Nach der Gruppenphase des Olympischen Fussballturniers der Frauen Rio 2016 konnte nur ein Team eine makellose Bilanz aufweisen: Kanada. Titelverteidiger USA und Gastgeber Brasilien waren als großer Favoriten ins Rennen gegangen. Nach zwei Siegen nahmen beide Mannschaften jedoch einen Gang raus und enttäuschten in ihren letzten Duellen eher. Der zweimalige Weltmeister aus Deutschland, der mit großen Ambitionen nach Brasilien gereist ist, bot hingegen keine überzeugende Leistung.

Für Simbabwe und Kolumbien war es der erste Auftritt bei Olympia, für die Afrikanerinnen sogar der erste Auftritt überhaupt auf einer weltweiten Bühne. Zwar musste der Neuling aus Simbabwe drei Niederlagen hinnehmen, aber das Team bewies, dass sich der Frauenfussball auf dem richtigen Weg befindet.

Gruppe E im Rückblick
Zweimal war Brasilien knapp an einer Goldmedaille vorbeigeschrammt. 2004 und 2008 gab es am Ende Silber. Vor heimischem Publikum soll es nun das oberste Treppchen auf dem Siegerpodest werden. Entsprechend souverän gewannen Marta & Co, die ihr Heimatland in Verzückung versetzten, ihre ersten beiden Begegnungen (3:0 gegen China VR; 5:1 gegen Schweden) und sendeten eine klare Kampfansage an die Konkurrenz. Mit dem Viertelfinal-Ticket in der Tasche ließen sie es im letztem Spiel gegen Südafrika etwas ruhiger angehen. Am Ende stand nur ein 0:0 auf der Anzeigentafel. 

Schweden blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück und zog als Gruppendritter in die nächste Runde ein. Bereits gegen Südafrika (1:0) tat sich die Mannschaft von Pia Sundhage schwer. Gegen Brasilien gab es dann eine Lehrstunde par excellence. Zwar stand gegen China VR wieder die Null (0:0), doch die Offensive erwies sich als erschreckend schwach. Im Viertelfinale gegen die USA müssen sich die Schwedinnen von einer anderen Seite zeigen, wenn das Turnier für sie nicht nach der Runde der letzten Acht beendet sein soll.

Die Südafrikanerinnen reisen mit einem Erfolgserlebnis in ihre Heimat zurück, nachdem sie zum Abschluss gegen die Gastgeberinnen zu einem torlosen Remis kamen. Die Elf von Vera Pauw präsentierte sich kompakt, verteidigte clever und sorgte selbst immer wieder für Gefahr.

Gruppe F im Rückblick
Nachdem Deutschland die Auflage 2012 in London verpasst hatte, soll Olympia 2016 mit einem Erfolg gekrönt werden. Eine Goldmedaille fehlt den DFB-Frauen noch im Trophäenschrank. Am Ende der Vorrunde herrscht jedoch Ernüchterung: Mit vier Punkten (6:1 gegen Simbabwe; 2:2 gegen Australien) und nur dank des besseren Torverhältnisses gegenüber Australien zog Deutschland als Gruppenzweiter in die nächste Runde ein.

Kanada zeigte hingegen durchgehend eine starke Leistung, bei der besonders Youngster Janine Beckie an der Seite von Christine Sinclair hervorstach. Gleich im ersten Spiel gegen Australien (2:0) erzielte sie den schnellsten Treffer in der Olympia-Geschichte und war auch gegen Simbabwe doppelt erfolgreich. Zum Abschluss konnten die Big Red ihre Bilanz gegen Deutschland aufbessern. Nachdem Kanada zuvor in zwölf Spielen gegen Deutschland ohne Sieg geblieben war, feierte die Nordamerikanerinnen einen 2:1-Erfolg und gehören nach ihrem starken Auftritt zu den Titel-Anwärtern.

Gruppe G im Rückblick
Wie zu erwarten beendete Weltmeister und Titelverteidiger USA die Vorrunde als Gruppensieger. Einhundertprozentig überzeugen konnten die Stars & Stripes dabei nicht. Dem Goldfavoriten reichte am 3. Spieltag ein 2:2 gegen Schlusslicht Kolumbien, um in der Tabelle vorn zu bleiben. Die ersten beiden Partien hatten die USA zuvor nur knapp für sich entscheiden können.

Frankreich kassierte, wie schon bei der ersten Olympia-Teilnahme 2012, in der Vorrunde eine Niederlage gegen die USA (0:1) und feierte Siege gegen Kolumbien (4:0) und Neuseeland (3:0). Trotz des souveränen Erfolges gegen Neuseeland konnten Les Bleues die U.S.-Girls nicht mehr einholen und gehen als Zweiter in die nächste Runde.

Neuseeland, das nach Peking 2008 und London 2012 zum dritten Mal in Folge am Olympischen Fussballturnier der Frauen teilnahm, verpasste dieses Mal nur knapp die K.-o.-Runde. Mit drei Punkten (1:0-Sieg gegen Kolumbien) beendeten die Football Ferns die Vorrunde und hatten am Ende nur einen Zähler weniger auf dem Konto, als die beiden besten Drittplatzierten Schweden und Australien.