Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist eigentlich ihr Vater "schuld", dass Mandy Islacker mit der deutschen Nationalmannschaft beim Olympischen Fussballturnier der Frauen Rio 2016 auf Medaillenjagd geht. Schließlich war er derjenige, der sie zum Fussball brachte.

"Es war damals so, dass mein Vater Trainer war", erzählt die 1,64 Meter große Stürmerin im Interview mit FIFA.com lachend. "Er hat mich immer mit zu den Plätzen genommen und ich fand dann Spaß am Fussballspielen. Irgendwann hat er mich im Verein angemeldet."

Und von da an ging es mit ihrer Karriere bergauf. Als gerade einmal 16-Jährige kam sie im Jahr 2004 zum FCR 2001 Duisburg und gab gegen den VfL Wolfsburg ihr Bundesliga-Debüt. Es folgten Stationen beim FC Bayern München, mit dem Islacker die Vizemeisterschaft feiern konnte, und dem BV Cloppenburg. Seit 2014 schnürt sie für den 1. FFC Frankfurt die Schuhe und feierte dort ihren bisher größten Erfolg. Im Finale der UEFA Women’s Champions League gegen Paris Saint-Germain erzielte die gebürtige Essenerin den 2:1-Siegtreffer.

Dass irgendwann auch Bundestrainerin Silvia Neid auf sie aufmerksam werden würde, war nur noch eine Frage der Zeit. Am 10. Oktober durfte sich Islacker erstmals das Nationaltrikot überziehen und steht nun, nur zehn Monate nach ihrer Premiere in Brasilien auf dem Platz.

Alles auf Anfang
"Dass ich jetzt hier dabei bin, damit ist auf jeden Fall ein Traum in Erfüllung gegangen. Das hätte ich niemals gedacht", schwärmt die 28-Jährige von ihrem Aufenthalt am Zuckerhut.  "Ich freue mich sehr dabei zu sein und genieße jeden Augenblick. Brasilien ist ein schönes Land und man sieht die anderen Mannschaften, da man im selben Hotel ist. Man spielt in großen Stadien und es sind richtig viele Zuschauer da. Das ist auf jeden Fall ganz cool."

Gegen Kanada kam sie zu ihrem ersten Einsatz. Richtig zufrieden ist sie mit ihrer Leistung allerdings nicht. "Da geht auf jeden Fall mehr. Ich bin immer sehr selbstkritisch. Ich kann es auf jeden Fall besser." Am Ende ging die Partie mit 1:2 verloren und Deutschland musste sich mit dem zweiten Tabellenplatz begnügen. Auch im Spiel zuvor gegen Australien war der zweimalige Weltmeister nur zu einem Remis gekommen. "Ich glaube, dass wir etwas zu wenig Bewegung vor dem Ball hatten", wagt die Islacker einen Erklärungsversuch und zeigt sich gleichzeitig kämpferisch. "Wir sind jetzt im Viertelfinale und da zählen diese Spiele nicht mehr. Wir sind in der K.o.-Phase und da geht um den Einzug ins Halbfinale."

In der Runde der letzten Acht treffen die DFB-Frauen auf China VR. Ein Duell, das es bisher 29 Mal gab - zuletzt 2015 beim Algarve Cup. Deutschland ging damals als Sieger vom Platz (2:0). "China ist eine spielstarke und technisch gute Mannschaft. Es wird ziemlich schwer, aber wir wollen natürlich ins Halbfinale. Wir müssen auf jeden Fall den Ball gut laufen lassen, viel Bewegung vor dem Ball haben und versuchen über die Außen zu spielen."

Und wenn die Arena Fonte Nova in Salvador hält, was sie verspricht, dann dürfen sich die Zuschauer über jede Menge Tor freuen. In acht Spielen der Olympischen Fussballturniere wurden bisher 39 Treffer erzielt...