Die DFB-Frauen haben den Traum von der Olympischen Goldmedaille wahr werden lassen. Im Finale von Rio 2016 setzte sich das Ensemble von Silvia Neid mit 2:1 gegen Schweden durch.

Für beide Mannschaften war das Endspiel des Olympischen Fussballturniers Rio 2016 eine Premiere, denn weder Schweden noch Deutschland konnten zuvor jemals in einem Olympia-Finale einziehen. Beide Kontrahenten standen sich bisher in 25 Duellen gegenüber, keines davon endete mit einem Unentschieden.

Man konnte vor allem auch auf die taktische Ausrichtung gespannt sein, nachdem die Tre Kronor zweimal hintereinander ins Elfmeterschießen mussten. Die ersten Minuten im Estadio Maracanã sahen allerdings nicht so aus, als würde Schweden-Trainerin Pia Sundhage an ihre Defensiv-Taktik der vergangenen Spiele in Brasilien festhalten.

Die Schwedinnen waren es nämlich, die durch einen direkt auf das Tor von Almuth Schult geschossenen Eckball zu einer ersten Chance kamen. Auch im weiteren Verlauf hatten die Skandinavierinnen zunächst mehr vom Spiel. Olivia Schough vergab aus aussichtsreicher Position nach einem Pass in den Lauf von Lotta Schelin. Erst nach und nach kam der zweimalige Weltmeister besser in die Partie. An einem Querpass von Melanie Leupolz flog Alexandra Popp nur knapp vorbei, ein Schuss von Anja Mittag aus 20 Metern stellte Schlussfrau Hedvig Lindahl vor keinerlei Probleme. Auf der Gegenseite stellte Almuth Schult ihre Weitsicht unter Beweis, als sie vor Schelin einen Ball per Kopf abwehrte.

Die Begegnung nahm weiter Fahrt auf und beide Teams fanden immer wieder die Lücke in der gegnerischen Hintermannschaft. Melanie Leupolz köpfte einen Ball nur knapp über die Querlatte, Mittag kam nach einen Abpraller von Lindahl nur einen Schritt zu spät. Die Damslandslaget vergaben durch Schelin und Kosovare Asllani immer wieder gute Möglichkeiten.

Der zweite Abschnitt hielt, was der erste versprach und begann gleich mit einem Paukenschlag, Dszenifer Marozsan nahm in der 48. Minute Maß und zirkelte das runde Leder aus 18 Metern unhaltbar in die Maschen. Nach dem Gegentreffer schien die Elf von Sundhage kurzzeitig aus dem Konzept gebracht worden zu sein, fing sich aber schnell wieder. Immer wieder war es Schelin, die für Schwung im schwedischen Spiel und Gefahr sorgte.

Linda Sembrant sorgte dann unfreiwillig für das zweite Tor in der Partie, als sie das runde Leder ins eigene Gehäuse beförderte. Ein Freistoß von Maroszan knallte an den Pfosten und der Abpraller unglücklich auf dem Fuß von Sembrant. Jetzt war Feuer in der Partie und den Schwedinnen gelang durch Stina Blackstenius der Anschluss. Auf der Gegenseite schoss Popp am leeren Tor vorbei. Es blieb spannend und das Geschehen wog hin und her, da beide Teams nach vorne drängten. Einen Freistoß von Marozsan konnte Lindahl gerade noch zur Ecke abwehren.

Die Schwedinnen, die nach dem Finale mit dem FIFA Fairplay Award ausgezeichnet wurden, drängten auf den Ausgleich und sorgten immer wieder für brenzlige Situationen im deutschen Strafraum. Der Ausgleich fiel jedoch nicht mehr und Deutschland gewann erstmals Olympisches Gold.