Ihr Tor sorgte 1975 für Aufregung. Noch Lichtjahre entfernt von der Frauen-Bundesliga, die erst 1990 gegründet wurde, führte eine Jamaikanerin die Fussballerinnen in Deutschland ins Rampenlicht. Beverly Ranger war die zweite Frau nach Bärbel Wohlleben ein Jahr zuvor, die das "ARD Tor des Monats" schoss. Im Spiel ihres Vereins SSG Bergisch-Gladbach gegen den Bonner SC setzte Ranger den 1:1-Ausgleichstreffer, tanzte dabei fünf Abwehrspielerinnen aus. Ranger gehörte zu den ersten internationalen Akteurinnen im deutschen Frauenfussball - mit dem Bundesligastart in der Saison 1990/91 sollten viele weitere folgen.
Zu Beginn der zweigeteilten Liga mit jeweils zehn Mannschaften standen in Loes Camper und Marjan Veldhuizen zwei Niederländerinnen im Aufgebot des TSV Siegen. Der FSV Frankfurt konnte eine U.S.-Amerikanerin aufbieten: Torfrau Mary Harvey kam von den California Tremors zu den Hessinnen. Der FC Bayern München hatte mit Ana Muno Perez sogar eine Stürmerin von Real Madrid geholt.
Damals galten die internationalen Fussballerinnen in Deutschland als Exoten, heute entwickelt sich die Frauen-Bundesliga immer mehr zur Multi-Kulti-Gesellschaft. Zu Beginn der Saison 2006/2007 zählten 25 Ausländerinnen zu den Kadern der zwölf Vereine in der Beletage des Frauenfussballs. In Cristiane, die danach beim VfL Wolfsburg wirbelte, kam 2005 die erste Brasilianerin nach Deutschland. Die 21-jährige Angreiferin, die bereits 2001 in der Nationalmannschaft debütierte, spielte eineinhalb Jahre beim Spitzenklub Turbine Potsdam.
Fast schon ein Urgestein in der Bundesliga ist Louise Hansen; seit 2001 bereits steht die dänische Nationalspielerin in den Reihen des 1. FFC Frankfurt. Die Mittelfeldakteurin trug maßgeblich zum Triple-Erfolg 2002 bei - Meistertitel, Pokalsieg und UEFA-Cup-Triumph. Bereits 1996 gehörte die Sportmanagerin der Meistermannschaft vom TSV Siegen an.
In der Saison 2007/2008 zauberten Spielerinnen aus zwölf Nationen in Deutschland. Sie kamen aus Brasilien, Dänemark, Rumänien, der Türkei, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, Österreich, der Tschechischen Republik, Finnland, dem Kosovo und Neuseeland. Die längste Anreise hatte dabei Rachel Howard vom TSV Crailsheim. Die 28-jährige Torfrau spielt dort seit 2005. Vorher gehörte sie Klubs mit den klangvollen Namen Taradale AFC und Takapuna AFC an - beide Orte befinden sich auf der Nordinsel von Neuseeland.


