Frauenfussball

Otaki: "Möchte beweisen, dass nichts unmöglich ist"

(FIFA.com)
Ami Otaki
© Getty Images
  • Ami Otaki schloss im Juli 2017 erfolgreich den FIFA-Master ab
  • Internationale Umgebung ausschlaggebend für den Erfolg
  • Nächstes Ziel? Olympia 2020

Es beginnt meistens mit einem Traum...

Das war auch bei Ami Otaki nicht anders. In ganz jungen Jahren fing die Japanerin bereits an gegen den Ball zu treten und spielte mit sechs erstmals in einem Verein. "Als ich 14 Jahre alt war, ging ich zum ersten Mal in die USA, um Freundschaftsspiele zu absolvieren. Seitdem wollte ich internationale Profispielerin werden", erklärt Otaki im Interview mit *FIFA.com *und ergänzt: "Ich habe versucht, so viele Chancen wie möglich zu nutzen, um im Ausland zu spielen, und schließlich habe ich meinen Traum wahr gemacht, als ich im Alter von 22 Jahren bei Olympique Lyon unterschrieb."

Doch was kommt nach der Karriere? Eine Frage, die sich auch die heute 28-Jährige stellt. Nur die wenigsten finden ihr Glück auf der Trainerbank oder avancieren zu gefragten TV-Experten. Otaki verfügte über keinen anderen Beruf als den der Fussballerin. Wo ihre Stärken liegen? Das konnte die Champions-League-Siegerin des Jahres 2012 nicht genau sagen. "Ich war auf der Suche nach einem internationalen Master-Programm, das auf Sport spezialisiert ist, nachdem ich im Jahr 2015 das erste Mal in den Ruhestand gegangen bin. Der FIFA Master ist in Japan dank Tsuneyasu Miyamoto [ehemaliger Kapitän der japanischen Nationalmannschaft, Anm.d.R.] bekannt, der an der 13. Ausgabe teilnahm", so Otaki.

"Ich wusste, dass ich in der Zukunft gerne in der Sportindustrie arbeiten würde, hatte aber keine Ahnung, was ich tun kann und was ich tun möchte. Die Inhalte sind ideal, um eine breitere Palette von Kenntnissen zu erwerben, die für den Erfolg in der Sportbranche benötigt werden. Die internationale Umgebung, die der FIFA-Master bietet, macht ihn zu einem wichtigen und besonderen im Vergleich mit anderen internationalen Sportmasterprogrammen. Die Zeit, die ich mit 30 Teilnehmern aus 23 Nationen verbracht habe, war eine erstaunliche Erfahrung. Auch das Netzwerk, das der FIFA-Master in der Sportbranche bietet, macht diesen besonders. Es ist eines der wichtigsten Elemente auf dem Weg zum Erfolg."

Was ist der FIFA-Master?

  • Master-Programm zur Förderung der Management-Ausbildung innerhalb der Sportwelt
  • Entwickelt, um universell ausgebildete Manager für die zunehmend komplexer werdende Welt des Sports zu formen
  • Schwerpunkt des Programms liegt auf drei wichtigen und miteinander zusammenhängenden Aspekten des Sports: Geisteswissenschaften, Management und Recht
  • Von FIFA unterstützt und durch das International Centre for Sport Studies (CIES) organisiert

Von Ruhestand kann bei der Stürmerin jedoch keine Rede mehr sein. Unmittelbar nach dem Abschluss des FIFA-Masters im Juli 2017 unterzeichnete sie einen Vertrag bei Paris FC Féminines und ging damit abermals in Frankreich auf Torejagd [Otaki verließ Paris nach der Winterpause]. Wie groß dabei die Unterschiede zwischen Japan und​ Frankreich sind, fasst sie gegenüber FIFA.com wie folgt zusammen.

"Der größte Unterschied ist, dass ich in Frankreich zuerst als Einzel- und dann als Teamspielerin agiere. Im Gegensatz dazu spiele ich in Japan zuerst für das Team und erst dann individuell. In Frankreich wird immer betont, in Eins-zu-Eins-Situationen nicht nachzugeben. In Japan bevorzugen die meisten Trainer, auf den zahlenmäßigen Vorteil zu setzen und als Gruppe anzugreifen. Dies könnte der Grund sein, warum Spieler sich bei der Rückkehr aus dem Ausland schwer tun, sich an den japanischen Fussball anzupassen."

Otaki selbst möchte zeigen, dass mit ihr zu rechnen ist. "Ich spiele jetzt mit dem Ziel, bei den Olympischen Spiele 2020 in Tokio dabei zu sein, was natürlich nicht einfach ist, aber ich möchte beweisen, dass nichts unmöglich ist."

Im Sommer wird der Blick der Japanerin erst einmal auf das Land gerichtet sein, in dem sie so viele Jahre verbracht hat, wenn vom 5. bis 24. August in Frankreich die FIFA U-20-Frauen-WM ausgetragen wird. Der Status des Frauenfussballs hatte sich im *Land der aufgehenden Sonne *nach dem Triumph bei der Frauen-WM 2011 komplett verändert. Ein Umstand, der jedoch nicht bis heute anhielt. "Diese explosive Popularität hat nicht bis jetzt angedauert, und es sind noch so viele Dinge zu tun. Aber Fussballerin werden zu wollen ist etwas, von dem viele Mädchen träumen. Das halte ich für eine der größten Errungenschaften, die das Gewinnerteam erreicht hat."

"Im Vergleich zu meiner Jugend bietet der japanische Fussballverband Spielerinnen durch Trainingszentren in Zusammenarbeit mit lokalen Verbänden enorme Möglichkeiten. Aber wir sollten uns niemals mit dem zufrieden geben, was wir bereits haben, um eine kontinuierliche Entwicklung zu ermöglichen. Aber ich bin zuversichtlich. Die Qualität unserer jüngeren Generation ist dank des Jugendprogramms enorm gewachsen. Wir befinden uns also auf dem richtigen Weg. Ich bin jedoch der Meinung, dass unser Jugendprogramm stärker darauf ausgerichtet sein sollte, starke Persönlichkeiten nicht nur technisch, sondern auch körperlich und vor allem mental zu fördern."

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