Während in der Welt des runden Leders die Tage bis zur Enthüllung des offiziellen Logos und Slogans der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ – am 19. September in Paris - heruntergezählt werden, blicken wir auf die 10 unvergesslichsten Momente in der Geschichte der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft zurück. 

Der Hintergrund
England hatte seit zwölf Jahren an keiner FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ mehr teilgenommen und war 2007 mit dem Wunsch nach China gereist, die verlorene Zeit aufzuholen und Widergutmachung zu leisten – insbesondere, da das Team bei der UEFA-Europameisterschaft der Frauen zwei Jahre zuvor auf heimischem Boden hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Allerdings mussten die Engländerinnen gegen die Japanerinnen antreten, die sich mächtig im Aufwind befanden, und hatte anschließend ein Duell mit Deutschland vor der Brust. Die Engländerinnen standen also gehörig unter Druck.

Das Besondere daran
Kurz nach der Halbzeitpause war England durch ein Freistoßtor von Aya Miyama in Rückstand geraten, und zehn Minuten vor Schluss deutete alles auf eine Niederlage hin. Und dann kam Kelly Smith. Nach Karen Carneys Zuspiel drehte die Stürmerin des FC Arsenal sich geschickt, und erzielte mit etwas Glück mit einem Linksschuss den Ausgleichstreffer für England. Beim Torjubel küsste sie den Schuh, mit dem sie die Kugel ins Netz befördert hatte. Nur drei Minuten später erzielte sie mit dem rechten Fuß den nächsten Treffer und zog sich den zweiten Schuh aus. Zwar erzielten die Japanerinnen nach einem weiteren Freistoß von Miyama kurz vor Schluss noch den Ausgleichstreffer, doch Smith leistete mit ihrem Doppelpack einen entscheidenden Beitrag zum Einzug ins Viertelfinale.

Zitat
"Ich hatte etwa eine Sekunde Zeit, das Tor zu erzielen. Mehr war es nicht. Plötzlich war ich wie im Fieber. 'Das ist die Chance! Mach es einfach!' Und das habe ich dann auch getan. Ich habe den Ball ganz cool im linken unteren Toreck platziert. In meinem Kopf herrschte plötzlich totale Leere. Das war ein ziemlich euphorischer Augenblick für mich. 'Oh mein Gott!' Ich hatte gerade das erste Tor bei einer WM-Endrunde erzielt und wusste gar nicht, was ich jetzt tun oder wie ich mich fühlen sollte. Ich war nicht darauf vorbereitet gewesen. Ich wusste einfach nicht, wie ich dieses Tor feiern sollte. Voller Freude und Stolz habe ich ohne weiter nachzudenken meinen linken Schuh ausgezogen und ihn geküsst."
Kelly Smith