Mia Hamm: Der Superstar aus den USA

Mariel Margaret "Mia" Hamm gehörte im Laufe ihrer 17-jährigen Karriere zu den herausragenden Figuren des Frauenfussballs, den sie auf neue Höhen führte. Sie war die bekannteste Spielerin der US-amerikanischen Frauen-Nationalauswahl, die in den 90er Jahren den Weltfussball dominierte. 275 Länderspieleinsätze sind das beredte Zeugnis ihrer Konstanz, ihres Könnens und Durchhaltevermögens. Die in Alabama geborene Hamm debütierte bereits als 15-Jährige in der Nationalmannschaft und erzielte 158 Tore für die USA. 

In Atlanta 1996 wurde Mia Hamm zum ersten Mal Olympiasiegerin. Ein Erfolg, den sie mit ihrem Team nach einer Silbermedaille in Sydney 2000 acht Jahre später beim Olympischen Turnier 2004 in Athen wiederholte. Sie gehörte auch den U.S.-Auswahlen an, die 1991 in China die erste FIFA Frauen-Weltmeisterschaft und 1999 die WM im eigenen Land gewannen.

"Ich spiele einfach Fussball"
In den USA zog damals die Frauendisziplin erstmals die Aufmerksamkeit der gesamten Welt auf sich und füllte einige der größten Stadien Nordamerikas. Auch 1995 in Schweden sowie 2003 erneut im eigenen Land gehörte Mia Hamm zum WM-Team. In beiden Fällen wurden die U.S.-Girls Dritte, was aber insbesondere bei der Heim-WM als Enttäuschung empfunden wurde.

Doch zusätzlich zu ihrem fraglosen Erfolg auf dem Spielfeld war Hamm viele Jahre lang auch ein Vorbild für jüngere Frauengenerationen, die sich so lange nach einem Idol gesehnt hatten, zu dem sie aufschauen konnten. Obwohl sie jenseits der Fussballfelder schüchtern und bescheiden war, nutzten laufend Sponsoren das Potenzial der Spielerin, die dadurch in vielerlei Hinsicht zum Gesicht des Frauenfussballs avancierte. "Kurz gesagt, bin ich einfach eine Fussballspielerin. Ich habe keine Sklaven befreit oder die Welt verändert. Ich spiele einfach Fussball und genieße meinen Erfolg", sagte Hamm einst zu ihrer sprichwörtlichen Bescheidenheit, die sie als Spielerin wie als Menschen charakterisierte.

Enorme Wirkkraft
Eine zurückhaltende Einschätzung ihrer Wirkkraft, die unter anderem gerade von ihrem berühmtesten männlichen Kollegen Pelé nicht geteilt wird. Mia Hamm wurde als einzige Frau neben Teamkollegin Michelle Akers in die "FIFA 100" aufgenommen, die Liste der besten lebenden Fussballer, die von O’Rei höchstpersönlich zusammengestellt wurde.

"Wenn Mia den Ball an ihren Füßen hat, hast du das Gefühl, dass gleich etwas Großartiges passieren kann", sagte auch ihre ehemalige Teamkameradin July Foudy, und diese Worte beschreiben die Fussballerin Mia Hamm wohl am besten.