Geschichte
Ottawa ist die kanadische Bundeshauptstadt und viertgrößte Stadt des Landes. Die Stadt hält für Besucher aus aller Welt einzigartige Eindrücke des authentischen Kanada bereit.

Der Name "Ottawa" ist von dem Wort "Odawa" abgeleitet, das in der Sprache der Algonquin-Ureinwohnner "handeln" bedeutet, denn hier befand sich ein wichtiger Handelsplatz. Die Geschichte der modernen Stadt Ottawa begann im Jahre 1826, als Lt. Col. John By vom Pionierkorps Royal Engineers in die Stadt kam, um den Rideau-Kanal zu bauen.

Nach dem Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 wollten die Briten, die einen Großteil des heutigen Kanadas kontrollierten, einen alternativen Versorgungsweg einrichten, um den Sankt‑Lorenz-Strom zu umgehen, der von den Amerikanern blockiert werden konnte. Colonel By und seine Truppen stellten den insgesamt 202 Kilometer langen Wasserweg innerhalb von sechs Jahren fertig.

Der Rideau-Kanal wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Er wurde zwar ursprünglich zu militärischen Zwecken angelegt, diente jedoch nur dem Handel und der Freizeitgestaltung. Im Winter friert er regelmäßig zu. Ein 7,8 Kilometer langer Abschnitt im Bereich der Innenstadt von Ottawa wird dann zur größten Natureisbahn der Welt.

Nachdem der Bau des Rideau-Kanals abgeschlossen war, wurde die Holzwirtschaft zum wichtigsten Industriezweig und die kleine Siedlung namens Bytown entwickelte sich zur Holzfällerstadt. 1855 wurde Bytown Teil der Stadt Ottawa, die nur zwei Jahre später zur Hauptstadt Kanadas erklärt wurde, teils wegen ihres englischen und französischen Kulturerbes und teils wegen ihrer relativ großen Entfernung von der Grenze zu den USA.

Porträt der Stadt
Ottawa hat seit 1850 eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren. Als Hauptstadt eines G8-Landes bietet die Stadt alle kulturellen Annehmlichkeiten, die von Diplomaten aus aller Welt erwartet werden. Gleichzeitig hat sich Ottawa die freundliche und offene Atmosphäre einer deutlich kleineren Stadt erhalten. Auf den Straßen wird bis heute sowohl Englisch als auch Französisch gesprochen. Ottawa ist ein bedeutender Bildungs- und Technologie-Standort mit zwei großen Universitäten und drei Colleges.

Neben dem Parlamentsgebäude sind in Ottawa auch der Oberste Gerichtshof Kanadas, der Amtssitz des Generalgouverneurs (Rideau Hall), die Königlich-Kanadische Münzanstalt und zahlreiche erstklassige Nationalmuseen zu finden, die sehr beeindruckende Besuchserlebnisse bieten. Die meisten Ausstellungen sind auch sehr gut für Kinder geeignet. Die Kinder können beispielsweise in der Kanadischen Nationalgalerie eigene Kunstwerke anfertigen, im Frühling Namen für die neu geborenen Tierbabys im Kanadischen Landwirtschaftsmuseum vorschlagen oder im Kanadischen Naturmuseum gruselige Tiere wie Käfer und Schlangen untersuchen.

Auch für Erwachsene werden unvergessliche Erlebnisse angeboten. Sie können beispielsweise im Kanadischen Luft- und Raumfahrtmuseum einen Rundflug im offenen Cockpit eines Doppeldeckers machen oder im Kanadischen Kriegsmuseum in einen nachgebauten Schützengraben aus dem I. Weltkrieg steigen. In der "First Peoples Hall" des Kanadischen Nationalmuseums für Geschichte (früher Nationalmuseum für Geschichte und Gesellschaft) erfahren Sie mehr über Kanadas ersten Einwohner, die Métis und die Inuit. Und wie die Wissenschaft unseren Alltag beeinflusst, erfährt man im Kanadischen Museum für Wissenschaft und Technologie.

Die Fans von Outdoor-Aktivitäten kommen ganz besonders auf ihre Kosten. Sei es eine Radtour entlang des Rideau-Kanals oder auf unzähligen anderen Wegen oder eine Trekkingtour mit Camping im Gatineau-Park – von Ottawa aus sind solche Ziele problemlos und schnell zu erreichen. Für Liebhaber des Golfsports gibt es im Umland zahlreiche Golfplätze, die mit kurzen Autofahrten zu erreichen sind. Fährt man eineinhalb Stunden Richtung Westen, findet man am Ottawa River ein Wildwasser- und Paddelrevier, das zu den besten der ganzen Welt zählt.

In jüngster Zeit hat sich das kulinarische Angebot geradezu explosionsartig vergrößert, was nicht zuletzt dem Le Cordon Bleu Ottawa Culinary Arts Institute zu verdanken ist. Die Absolventen dieser Einrichtung haben in zahlreichen Restaurants und Küchen der Stadt das Kommando übernommen und für ein stark verbessertes Qualitätsniveau gesorgt. Die Küchenchefs sind oftmals auch die Besitzer der Restaurants, von denen viele zur Initiative Savour Ottawa gehören, die sich die Förderung von Lebensmitteln aus der Region auf die Fahnen geschrieben hat. Der während des gesamten Jahres geöffnete ByWard Market ist besonders bekannt. Der Name bezeichnet nicht nur einen der ältesten und größten Obst- und Gemüsemärkte Kanadas mit einer großen Markthalle, sondern auch die gesamte Nachbarschaft. Im Umkreis von vier Blocks finden Sie nicht weniger als 120 Restaurants und Bars – ein echtes Schlaraffenland.

In Ottawa finden zahlreiche große Musikfestivals statt. So zieht beispielsweise das RBC Royal Bank Ottawa Bluesfest jedes Jahr im Juli Hunderttausende Besucher an, die in der Sommersonne die Musik genießen. Das TD Ottawa International Jazz Festival geht nahtlos über in die landesweit größte Feier des Nationalfeiertags (Canada Day am 1. Juli). Beim Ottawa Chamberfest wird in den Kirchen und Konzerthallen der Stadt Kammermusik gespielt und mit dem Ottawa Folk Festival klingt der Sommer aus. Zahlreiche weitere Festivals (Writers Festival, Animation Festival, Winterlude (winterliche Aktivitäten), Canadian Tulip Festival) sorgen dafür, dass an nahezu jedem Wochenende des Jahres etwas geboten wird.

Sehenswürdigkeiten
• Kanadisches Parlament
• Kanadischen Nationalmuseum für Geschichte 
• Kanadische Nationalgalerie
• Stadtviertel ByWard Market
• Nationales Kunst-Zentrum

Fussball
Fussball ist die beliebteste Sportart in Ottawa. Fast 60.000 Einwohner der Stadt spielen aktiv Fussball. Im Bezirksfussballverband Eastern Ontario District Soccer Association sind weitere 15.000 Spieler registriert. Damit ist der Bezirksverband EODSA der zweitgrößte in Ontario.

Zu den Vereinen der Stadt gehören Ottawa Fury in der Development League und Capital City FC in der Canadian Soccer League. Ab 2014 wird ein Klub in der North American Soccer League antreten.

Der Ottawa Fury Soccer Club war im Jahr 2000 mit einem Frauenteam gegründet worden. Seitdem kamen zahlreiche weitere Teams in verschiedenen Ligen und Altersklassen hinzu. Daneben gibt es verschiedenste Angebote für den öffentlichen Breitensport. Erfolg bemisst sich für Ottawa Fury in erster Linie an den Erfolgen der Spieler, und die Liste der Erfolge ist beeindruckend lang.

Mehr als 80 Nachwuchsspieler haben NCAA-Stipendien erhalten und mehr als 100 konnten ihre Karriere an kanadischen Colleges und Universitäten fortsetzen. Bis heute haben mehr als 30 Spieler von Ottawa Fury den Sprung in den Profifussball in Nordamerika, Europa und Australien geschafft. Besonders stolz ist man bei Ottawa Fury auf diejenigen Spieler, die es bis in die Nationalmannschaft ihres Landes schaffen. Mehr als 15 Spieler haben bereits Auftritte auf der internationalen Fussballbühne für Länder wie die Türkei, Jamaika, Portugal und Kanada hinter sich.

Der Capital City FC hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Menschen in Ottawa mit Profifussball ebenso wie mit Breitensport zu begeistern. Der Klub baut dabei auf die traditionell starke Fussballbasis in der Stadt und ist stets bestrebt, ein begeisterndes Team auf den Platz zu schicken.

2011 wurde Ottawa ein NASL-Team in Aussicht gestellt, das 2014 den Spielbetrieb aufnehmen wird. Die Spiele werden im brandneuen und besonders familienfreundlichen Stadion in Lansdowne ausgetragen. Seit der FIFA U‑20‑Weltmeisterschaft 2007 gab es in Ottawa keinen derartig hochklassigen Fussball zu sehen. Die NASL ist die einzige zertifizierte Männer-Profiliga hinter der MLS und unterhält Teams in Kanada, den USA und Puerto Rico. Das Team aus Ottawa wird außerdem gegen die Vancouver Whitecaps, den FC Toronto, Montreal Impact und den FC Edmonton um die kanadische Profimeisterschaft spielen.