein, dass sie ihren Platz unter den wichtigsten Fussballspielern ihres Landes bereits sicher hat. Und, was sie mit Freude erfüllen wird: Dieser Platz wird neben ihrem Namensvetter sein.