Der 1. FFC Frankfurt ist der erfolgreichste Verein im deutschen Frauenfussball. Und: Als einziger Klub waren die Frankfurterinnen (bis 1999: SG Praunheim) in allen bisher 18 Spielzeiten der Bundesliga dabei.

In der Saison 1990/91 nahm die Frauen-Bundesliga den Spielbetrieb auf. Zu den 20 Gründungsmitgliedern zählten unter anderem Praunheim, aber auch Vereine wie Bayern München oder der SC Bad Neuenahr, die heute wieder in der Beletage des deutschen Frauenfussballs vertreten sind. Auf dem Bundestag des Deutschen Fussball-Bundes 1989 wurde die Einführung einer zweigleisigen Bundesliga beschlossen. Ausschlaggebend für die Zustimmung war auch der vorangegangene Titelgewinn des Frauennationalteams beim EM-Turnier im eigenen Land.

Zwischen 1990 und 1997 bestand die Liga aus zwei Gruppen mit jeweils zehn Mannschaften. Nur in der Saison 1991/92 umfassten beide Staffeln je elf Teams, da zwei Vereine aus der früheren DDR aufgenommen wurden. Erstes Meisterteam wurde der TSV Siegen durch einen 4:2-Finalerfolg über den FSV Frankfurt. Mit dabei beim damaligen Gewinner: Silvia Neid. Die jetzige Bundestrainerin hat die stete Entwicklung der Liga hautnah miterlebt und sagt: "Das ist mehr als bemerkenswert, die Spiele haben heute ein ganz anderes Niveau."

Zur Saison 1997/98 wurde die Bundesliga auf eine Gruppe mit zwölf Mannschaften verkleinert. Seit 1993 gilt auch bei den Frauen die Spielzeit von zweimal 45 Minuten; zuvor dauerte ein Spiel nur 80 Minuten.

Zu den ersten prägenden Figuren der Bundesliga gehörte Anfang der 90er Jahre Heidi Mohr. Fünfmal hintereinander - viermal für TuS Niederkirchen, einmal für TuS Ahrbach - sicherte sich die Stürmerin die Torjägerinnenkrone. Dies konnte der 104-maligen Nationalspielerin bis heute noch keine Angreiferin nachmachen. Beste Chancen allerdings hat aktuell die dreimalige FIFA Weltfussballerin Birgit Prinz. Bereits 1997 schoss die heute 31-Jährige die meisten Treffer in der Liga. Auch 1998, 2001 und 2007 kam keine an der Rekordnationalspielerin und Rekordtorschützin vorbei.

Zu Beginn des Spielbetriebes tummelten sich vermehrt Vereine aus kleineren Städten und Orten in der Bundesliga In der jüngeren Vergangenheit dominieren Großstadtklubs aus Frankfurt, München, Hamburg oder Duisburg das Geschehen. Dabei drängten auch vermehrt Frauenfussball-Mannschaften von Männer-Profivereinen in die Liga. Aktuell sind es Bayern München, Hamburger SV, VfL Wolfsburg und SC Freiburg. Zu den Spitzenklubs aber zählen seit fast einem Jahrzehnt der 1. FFC Frankfurt, der FCR Duisburg und Turbine Potsdam, die seit 1999 die Meisterschaft unter sich ausmachen.

Potsdam holte sich 2004 und 2006 den Titel, Duisburg triumphierte 2000. Primus aber bleibt der 1. FFC Frankfurt mit bisher sieben Meisterschaften.

Seit dem ersten WM-Titel einer deutschen Frauenfussball-Nationalmannschaft 2003 in den USA ist auch das Zuschauervolumen der Bundesliga merklich angestiegen. Waren es in den Anfangsjahren im Durchschnitt um die 200 Fans pro Spiel, lag der Schnitt in der Saison 2006/07 schon bei über 700. Vierstellige Zuschauerzahlen sind heute auch fernab der Spitzenspiele keine Seltenheit mehr. Die bestbesuchte Bundesligapartie war 2003 Potsdam gegen Frankfurt: 7.900 Fans sahen das 0:0 und damit die Meisterschaft für den 1. FFC. Der Zuschauerrekord im europäischen Vereinsfußball wurde im Mai 2008 mit 27.640 Zuschauern beim UEFA-Cup-Endspiel im Frankfurter Stadion zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Schwedens Meister Umea IK erzielt.

Die Bundesliga zieht aber nicht nur mehr Zuschauer an, sondern wird immer attraktiver für ausländische Ballkünstlerinnen. Aktuell zaubern sogar Spielerinnen aus den traditionell starken Frauenfussball-Ländern USA, Dänemark oder Schweden in Deutschland. Auch für die Frauen-Bundesliga gilt nach dem Bosman-Urteil, dass unbegrenzt EU-Ausländerinnen spielberechtigt sind. Allerdings wurde die Anzahl der Nicht-EU-Fussballerinnen vor der Saison 2006/07 von fünf auf nunmehr drei pro Verein reduziert. Der Anteil der "Gastarbeiterinnen" in der höchsten Klasse bei den Frauen liegt derzeit etwa bei zehn Prozent. Zum Vergleich dazu: In der Männer-Bundesliga kommt mehr als die Hälfte der Fussballer aus dem Ausland.