Die jüngste AFC U-19-Frauen-Meisterschaft, die auch als Qualifikation der Asien-Zone für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2010 fungierte, stand ganz im Zeichen der wieder erstarkten Japanerinnen, die im Jahre 2002 die erste Ausgabe dieses Turniers gewonnen hatten.

Nachdem sie Titelverteidiger Korea DVR im Halbfinale entthront und sich dadurch für die Endrunde im kommenden Jahr qualifiziert hatten, feierten die jungen Japanerinnen am Mittwoch einen 2:1-Finalsieg über Korea Republik und sicherten sich somit erstmals seit sieben Jahren wieder den Titel in diesem Turnier.

Dabei war der Weg zum Erfolg für die Japanerinnen äußerst steinig. Die Spielerinnen von Norio Sasaki, die in eine starke Gruppe mit Gastgeber China VR und Australien gelost wurde, beendete die Vorrunde nach zwei Unentschieden gegen diese beiden Teams (jeweils 1:1) und einem 5:0-Kantersieg über Chinese Taipei auf Rang zwei.

Trotz dieses wenig überzeugenden Einzugs in die Runde der letzten Vier gewannen sie dank des Treffers der temperamentvollen Stürmerin Mana Iwabuchi das wichtige Halbfinalspiel. Auch im Finale wurde Iwabuchi zur Matchwinnerin, als sie drei Minuten vor dem Schlusspfiff beim Stand von 1:1 das alles entscheidende Tor erzielte.

"Unsere Mannschaft hat gegen sämtliche starken Gegner bis zuletzt gekämpft. Meine Spielerinnen haben alles gegeben, so dass ich mit ihren Leistungen sehr zufrieden bin", sagte Sasaki.

Lob für Japans Kollektiv
"Unsere Mädels haben sehr gut gespielt und in allen Spielen ihr Bestes gegeben. Die anderen drei Halbfinalisten waren ebenfalls sehr stark. Alle Mannschaften waren sehr eng beieinander, weshalb wir uns diesen Erfolg hart erarbeiten mussten. Doch nun sind wir überglücklich."

"Jetzt müssen wir eine neue Phase beginnen. Wir haben uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert und müssen uns von nun an darauf vorbereiten."

Sasaki fand für die gesamte Mannschaft lobende Worte, doch seinen besonderen Dank sprach er Iwabuchi aus, die nicht nur insgesamt vier Treffer erzielte, sondern auch als wertvollste Spielerin des Turniers ausgezeichnet wurde.

"Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft. Dieser Erfolg gibt unserer Mannschaft sehr viel Selbstvertrauen. Wir werden weiter kämpfen", sagte sie.

"Mein Ziel ist es, auch in Zukunft einfach nur Tore zu erzielen. Unser Erfolg ist jedoch auf die Leistung der gesamten Mannschaft zurückzuführen. Nun bereiten wir uns für die Weltmeisterschaft vor und werden alles daran setzen, auch dort erfolgreich zu sein."

Frust bei den Chinesinnen
Die erst 16-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr bei die FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft geglänzt und war für ihre großartigen Leistungen als AFC Nachwuchsspielerin des Jahres 2008 ausgezeichnet worden. Nun ist sie fest entschlossen, mit der japanischen Nationalmannschaft auch in Zukunft Großes zu erreichen.

Ihr südkoreanisches Pendant Ji So-Yun sorgte ebenfalls für Schlagzeilen, als sie sich mit vier Toren und einer Torvorlage die Torjägerkrone sicherte. Ji, die 2008 in Neuseeland ebenfalls für Furore gesorgt hatte, traf beim 5:0-Schützenfest über Thailand gleich doppelt, ehe sie im Halbfinale gegen China VR das Tor des Tages erzielte. Ihr vierter Treffer resultierte aus einem Elfmeter im Finale zum zwischenzeitlichen 1:1, bevor Iwabuchi doch noch den Siegtreffer für die Japanerinnen erzielte.

Während Japan und Korea Republik überzeugen konnten, legte Gastgeber China VR ein enttäuschendes Turnier hin, bei dem der zweimalige FIFA U-20-Vize-Weltmeister die Qualifikation für Deutschland 2010 verpasste.

Mit fünf Spielerinnen aus jener Mannschaft, die bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Chile im vergangenen November den späteren Titelgewinner USA mit 2:0 besiegt hatte, starteten die Chinesinnen mit einem überzeugenden 2:0-Erfolg über Chinese Taipei in das Turnier, ehe auch Australien mit 2:1 besiegt werden konnte. Nach dem 1:1 gegen Japan im letzten Gruppenspiel hieß der Halbfinalgegner somit Korea Republik.

Doch während bis hierher alles wunschgemäß gelaufen war, scheiterten die Chinesinnen schließlich an dieser Hürde. Nach dieser Niederlage musste man in einem Playoff um den dritten Platz gegen Korea DVR antreten. Nachdem das Selbstvertrauen der Chinesinnen durch der Halbfinalniederlage in Mitleidenschaft gezogen worden war, kamen die Nordkoreanerinnen zu einem 1:0-Erfolg und sicherten sich somit den dritten und letzten Startplatz bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Deutschland.