"In Mexiko hat man viel darüber gehört, dass die spanische Liga wächst und dass immer mehr ausländische Spielerinnen dort anheuern. Es gäbe einen Anstieg der Zuschauerzahlen und die Liga werde immer wichtiger und wettbewerbsstärker. Und als Profispielerin will man natürlich immer dort spielen, wo das Niveau hoch ist. Daher wollte ich mich in Spanien beweisen." Und so landete Nayeli Rangel, die Spielführerin der mexikanischen Frauen-Nationalmannschaft, bei Sporting Huelva.

Und sie ist keineswegs die erste und einzige Spielerin von El Tri, die es in die spanische Liga gezogen hat. "Tanto Kenti (Robles) und Pamela (Tajonar) hatten mir schon davon erzählt, und auch Maribel (Domínguez) hat mir empfohlen herzukommen, weil der Rhythmus dieser Liga mir helfen würde, mein Niveau zu steigern. Ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung", erklärt die aus Monterrey stammende Mittelfeldspielerin im Gespräch mit FIFA.com.

Dieses Wochenende trifft sie nun am 21. Spieltag im Duell mit Levante auf eine weitere mexikanische Nationalspielerin: Charlyn Corral, die bereits ihre zweite Saison in Spanien bestreitet. "Anfangs war es schwierig, weil ich zwar schon Nationalspielerin war, hier jedoch wenig bekannt. Es gab einerseits hohe Erwartungen, andererseits aber auch Zweifel", erklärt die Spielerin, die bereits bei zwei FIFA Frauen-Weltmeisterschaften und sage und schreibe drei Auflagen der U-20-WM dabei war.

"Ich finde, dass ich meine Technik hier sehr verbessern konnte und auch das Spiel kann ich jetzt besser lesen. Mittlerweile kann ich in jeder taktischen Formation spielen und mich besser an das anpassen, was die einzelnen Trainer wollen und fordern", meint sie im Hinblick auf ihre Entwicklung.

Beide wissen, dass der stetige Ligabetrieb sehr hilfreich ist, und zwar nicht nur für ihre persönliche spielerische Entwicklung, sondern auch für die Nationalmannschaft. "Du bekommst einen Rhythmus und regelmäßige Spielpraxis. Die Trainingseinheiten sind ein sehr positiver Faktor. Die Disziplin ist eine andere, als wenn man ganz allein trainiert", betont Nayeli. "Außerdem wirst du mit unterschiedlichen Spielweisen konfrontiert, und die Konkurrenz auf deiner Position sorgt dafür, dass du härter arbeitest", fügt Corral hinzu.

Beide freuen sich aus der Ferne über die bevorstehende Schaffung der neuen mexikanischen Frauenliga. "Als Mexikanerin stimmt mich das sehr zufrieden, weil ich möchte, dass mein Land vorankommt. Der mexikanische Frauenfussball hat bis jetzt mit sehr wenigen Mitteln viel erreicht. Hoffentlich wird es ein stabiles und dauerhaftes Projekt, denn es gibt dort sehr viele Talente, viele Mädchen, die eine Chance verdienen. Und unser Land könnte dadurch auf internationaler Ebene stärker werden", meint die 25-jährige Rangel. "Dann sind wir in Zukunft vielleicht nicht nur eine Mannschaft, die sich für Weltmeisterschaften qualifizieren kann, sondern könnten dort auch um gute Plätze mitspielen."

"Ich fände es toll, vor eigenem Publikum spielen zu können", so Corral. "Vor allem, weil ich schon seit vielen Jahren im Ausland aktiv bin. Zuerst in den USA, dann in Finnland und jetzt hier in Spanien. Ich sehe mich in Zukunft schon dort spielen, bei meinen Leuten, meiner Familie und mit den neuen Generationen", meint die Spielerin, die einen Abschluss in Sportmanagement hat und derzeit neben ihrer sportlichen Karriere bei Levante noch ein MBA-Studium in Internationalem Sportmanagement absolviert.

Von dieser vielversprechenden Zukunft, die ein Lächeln auf die Gesichter der Spielerinnen zaubert, kehren wir in die Gegenwart zurück, in den Alltag einer Liga, in der sie gegeneinander antreten werden. Und hier sind sie sich zum ersten Mal nicht einig. "Sporting macht seine Sache bisher gut. Wir haben einige Tiefpunkte und Verletzungen hinter uns gebracht, und ich glaube, dass wir einen Sieg verdient haben, weil wir unsere Sache jetzt gut machen und langsam an unser optimales Niveau herankommen", erklärt Rangel. "Ich glaube, wir werden 2:1 gewinnen."

"Ich freue mich, dass Nayeli die Partie nach dem Schrecken ihrer Verletzung bestreiten kann, aber ich glaube, dass wir 3:0 gewinnen werden", entgegnet die Stürmerin von Levante im Brustton der Überzeugung.

Am Sonntag werden wir wissen, wer Recht hat.