Vor vier Jahren ging Hope Solo schon einmal nach dem Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ mit dem Goldenen Handschuh unter dem Arm und einer Medaille um den Hals vom Platz. Doch die Farbe jener Medaille hatte zur Folge, dass die individuelle Auszeichnung einen bitteren Beigeschmack hatte.

"Jetzt habe ich den süßen Teil des Handschuhs, und er schmeckt sehr süß!", freut sich die Torhüterin der USA im Gespräch mit FIFA.com. "Es fühlt sich so gut an. Es war unglaublich. Ich denke, das ist der Höhepunkt meiner Karriere", ergänzt die 33-jährige Schlussfrau bewegt.

Solo ließ im Verlauf des Turniers ganze drei Tore zu: Eines davon in der Auftaktpartie gegen Australien und zwei im Finale gegen Japan. Dazwischen blieb sie 540 Minuten lang unbezwungen, was gleichbedeutend mit der zweitlängsten Serie in der Geschichte des Wettbewerbs ist. Die Trophäe für die beste Torhüterin in Kanada 2015 war außerdem aufgrund einiger wirklich spektakulärer Paraden hoch verdient. "Es war in vielerlei Hinsicht ein nahezu perfektes Turnier: der WM-Pokal, mein Goldener Handschuh, der Goldene Ball für Carli - es war eine großartige Teamleistung", sagt sie.

Eine Arbeit von fast vier Jahren Dauer, um das zu korrigieren, was im Finale von Deutschland schief gelaufen war. "Es kam alles im richtigen Moment zusammen: Wir haben das Training verbessert, die Taktik, den technischen Bereich, die Spielerinnen, die Einstellung. Wir waren vor vier Jahren so nah dran", seufzt die Keeperin noch heute.

Die Wiedergutmachung glückte auf spektakuläre und überzeugende Art und Weise. Und es ist klar, wem der Titel gewidmet wird, denn die USA haben lange Zeit darauf gewartet, diesen Erfolg zu wiederholen. "Es war ein 16 Jahre langer Weg, um dies zu erreichen. Den WM-Pokal widme ich ganz Amerika", sagt sie nach dem Gewinn des dritten WM-Titels für ihr Land.

"Den Goldenen Handschuh widme ich meinen Teamkameradinnen und allen Trainern in meiner Karriere, die mich immer unterstützt haben, in guten wie in schlechten Zeiten. Es ist eine individuelle Auszeichnung, aber ich muss vielen Menschen dafür danken, dass ich heute hier mit dieser Trophäe stehen kann, auf dem Höhepunkt meiner Karriere. Meinen Trainern und meinen Teamkameradinnen, ganz besonders den Verteidigerinnen", sagt sie zum Abschluss, bevor sie in der Kabine verschwindet, um die Feierlichkeiten fortzusetzen.