• Bei der EM trifft England auf Schottland, Spanien und Portugal
  • "Die größte Stärke des Teams ist die Mentalität"
  • Sampson will mit den Three Lionesses Geschichte schreiben

Der hochkarätig besetzte SheBelieves Cup, der im März zum zweiten Mal in den USA ausgetragen wurde, war für die englische Frauen-Nationalmannschaft zugleich Wegweiser und wichtige Vorbereitung auf die im nächsten Monat stattfindende UEFA Women’s EURO in den Niederlanden. Die Three Lionesses konnten dabei ein Ausrufezeichen setzen, indem sie einen beeindruckenden 1:0-Sieg gegen die Gastgeberinnen feierten.

"Die Erwartungen sind definitiv gestiegen", erklärt England-Coach Mark Sampson im Interview mit FIFA.com im Hinblick auf die Leistungen seiner Elf. "England pflegte mit der Hoffnung zu Turnieren zu gehen, eventuell gut abschneiden, wenn man eine fantastische Leistung zeigt. Jetzt gehen wir mit einer gewissen Erwartung zu diesem Turnier. Und diese Erwartungshaltung kommt nicht nur von außen, sondern auch von innen.“

Der Gewinn eines großen Turniers war den Engländerinnen bisher noch nicht vergönnt. 1984 und 2009 wurden sie jeweils Vize-Europameisterinnen, bei der letzten EM 2013 in Schweden war bereits nach der Vorrunde Schluss. Das soll in diesem Jahr anders aussehen, wie Sampson, der im Dezember 2013 das Amt als Nationaltrainer übernahm, klarstellt.

"Dies ist ein Team, das gewinnen will und glaubt, dass es gewinnen kann. Wir tun alles, was wir können, um uns die Chance auf den Sieg zu erarbeiten. Wir nehmen jedes Spiel, wie es kommt, und beginnen mit der Partie gegen Schottland. Aber wir sind sechs Spiele davon entfernt, Geschichte zu schreiben, und das ist unser Fokus. Die Europameisterschaft wird durch harte Arbeit gewonnen. Diese harte Arbeit hat vor langer Zeit begonnen. Hoffentlich bringt sie uns in eine gute Position, wenn wir am 19. Juli in Holland ankommen.“

In der Gruppe D warten auf den Waliser und seine Mannschaft neben Schottland noch Spanien und Portugal. Als Vierter der FIFA/Coca-Cola-Frauenweltrangliste - und damit als bestplatziertes Team in dieser Staffel - geht England als Favorit in die Vorrunde. Und damit es nicht wieder zu einem vorzeitigen Aus kommt, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. "Wir sind in sehr guter Verfassung und freuen uns auf das Turnier", unterstreicht der 34-Jährige.

"Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen und haben noch harte Arbeit vor uns. Ich möchte sicherstellen, dass wir im Juli eine bessere Version von uns sind. Die größte Stärke des Teams ist die Mentalität. Wir werden sicherlich eine Mannschaft sein, die in diesem Sommer schwer zu schlagen ist. Wir werden einen Weg finden, jedes Spiel zu gewinnen und uns weigern, nach Hause zu fahren, bis wir die Letzten sind, die nach Hause fahren. Wir sind uns bewusst, wie schwer es sein wird. Wir freuen uns auf die Herausforderung. Solange wir an uns glauben, können wir weit kommen, in diesem Sommer Geschichte schreiben und dann unseren Fokus auf 2019 richten."

Deutliche Worte und eine klare Ansage an die Konkurrenz. Darüber hinaus ist sich Sampson auch bewusst, wie wichtig ein Erfolg für den Frauenfussball in England wäre. "Es wird immer noch darüber gesprochen, dass die Männer 1966 die Weltmeisterschaft gewonnen haben. Es wäre etwas Besonderes, wenn wir in diesem Sommer weit kommen und den Unterschied machen könnten. An der Basis und hinter den Kulissen wird jede Menge harte Arbeit geleistet, um das Spiel voranzubringen. Hoffentlich kann die Nationalmannschaft den Schub bekommen, den sie verdient hat. Denn was auch immer in diesem Sommer geschieht, wir alle zusammen geben unser Bestes.“