*Salisbury – Australiens unermüdliche Spielführerin *

Australien hat in den letzten Jahrzehnten viele Spitzenspielerinnen hervorgebracht und die Matildas haben ihren Status auf der Weltbühne verbessern können. Eine Fussballerin ragt jedoch über alle anderen hinaus, und zwar im figurativen und im wortwörtlichen Sinn. Als Cheryl Salisburys 15-jährige Länderspielkarriere 2009 zu Ende ging, hatte die aus Newcastle stammende Innenverteidigerin bereits zahlreiche Meilensteine erreicht.

Die über 1,80 große Spielerin mit der athletischen Statur war eine eindrucksvolle und inspirierende Erscheinung. Aber Salisbury war mehr als nur athletisch. Einmal abgesehen von ihrer bekannten Defensivstärke, war sie auch technisch versiert mit beiden Füßen, zeichnete sich in der Ballverteilung sowie durch eine beachtliche Kopfballstärke aus.

Auf der Weltbühne war sie fast zwei Jahrzehnte lang Stammgast bei großen internationalen Frauenfussball-Turnieren. Sie war bei vier FIFA Frauen-Weltmeisterschaften™ dabei – nur eine Handvoll Spielerinnen war noch häufiger bei diesem Turnier vertreten – und nahm an zwei Olympischen Fussballturnieren teil. Bis sie ihre Fussballschuhe an den Nagel hängte, war Salisbury bei jedem Turnier dabei, an dem die australische Nationalmannschaft teilnahm. Salisbury war außerdem die einzige Australierin, die 2004 ins FIFA All-Star-Team der Frauen gewählt wurde.

Sie gehörte fast ihre gesamte Karriere hindurch zur ersten Garde der Matildas. Da ist es kaum verwunderlich, dass Salisbury am Ende auf 151 Länderspieleinsätze kam und damit im australischen Frauen- und Männerfussball den Rekord hält. Obwohl sie über weite Strecken ihrer Laufbahn in der Abwehr spielte, erzielte sie auch 38 Länderspieltore. Auch dies war nationaler Rekord, bis er 2014 von Kate Gill gebrochen wurde, die übrigens ebenfalls in Newcastle aufgewachsen ist.

Salisburys Karriere war nicht nur von zahlreichen Höhepunkten, sondern auch von vielen Novitäten gekennzeichnet. Sie war die erste australische Frau, die im Erwachsenenalter auf Halbprofiebene im Männerfussball aktiv war und spielte während der 1990er Jahre eine Zeit lang in Japan und später in den USA, was für die damalige Zeit ungewöhnlich war.

Der legendären Spielerin wurde in Australien in Form einer Medaille Tribut gezollt, die der besten Spielerin der australischen W-League verliehen wird. Außerdem wurde ein Elitewettbewerb für Juniorinnen nach ihr benannt. In ihrer Heimatstadt Newcastle trägt sogar ein Pferderennen ihren Namen.

"Cheryl genießt weltweit Respekt", so der ehemalige australische Nationaltrainer Tom Sermanni. "Es gibt keine zweite Cheryl Salisbury und es wird sie auch so schnell nicht geben."

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