Geschichte
Berlin setzt sich aus den Kaufmannsiedlungen Cölln (auf der heutigen Museumsinsel) und Berlin (an nördlichen Spreeufer) zusammen. Das Jahr 1237, in dem Cölln erstmals urkundlich erwähnt wird, gilt bislang als offizielles Jahr der Stadtgründung. Doch wahrscheinlich muss die Geschichte umgeschrieben werden.

Im Januar 2008 finden Archäologen bei Ausgrabungen am Petriplatz einen Eichenbalken, der vermutlich bereits aus dem Jahre 1192 stammt. Berlin ist seit Kurfürst Johann Cicero (1455-1499) Hauptstadt verschiedener deutscher Staaten. Sie wird früh zum Schmelztiegel für Menschen aus ganz Europa. Unter Friedrich Wilhelm l. kommen Juden aus Österreich und vor allem in Frankreich verfolgte Hugenotten nach Berlin.

Um 1700 sind 20 Prozent der Einwohner Franzosen. 1871 wird Berlin Hauptstadt des Deutschen Reiches. 1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wird Berlin Hauptstadt des Dritten Reiches. 1936 missbrauchen die Nazis die Olympischen Sommerspiele für ihre Propagandazwecke. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs liegt die Stadt zu großen Teilen in Trümmern.

Berlin wird geteilt. Die USA, Großbritannien und Frankreich kontrollieren den West-Sektor, die Sowjetunion den Osten der Stadt. Am 13. August 1961 gipfelt der Kalte Krieg im Bau der Berliner Mauer. Am 26. Juni 1963 besucht US-Präsident John F. Kennedy die Stadt und spricht dabei den legendären Satz: "Ich bin ein Berliner". Mit der Wende 1989 fällt auch die Mauer. Der Bär, das Wappentier von Berlin, erklärt sich nicht durch den Namen Berlin. Der Stadtname entstand vermutlich aus der slawischen Silbe "ber" (Sumpf). Die Herkunft des Bären als Wappentier ist ungeklärt.

Stadtporträt
Die Hauptstadt der Bundesrepublik und der Regierungssitz ist gleichzeitig als Stadtstaat ein eigenständiges Bundesland, die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands und mit 3,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Europäischen Union. Berlin ist ständig in Bewegung. Nach der Wiedervereinigung haben 1,7 Millionen Menschen die Stadt verlassen, 1,8 Millionen sind zugezogen.

Hier gibt es mit rund 200.000 Personen die weltweit größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei. Nach Paris und London ist Berlin der Touristen-Magnet in Europa. Doch Berlin ist viel mehr. Es ist auch eine Medienstadt. Hier erscheinen mehr Tageszeitungen als irgendwo sonst in Deutschland; Fernsehsender wie MTV, SAT.1, N24 und die Deutsche Welle haben dort ihren Hauptsitz. Die großen Sender wie ARD, ZDF oder RTL unterhalten ein Hauptstadtstudio.

An vier Universitäten und mehreren Fachhochschulen studieren über 130.000 Studenten. Berlin ist auch eine Filmstadt, wie Billy Wilders "Eins, Zwei, Drei" (1961), Bob Fosses "Cabaret" (1972), Wim Wenders' "Der Himmel über Berlin" (1987), Tom Tykwers "Lola rennt" (1998) oder Wolfgang Beckers "Good bye, Lenin!" (2003) beweisen. Jedes Jahr finden die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, mit der Verleihung des Goldenen Bären statt. Berlin ist auch eine Stadt der Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliches Dekret zu einem "der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk" bestimmt.

1999 wurde sie in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das Museum am früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie zeigt Artefakte der Teilungsgeschichte. Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor, vor dem im Sommer 2006 insgesamt über 10 Millionen Fans die Übertragungen der Spiele der FIFA WM auf Großbildleinwänden verfolgten, ist Berlins Wahrzeichen. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden. Das Reichstagsgebäude, zwischen 1884 und 1894 erbaut, ist seit 1999 wieder Sitz des Deutschen Bundestages.

Sehenswürdigkeiten:

  • Holocaust-Denkmal
  • Brandenburger Tor
  • Deutscher Bundestag
  • Siegessäule
  • East-Side-Gallery
  • Museumsinsel

Fussball
Berlins großer Club ist der Bundesligist Hertha BSC. Die Hertha wurde 1930 und 1931 Deutscher Meister. Ihr meistberufener Nationalspieler ist derzeit Arne Friedrich. Vor ihm trugen Hertha-Stars wie Marko Rehmer, Erich Beer, Sebastian Deisler, Fredi Bobic, Hanne Sobeck oder Michael Preetz das Trikot der A-Nationalmannschaft. Das Olympiastadion ist - gewissermaßen als "deutsches Wembley" - seit 1985 Austragungsort der Endspiele um den DFB-Pokal der Frauen und Männer.

Zwar erreichte die Hertha das Finale bereits vier Mal, konnte den Heimvorteil jedoch nie entscheidend nutzen. Drei Begegnungen der FIFA WM 1974 fanden im Olympiastadion statt. Am 9. Juli 2006 schlug Italien im Olympiastadion die Elf von Frankreich und holte sich seine vierte FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft. In der 2. Bundesliga spielt der Ost-Berliner Traditionsklub 1. FC Union Berlin. In der Regionalliga Nord kickt der frühere Bundesligist Tennis Borussia Berlin. In Berlin geboren wurden Fussball-Nationalspieler wie Guido Buchwald, Thomas Häßler, Ariane Hingst oder Pierre Littbarski.