China

China ist der perfekte Austragungsort für das Olympische Frauenfussball-Turnier, betrachtet man das historische Engagement des Landes im Frauenfussball. Die nächste Ausgabe dieses bedeutenden Frauenfussball-Wettbewerbs wird in fünf Städten des größten asiatischen Landes ausgetragen. Die Ursprünge des Spiels reichen hier bis in das zweite Jahrhundert zurück.

Es gilt als gesichert, dass dieses Spiel - "Cuju" genannt - bereits während der Han-Dynastie in der ostchinesischen Provinz Shandong gespielt wurde. Das Spiel wurde über viele Jahrhunderte in kaum veränderter Form in China gespielt, bevor Mitte des 18. Jahrhunderts an englischen Universitäten abgewandelte und neue Regeln aufgestellt wurden, die den Beginn des modernen Fussballspiels darstellen.

Als das moderne Spiel um 1900 herum wieder nach China gelangte, wurden somit aus den eigentlichen Erfindern des Fussballspiels die neuen Schüler. Erst 1924 wurde der nationale Fussballverband gegründet. Sechs Jahre später trat der Verband der FIFA bei.

Natürlich war man sich in China bewusst, dass man ein gutes Stück von der Weltspitze entfernt war. Doch man verlor keine Zeit damit, den alten Zeiten nachzutrauern oder sich gegen die neuen Regeln zu stemmen. Stattdessen begannen die Chinesen, die Entwicklung im eigenen Land voranzutreiben. Mit der offeneren Politik ab dem Jahr 1978 ging auch eine Öffnung im sportpolitischen Sinne einher.

Der erste große Durchbruch stellte sich ein, als China 1985 die erste FIFA U-17-Weltmeisterschaft ausrichtete. Auch in sportlicher Hinsicht war das Turnier für die Chinesen durchaus ein Erfolg, erreichten sie doch die Runde der letzten Acht. Viel mehr Aufmerksamkeit verdiente allerdings der erstaunliche Aufschwung der Frauen-Mannschaft, die schon vor zwei Jahrzehnten ihren Anspruch zeigte, zur Weltelite zu gehören. So siegten die Chinesinnen im Finale der AFC Frauenfussball-Meisterschaft 1986 gegen Japan und begründeten dann ihren Ruf als führendes Team, indem sie den Titel sechs Mal in Folge verteidigen konnten. Bei den Olympischen Spielen von Atlanta 1996 unterlagen die Chinesinnen im Finale gegen die USA und gewannen die Silbermedaille. Drei Jahre später standen sich die gleichen Teams im Finale der FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft USA 1999 wieder gegenüber. Dieses Mal unterlagen die Chinesinnen erst im dramatischen Elfmeterschießen, dass Brandy Chastain für die USA entschied.

Auch im neuen Jahrtausend machen die Chinesen weiterhin große Fortschritte. Allerdings gab es auch Rückschläge. So verlief die FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft USA 2003 für die Chinesinnen sehr enttäuschend, und bei den Olympischen Spielen von Athen 2004 setzte es eine katastrophale 0:8-Niederlage gegen Deutschland. Die U-19-Auswahl hingegen wurde bei der FIFA U-19-Frauenfussball-Weltmeisterschaft Thailand 2004 Zweiter. Für die Männer gab es mit der erstmaligen Qualifikation für eine FIFA Weltpokal™-Endrunde (beim FIFA Weltpokal Korea/Japan 2002™) auch etwas zu feiern.

Bisherige Erfolge:

Seitdem China 1991 Gastgeber der ersten FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft war, hat sich die Mannschaft bei allen drei folgenden Turnieren (1995, 1999 und 2003) stets als starker Gegner präsentiert. Dabei war das Erreichen des Finales 1999 in den USA der Höhepunkt. Beim Turnier 2003 hingegen scheiterte die überalterte Mannschaft der Chinesinnen im Viertelfinale mit 0:1 an Kanada. Auch im Jahr 2007 wird China Gastgeber der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft sein.

Ein zweiter Platz bei den Titelkämpfen 1999 in den USA war für China in diesem Wettbewerb das bisher beste Abschneiden. 2003 musste man sich im Viertelfinale mit 0:1 gegen Kanada geschlagen geben. 1996 in Atlanta holten die "Steel Roses" die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen.

Hätten Sie's gewusst?

Die Volksrepublik China hat eine Bevölkerung von über 1,3 Mrd. Menschen und ist damit das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Die Hauptstadt Peking ist das kulturelle und politische Zentrum des Landes. Auch die wichtigsten Bildungseinrichtungen befinden sich hier.

China gehört mit Griechenland, Ägypten und Indien zu den vier ältesten Hochkulturen der Weltgeschichte. Die erste chinesische Dynastie reicht bis in das Jahr 2.200 v. Chr. zurück

Es gibt 56 verschiedene ethnische Gruppen in China, von denen die der Han die größte ist und die Mehrheit der Bevölkerung stellt.

Mandarin-Chinesisch oder Pu Tong Hua ist der offizielle Dialekt der chinesischen Sprache und damit die am meisten gesprochene Sprache.

Auf dem chinesischen Festland wird eine vereinfachte Form der Sprache verwendet, während in Chinese Taipei, Hongkong, Macao etc. noch das traditionelle Chinesisch nutzt.

Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus sind die drei großen Religionen im Land, wobei es auch zahlreiche Muslime und Christen gibt.

Geografische Lage

China liegt in Ostasien und hat eine Ost-West-Ausdehnung von 5.000 km vom Heilongjiang-Fluss im Osten bis hin zum Pamirgebirge in Zentralasien sowie eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 4.000 km von der Provinz Heilongjiang bis zur Hainan-Insel im Süden.

Das Land grenzt im Norden an die Mongolei und Russland, im Westen an Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan, im Süden an Indien, Pakistan, Nepal, Bhutan, Myanmar sowie im Osten an die DVR Korea.

Landesbeschaffenheit

Mit 9.596.960 Quadratkilometern Fläche ist China das drittgrößte Land der Welt. Das Qingzang-Plateau in Tibet liegt ca. 4.000 Meter über dem Meeresspiegel und wird daher oft als "Dach der Welt" bezeichnet. Die beiden längsten Flüsse des Landes, der Yangtze und der Huang He, fließen durch das Landeszentrum und weiter zur Küste, bevor sie im Osten ins Meer münden.

Im größten Teil Chinas herrscht ganzjährig ein gemäßigtes Klima vor. In den nördlich gelegenen Landesteilen gibt es hingegen strenge Winter, während das Klima im Süden zum Teil tropische Züge trägt. Die Temperaturen betragen von -28 Grad im Januar im hohen Norden bis hin zu +28 Grad im Juli im Süden. Die Sommermonate sind durch Monsunwinde mit viel Niederschlag gekennzeichnet, während im Winter die Monsunwinde trockene Luft heranführen.