504 Spielerinnen und Spieler offiziell nominiert
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Während sich der Fackellauf mit dem Olympischen Feuer unaufhaltsam auf London zubewegt, werden dort die letzten Vorbereitungen für eine erfolgreiche Organisation der Olympischen Spiele 2012 getroffen. Über 10.000 Athleten werden in 39 Sportarten in den Wettstreit um die olympischen Medaillen treten. Und was die weltweit beliebteste aller Sportarten anbelangt, so kennen wir seit heute die offizielle Liste der 288 Männer und 216 Frauen, die beim Olympischen Fussballturnier um das begehrte Edelmetall kämpfen werden.

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Das Olympische Fussballturnier der Männer wird von U-23-Auswahlteams bestritten, in denen laut Reglement maximal drei Spieler oberhalb der Altersgrenze zugelassen sind. Zu Letzteren zählt mit Ryan Giggs von Manchester United auch der älteste Feldspieler dieses Turniers, der mit 38 Jahren und neun Monaten mehr als doppelt so alt ist wie der jüngste Spieler, Muller Dinda aus Gabun, dessen Alter gerade einmal 16 Jahre und zehn Monate beträgt.

Der gleichen Generation wie Giggs gehört Neuseelands Torhüterin Jenny Bindon an, die das 39. Lebensjahr sogar schon vollendet hat. Damit avanciert die Neuseeländerin zur bislang zweitältesten Akteurin überhaupt, die je für ein Olympisches Fussballturnier nominiert wurde. Vor ihr rangiert nur noch die Brasilianerin Meg, die bei der Turnierauflage 1996 bereits 40 Jahre und sieben Monate alt war.

USA träumen vom drittten Gold
Anders als bei den Männern gibt es bei den Frauen keine Altersbeschränkung, so dass dort die A‑Nationalmannschaften spielberechtigt sind. Dadurch ist unter anderem auch das japanische Frauen-Nationalteam als amtierender Weltmeister mit von der Partie. Die 18 Japanerinnen, die in London 2012 die Olympische Goldmedaille im Visier haben, sind die gleichen Spielerinnen, die sich bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™ mit der WM-Krone schmücken konnten.

Weil das Reglement bei den Frauen keine Altersbeschränkung vorschreibt, ist deren "Olympische Karriere" auch deutlich länger als bei den männlichen Olympiateilnehmern. So werden wir in London 2012 beispielsweise erneut Formiga in Aktion sehen. Für die Brasilianerin, die seit Atlanta 1996 bei jedem Olympischen Fussballturnier dabei war, ist London 2012 bereits die fünfte Olympiateilnahme. Dahinter folgen in dieser Statistik die Brasilianerinnen Andreia und Rosana, die U.S.-Amerikanerin Christie Rampone sowie die bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011™ als beste Spielern ausgezeichnete Japanerin Homare Sawa, die jeweils zum vierten Mal bei Olympischen Spielen vertreten sein werden.

Die bisher erfolgreichste Spielerin ist Rampone, die mit den USA bereits zwei Mal Olympisches Gold und ein Mal Silber gewinnen konnte. Auf bislang ebenfalls zwei Goldmedaillen brachten es Hope Solo, Shannon Boxx und Heather O'Reilly. Werden sie in Großbritannien zum dritten Mal Gold holen können?

Alte Bekannte
Bei den Männern werden die Brasilianer Marcelo, Thiago Silva und Pato sicher alles daran setzen, ihre Bronzemedaille von Peking 2008 diesmal möglichst zu vergolden. Schließlich ist ein Triumph bei Olympischen Spielen der einzige Titel, den die Seleção bislang noch nicht gewinnen konnte.

Außer den genannten Brasilianern werden in London noch neun weitere Akteure mit Olympiaerfahrung am Start sein. Während Maya Yoshida (Japan), Ian Hogg und Ryan Nelsen (Neuseeland) und Jung Sung Ryong, Ki Sung Yueng und Park Chu Young (Korea Republik) schon vor vier Jahren in Peking um die Medaillen spielten, hatten der mexikanische Torhüter José Corona und der Japaner Yuhei Tokunaga bereits 2004 in Athen die Farben ihres Landes vertreten. Dazu kommt noch Kim Chang Soo (Korea Republik), der 2008 in Peking zwar zum Mannschaftskader gehörte, das gesamte Turnier aber von der Ersatzbank aus verfolgte.

Auch wenn sich bei den Männern "nur" die Nationalteams der U‑23-Kategorie gegenüberstehen, die Bedeutung dieses Turniers wird dadurch keinesfalls geschmälert. Dies wird schon daran deutlich, dass in London mit Mano Menezes (Brasilien), Oscar Tabárez (Uruguay), Georgy Kondratyev (Belarus) und Luis Suárez (Honduras) gleich vier Trainer an der Seitenlinie stehen werden, die auch die A‑Nationalmannschaft ihres Landes betreuen. Sie alle messen demnach dem Nachwuchs als künftige Spielergeneration eine enorme Bedeutung bei.

Drei spanische Welt- und Europameister vor Ort
Apropos Trainer: Erinnern Sie sich noch an die Partien Uruguay gegen die Republik Korea und Ägypten gegen England bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Italien 1990™? Damals standen sich die heutigen Trainer Stuart Pearce (GBR) und Hany Ramzy (EGY) nämlich auf dem Rasen als Spieler gegenüber. Und Myung Bo Hong, der heute die südkoreanische Olympiaauswahl betreut, war bei jenem WM-Turnier vor 22 Jahren einer der Spieler, die Oscar Tabárez in dessen Anfangszeit als Trainer der Celeste die eine oder andere Sorgenfalte auf die Stirn trieb.

Ein weiteres Indiz für den hohen Stellenwert, den der Gewinn einer Olympischen Goldmedaille für einen Fussballer besitzt, liefert die intensive Vorbereitung auf dieses Turnier seitens der teilnehmenden Profis. Allen voran die Spanier Jordi Alba, Juan Manuel Mata und Javi Martínez, die trotz der Tatsache, dass sie bei der UEFA EURO 2012 im Einsatz waren und dort am 1. Juli erfolgreich ihren kontinentalen Titel verteidigt haben, keine Sekunde zögerten und sofort zusagten, als sie von Spaniens Olympiatrainer Luis Milla gefragt wurden, ob sie die Roja in London 2012 verstärken würden. Dabei waren die beiden Letztgenannten schon bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 am spanischen Titelgewinn beteiligt gewesen. Dennoch stellt auch für sie die Teilnahme an Olympischen Spielen etwas ganz Besonderes dar.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf das Olympische Reglement. Außer den 18 offiziell für das Turnier nominierten Spielern ist jeder teilnehmende Verband berechtigt – falls er dies für notwendig hält – bis zu vier weitere Akteure zu benennen, die dann zwar in der offiziellen Teilnehmerliste geführt, im Turnier selbst aber im Regelfall nicht eingesetzt werden dürfen. Sinn dieser Regelung ist es, dass man für den Fall, dass einer oder mehrere Spieler verletzungsbedingt oder aufgrund höherer Gewalt nach Beginn des Turniers ausfallen sollten, auf Ersatzspieler zurückgreifen kann, die sich bereits vor Ort befinden. Näheres erfahren Sie dazu im Artikel 10 des Reglements (siehe Links zum Herunterladen am rechten Rand).