Wie heißt es so schön? Jeder hat einmal klein angefangen. Eine Aussage, die perfekt auf Sara Däbritz zutrifft, die am Freitag mit den deutschen Frauen die Goldmedaille im Visier hat. Schon bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2012 in Aserbaidschan glänzte die heute 21-Jährige mit hervorragenden Leistungen. Vielen sahen in ihr riesiges Potential schlummern und hielten sie für einen der Stars dieses Turniers.

Dass die U-17-Frauen-WM das Sprungbrett für eine große Karriere sein kann, haben schon viele Spielerinnen vor ihr bewiesen. Alexandra Popp und Dzsenifer Marozsán gehören dazu. Beide wagten ihre ersten WM-Gehversuche bei einem U-17-Frauen-Turnier der FIFA. "Die beiden sind auf jeden Fall Vorbilder für mich. Sie haben in ihrem jungen Alter schon ganz schön viel erreicht. Das ist schon krass. Sie sind noch ziemlich jung und spielen jetzt schon in der A-Nationalmannschaft. Von denen kann man sich schon eine Scheibe abschneiden", äußerte sich das Ausnahmetalent damals über ihre Vorgängerinnen.

Vier Jahre später ist Däbritz fester Bestandteil des Teams von Silvia Neid und spielt an der Seite ihrer Vorbilder um Titel. "Sara hat sich hervorragend ‎entwickelt und das in allen Bereichen. Sie hat ihre positive Entwicklung bislang eindrucksvoll im Olympischen Turnier gezeigt und eine starke Leistung geboten", so die Bundestrainerin über ihren Schützling. Eine Leistung, die sich auch in Toren widerspiegelt. Denn wenn die gebürtige Ambergerin das Spielfeld betritt, dann sollten sich die gegnerischen Spielerinnen vor ihrer Treffsicherheit in Acht nehmen. Dreimal war Däbritz bisher in Brasilien erfolgreich, zuletzt im Halbfinale gegen Kanada.

"Es war super wichtig, weil es dann einfach 2:0 stand und wir eine größere Sicherheit hatten. In dem Spielverlauf war es wichtig, da Kanada einfach noch Mal am Drücker war. Es hat uns dann noch einmal gut getan", beschreibt das Mittelfeld-Ass im Gespräch mit FIFA.com. "Aber selbst bei einem 2:0 darf man nicht locker lassen. Im Fussball geht es so schnell. Hätte Kanada ein Tor gemacht, dann wären wir wahrscheinlich ins Schwimmen gekommen. Es war einfach gut, dass bei uns die Null gestanden hat. Wir haben das ganze Spiel lang super verteidigt, uns am Ende noch mal etwas zurückgezogen und Kanada hat gedrückt. Aber wir haben dem Druck gut standgehalten.“

Auf Wiedersehen Belo Horizonte – Hallo Rio!
Wie es sich anfühlt Titel zu gewinnen, das weiß die Spielerin des FC Bayern München. 2013 wurde sie mit Deutschland Europameisterin, ein Jahr später folgte der Triumph bei der U-20-Frauen-WM in Kanada. Jetzt bei Olympia dabei sein zu dürfen, ist für sie das berühmte Tüpfelchen auf dem i. "Olympia hat einen riesigen Stellenwert für mich. Es ist das Ziel jeder jungen Spielerin, später einmal in der A-Nationalmannschaft zu stehen und große Turniere zu spielen. Olympia ist noch einmal etwas ganz anderes, da es das größte Sportevent der Welt ist. Es ist etwas Besonderes, hier zu sein."

Jetzt soll dieses besondere Erlebnis noch mit einer Goldmedaille gekrönt werden. Einen Tag nach dem Triumph über Kanada traten die DFB-Frauen die Reise nach Rio an, wo es am Freitag zum finalen Showdown gegen Schweden kommt. Worauf sich Däbritz in Rio besonders freut?

"Dass wir jetzt das Olympische Flair auch mal miterleben. Wir sind dann im Olympischen Dorf. Und zu sehen, wie es da so abläuft, ist natürlich toll. Aber wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Wir haben nur zwei Tage Zeit, um zu regenerieren. Es ist einfach der Wahnsinn, wenn ich darüber nachdenke, dass wir im Maracanã  spielen. Das war schon unser Ziel bei der Vorbereitung, Wir hatten dieses Ziel und diesen Traum vor Augen und haben ihn uns erfüllt. Jetzt wollen wir das Spiel auch gewinnen.“