Kristine Lilly: Ein wahres Idol

Kristine Lilly, eine U.S.-amerikanische Legende und wahre Pionierin des Frauenfussballs, gehört zu einer kleinen Gruppe unverwüstlicher Fussballerinnen, deren internationale Karriere sich über vier Jahrzehnte erstreckte.

Von 1987 bis 2010 etablierte sie sich als eine der besten Mittelfeldspielerinnen im Frauenfussball, mit beispiellosen 352 Länderspielen, 105 Torvorlagen und 130 Toren. Damit liegt sie nur 28 Tore hinter ihrer Mannschaftskameradin Mia Hamm, einer der populärsten Sportlerinnen der USA. In ihrer 24-jährigen Karriere auf der internationalen Fussballbühne stand die in Connecticut geborene Lilly insgesamt beeindruckende 28.700 Minuten für die Stars and Stripes auf dem Platz.

Ihr Debüt in der Nationalmannschaft der USA feierte die damalige High-School-Schülerin im Alter von gerade einmal 16 Jahren. Mit dem Team der University of North Carolina gewann sie anschließend vier Jahre in Folge die NCAA Frauenfussball-Meisterschaft der Colleges und Universitäten.

Einige Jahre später zog Lilly nach Schweden, wo sie eine Saison für Tyresö FC spielte. Im Jahre 1995 kehrte sie in ihre Heimat zurück und lief für Washington Warthogs auf, die einzige Frauenmannschaft, die damals in der von Männern dominierten Hallenfussball-Liga (Continental Indoor Soccer League) antrat. Auf Vereinsebene konnte Lilly einige weitere Karriere-Höhepunkte verzeichnen: Unter anderem schaffte sie es während ihrer Zeit bei den Boston Breakers mehrere Male in die beste Elf der U.S.-Frauen-Fussballliga WUSA. Doch die größten Erfolge feierte sie auf internationaler Ebene.

Nach zwei Weltmeistertiteln bei einer FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft™ beendete Lilly ihre internationale Karriere als Rekordnationalspielerin der USA bei WM-Endrunden. Sie spielte bei ihren fünf WM-Endrundenteilnahmen jeweils in allen sechs Spielen der USA (China VR 1991, Schweden 1995, USA 1999 und 2003 sowie China VR 2007) und absolvierte damit insgesamt 30 WM-Partien. Ihre beeindruckende Karriere ist zudem mit drei olympischen Medaillen gekrönt, zwei Mal Gold (Atlanta 1996 und Athen 2004) und ein Mal Silber (Sydney 2000).

Sie repräsentierte die USA auf internationaler Ebene mit einem derartigen Erfolg und mit solch glänzender Bravour, dass es kaum verwundert, dass die Fussballer-Ikone Kristine Lilly vielen der derzeitigen Spielerinnen der U.S.-amerikanischen Nationalmannschaft als Vorbild dient. Unter ihnen ist die Rekord-Torschützin der USA, Abby Wambach. "Wenn es in dieser Mannschaft jemanden gibt, dem alle zuhören, wenn sie spricht, dann ist das Lil", erzählte Wambach FIFA.com vor Lillys Rücktritt vom Profifussball. "Sie ist in unserem Team ein Quell der Weisheit und sie verkörpert einfach alles, was eine Mannschaftsspielerin sein sollte. Ich bin stolz darauf, dass ich so lange mit ihr in einer Mannschaft spielen konnte und ich kann zweifelsohne sagen, dass mich diese Zeit zu einer besseren Fussballerin und zu einem besseren Menschen gemacht hat."

Lilly hat den Frauenfussball ohne Zweifel dauerhaft geprägt, nicht nur in den USA, sondern den Sport im Allgemeinen. Und sie ist dem Fussball ebenso dankbar für das, was er ihr gegeben hat. "Dankbar bin ich nicht nur für den fussballerischen Teil, sondern vor allem dafür, dass ich so viele Menschen kennen gelernt habe und dauerhafte Beziehungen und Freundschaften mit ihnen aufbauen konnte", äußerte Lilly bei der Feier anlässlich ihrer Aufnahme in die National Soccer Hall of Fame. "Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Ich habe mich immer wie zu Hause gefühlt, wenn ich Fussball spielen und das Trikot mit der Nummer 13 anziehen konnte: Das ist etwas, wofür ich immer dankbar sein werde."