• Schweiz startet am 18 Juli in die EM
  • Ziel ist das Viertelfinale
  • In Gruppe C warten Österreich, Island und Frankreich

Wenn man kurz vor einer Premiere steht, dann steigt die Nervosität normalerweise jeden Tag ein wenig mehr. Besonders wenn die Generalprobe alles andere als zufriedenstellend verlaufen ist. Die Schweizer Nationalmannschaft steht mit ihren ersten Teilnahme an einer UEFA Women’s Euro nach ihrem Auftritt bei der FIFA Frauen-WM 2015 bereits vor ihrer zweiten Premiere innerhalb von 24 Monaten. Und wenn man den Zypern-Cup im März 2017 als Generalprobe für die EM betrachtet, dann ist es wenig verwunderlich, dass von Nervosität keine Spur herrscht. Schließlich konnte die Elf von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg das Turnier auf der Mittelmeer-Insel für sich entscheiden.

"Dass wir uns wieder souverän für ein zweites großes Turnier qualifiziert haben zeigt, dass wir uns in der Weltspitze und in der europäischen Spitze etabliert haben", erklärt Voss-Tecklenburg bei einem Besuch im FIFA-Weltfussballmuseum. "Es ist nicht selbstverständlich dabei zu sein. Klar, wir sind lange zusammen und kennen uns gut. Wir haben gute Mechanismen und eine Turniererfahrung, die wir nutzen wollen. Von daher wollen wir natürlich an unser Potential herankommen und gewisse Dinge besser machen als bei der WM. Ich glaube, dann können wir auch weit kommen. Wir wollen unsere bestmögliche Leistung abrufen, und dann ist das Team zu vielem in der Lage."

Beim globalen Treffen in Kanada war im Achtelfinale Schluss für die Schweizerinnen. Gegen den WM-Gastgeber war das Team durchaus ebenbürtig, musste aber am Ende eine knappe 0:1-Niederlage hinnehmen. Die Enttäuschung über das Aus in der ersten K.-o.-Runde ist längst verflogen und die gesammelten WM-Erfahrungen lassen Ramona Bachmann positiv auf das am 16. Juli in den Niederlanden beginnende Gipfeltreffen blicken.

"Ich denke, dass wir mit einer gewissen Konstanz rechnen können, da wir schon länger zusammen spielen und die WM fast mit dem gleichen Kader bestritten haben", so die 26-Jährige. Ob diese Generation unter Beweis stellen kann, dass sie ganz oben angekommen ist? Da zeigt sich die Stürmerin im Dienste des VfL Wolfsburg optimistisch.  "Da es während der WM schon einen großen Boom gegeben hat, bin ich optimistisch, dass wir es bei der EM noch besser machen können und es noch mehr boomt."

Wie sehr es boomen wird, zeigt sich spätestens ab dem 18. Juli, wenn die Schweizerinnen in Gruppe C mit dem Spiel gegen Nachbar Österreich in den Wettbewerb starten. Es folgen Partien gegen Island und Frankreich, einem der Favoriten in den Augen von Bachmann. Das heißt aber nicht, dass nicht auch der 17. der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste den Titel im Blick haben sollte.

"Im Fussball ist alles machbar. Wir sagen, dass wir mindestens ins Viertelfinale wollen", bringt es die Schweizer Nationaltrainerin auf den Punkt. "Es ist klar, dass es andere Favoriten und Nationen gibt, die uns in der Entwicklung voraus sind, vielleicht auch einen breiteren Kader haben und Spielerinnen adäquat ersetzen können. Fakt ist: Wir gehen auf den Platz, wollen jedes Spiel gewinnen und das bestmögliche Ergebnis erzielen. Und dann ist in einem Turnier, das wurde oft bewiesen, vieles möglich. Ich werde hoffentlich nach dem Turnier sagen können, dass wir unsere bestmögliche Leistung gebracht haben, egal wie es ausgeht."