Während man sich in weiten Teilen Afrikas mit der Einführung des Frauenfussballs schwertat, übernahm Nigeria schon früh eine Vorreiterrolle auf dem Kontinent. Eine der Vorkämpferinnen, die entscheidenden Anteil daran hatte, dass die Sportart Fuß fassen und sich entwickeln konnte, war 'Marvelous' Mercy Akide, eine talentierte, starke Spielerin, die der skeptischen nigerianischen Öffentlichkeit bewies, dass Frauen spannenden und unterhaltsamen Fussball bieten und es mit der Weltelite aufnehmen können. Außerdem hat sie der Welt signalisiert, dass Afrika durchaus ein fruchtbarer Nährboden für Frauenfussball-Talente sein kann. Akide wurde von der afrikanischen Fussballkonföderation CAF im Jahr 2002 zur ersten Fussballerin des Jahres gewählt. Sie war die schnelle Sturmspitze der offensiv eingestellten nigerianischen Mannschaft, die während der 1990er Jahre bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ immer stärker auftrumpfte.

Insgesamt nahm Akide an drei WM-Endrunden teil und erzielte zwei Treffer in acht Spielen. Obwohl sie bereits 1995 in Schweden dabei war, gelang ihr der endgültige Durchbruch auf internationalem Parkett erst 1999 in den USA. Bei den beiden Siegen Nigerias – den ersten auf der Weltbühne – erzielte sie jeweils den ersten Treffer und spielte eine tragende Rolle bei einem der besten Spiele der WM-Geschichte. Beim 4:3-Sieg der Brasilianerinnen gegen Nigeria holten die Afrikanerinnen einen Drei-Tore-Rückstand wieder auf und mussten sich erst in der Verlängerung mit einer Frau weniger auf dem Platz geschlagen geben. Die WM 2003 verlief zwar enttäuschend für die Nigerianerinnen, Akide machte jedoch bei den Olympischen Fussballturnieren 2000 und 2004 erneut auf sich aufmerksam, als sie vier der insgesamt sechs Tore ihres Teams erzielte. Außerdem führte sie die Mannschaft bei drei Afrikameisterschaften aufs Feld.

Dank ihrer hervorragenden Leistungen übernahm sie auch an anderer Stelle eine Vorreiterrolle. Sie spielte nämlich gleich in der Auftaktsaison als erste Afrikanerin in der prestigeträchtigen amerikanischen Profiliga WUSA, deren Spielbetrieb mittlerweile eingestellt wurde. Anschließend blieb sie als Trainerin in den USA und wurde 2005 von der FIFA zur Botschafterin des Frauenfussballs ernannt. Akide engagiert sich weiterhin sehr für die Fussballlehre und die Entwicklung von Nachwuchsspielerinnen und ist auch heute noch eine große Inspiration für den Frauenfussball in ihrem Heimatland Nigeria und ihrer Wahlheimat USA.