•  Erste Trainerin der brasilianischen Frauen-Nationalmannschaft
  • Die frühere Mittelfeldspielerin war bei Klubs in Brasilien, Spanien und Italien aktiv
  • Vorbilder: Scolari, Tite, Guardiola und Mourinho

Emily Lima begann im Alter von 13 Jahren bei Saad, einem der Vorreiterklubs des Frauenfussballs in Brasilien, mit dem Fussballspielen. Im Laufe ihrer Karriere war die Mittelfeldspielerin in Spanien, Portugal und Italien aktiv, musste ihren Lieblingssport allerdings bereits mit 29 aufgeben, weil die Knie nicht mehr mitspielten.

Stationen einer Karriere
Als Spielerin
Brasilien U-17-Nationalmannschaft, Portugal A-Nationalmannschaft

Als Trainerin
Juventus, Portuguesa, Brasilien U-17, Brasilien U-15, São José

Sie hatte ursprünglich nicht vor, Trainerin zu werden, doch ihr Bruder Weber ließ nicht locker und gab ihrem Leben eine neue Richtung.

"Ich hatte eigentlich vor, im Management des Frauenfussballs tätig zu werden. Aber mein Bruder bestand darauf, dass ich das Zeug zur Trainerin hatte. Er wollte, dass ich mich eher im technischen Bereich spezialisiere. Er hat dafür gesorgt, dass ich mir das schließlich auch vorstellen konnte, und 2010 habe ich als Assistenztrainerin und Betreuerin bei Portuguesa in São Paulo angefangen. 2011 habe ich dann das Traineramt bei Juventus übernommen."

So begann die Karriere der ersten Frau am Ruder der brasilianischen Frauen-Nationalmannschaft. Sie wurde im November 2016 im Alter von gerade einmal 36 Jahren ernannt und kann bislang in fünf Spielen ebenso viele Siege verbuchen. "Die Bilanz ist sehr positiv. Ich habe einen sehr guten Draht zu den Spielerinnen und das motiviert uns, von Tag zu Tag härter zu arbeiten."

Die erste Änderung?
"Die Spielphilosophie und das Verhalten der Spielerinnen"

Das erste Ziel?
"Einen Titel holen, um herauszufinden, ob uns das hilft, noch mehr Dinge zu verändern"

Die größte Schwierigkeit?
"Die Vorurteile. Wir Frauen müssen jeden Tag beweisen, dass wir in der Lage sind, Positionen zu bekleiden, die traditionell von Männern besetzt waren. Es geht um einen kulturellen, einen sozialen Wandel, doch die Barrieren fallen langsam und wir nehmen nach und nach unsere Räume ein."

Die Leitungsaufgaben, die sie ursprünglich angestrebt hatte, kommen jetzt bei der Aufsicht über die Juniorinnen-Nationalmannschaften zum Tragen. "Wir haben die Arbeit im Nachwuchsbereich systematisiert. Die Spielphilosophie wurde vereinheitlicht, damit die Übergänge leichter werden."

Ihr ist bewusst, dass der Fussball schnellen Veränderungen unterworfen ist, und sie lernt immer gern Neues von ihren Vorbildern hinzu. "Mir hat Felipao [Luiz Felipe Scolari] schon immer gefallen, schon seit seiner Zeit bei Palmeiras. Seine Art mit den Spielern umzugehen und zu trainieren hat meine Aufmerksamkeit erregt. Und seit einiger Zeit verfolge ich auch Tite. Auf internationaler Ebene lese ich viel über Guardiola und Mourinho. Es ist unglaublich, was sie vollbracht haben."

Im Frauenfussball geht es so schnell voran, dass sie selbst bereits große Verbesserungen feststellen konnte. "Ich sehe, dass für die Spielerinnen heute fast alles einfacher ist. Die Mehrheit von ihnen ist im Ausland aktiv. Und diejenigen, die in Brasilien spielen, sind hervorragende Sportlerinnen und vor allem bei Corinthians und Santos aktiv, wo sie sehr gute Arbeitsbedingungen haben."

Dennoch gibt es noch einiges zu tun. "Ich möchte erreichen, dass sich der Frauenfussball in diesem Land verändert und ausgebaut wird. Die Änderungen die von der CONMEBOL, dem CBF und der FIFA umgesetzt werden – wie die Verpflichtung der Männerfussball-Klubs, ein Frauenteam zu unterhalten – sind sehr gute Schritte. Wir müssen alle an einem Strang ziehen und uns mit den Klubs vernetzen, damit die Nationalmannschaft einen Schritt nach vorn machen kann."